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Rehbein kämpft für olympische Sportart Ringen

Rehbein kämpft für olympische Sportart Ringen

Ob sein Kampf Erfolg hat, wird der Leipziger bereits am Mittwoch erfahren, wenn der Weltverband Fila das IOC in Sankt Petersburg überzeugen muss, Ringen doch für Olympia zu empfehlen.

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Benedict Rehbein

Quelle: Christian Nitsche

Die Entscheidung fällt im September auf der IOC-Session in Rio. Rehbein sorgt sich um seine Sportart. Allerdings glaubt der 31-Jährige fest an ihren Olympia-Verbleib.

Für ihn ist klar, dass die Sportartikelindustrie aus Werbegründen lieber moderne Trendsportarten bei Olympia sehen möchte. "Wir Ringer gelten für sie als nicht lukrativ, sind vom Aufwand her eine extrem sparsame Sportart, brauchen nur wenig Material."

Trotz des großen Zuspruchs, den die Kampfsportler derzeit aus allen Bereichen erhalten, gebe es keinen Grund sich zurückzulehnen. "Wir müssen uns als Sportart besser vermarkten und nicht in der Nische verkriechen. Nicht nur Insider, auch normale Sportinteressierte müssen die Regeln verstehen", meint Rehbein. Diverse Änderungen wurden von der Fila bereits beschlossen und sollen das Taktieren wieder in den Hintergrund rücken lassen, damit die Kämpfe attraktiver werden.

Erik Thiele, eine der größten deutschen Ringer-Hoffnungen, wirkte gestern gelassen. "Trotzdem mache ich mir Sorgen. Ich möchte natürlich bei Olympischen Spielen kämpfen. Doch vorher habe ich bis 2020 noch andere Ziele. Deswegen mache ich mich jetzt auch nicht verrückt", sagt das 16-jährige Talent des KFC Leipzig, das sich derzeit auf die Jugend-EM vorbereitet. Für seinen Vater und Bundestrainer Sven Thiele verläuft das Training seiner Schützlinge in der Männer-Nationalmannschaft normal. "Wir müssen abwarten, was entschieden wird. Die Ringer, die ich jetzt trainiere, haben die Olympischen Spiele 2016 im Blick. Deshalb gibt es bei ihnen derzeit keinerlei Motivationsprobleme", sagt der Vizeweltmeister von 1995.

Obgleich der Anlass negativ ist, sieht Rehbein positive Seiten. "Viele Leute haben sich vorher gar nicht mit Ringen beschäftigt. Vielleicht wissen sie jetzt, dass es eine der ehrlichsten Sportarten ist. Es geht kaum um Geld, sondern um sportliche Ehre. Die IOC-Funktionäre sollten das auch bedenken und nicht das Geschäft im Kopf haben."

Der ehemalige Bundesliga-Ringer sieht trotz aller Euphorie eine andere Gefahr: Er glaubt, dass die Sportart in der Versenkung verschwindet, sollten sich die IOC-Bosse für Squash oder Karate entscheiden. "Das liegt daran, dass Ringen in Deutschland fast nur als Leistungssport betrieben wird. Es gibt wenig Breitensportler. Wenn wir nicht mehr olympisch sind, entfällt die Förderung unserer Spitzenleute. Die Jungs und Mädels müssen dann aufhören, weil sie hier vom Ringen nicht leben können."

Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2013

Norbert Töpfer

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