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Reizthema Rose: In Probstheida sorgt der Wechsel zu RB für Befremden

Reizthema Rose: In Probstheida sorgt der Wechsel zu RB für Befremden

Marco Rose wechselt von Regionalligist 1. FC Lok zu RB Salzburg, unterschrieb einen Zweijahresvertrag als B-Jugend-Trainer. In Probstheida sorgte die Nachricht für Befremden, in diversen Internet-Foren erhob sich ein Sturm der Entrüstung.

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Marco Rose, hier noch in seiner ehemaligen Funktion als Lok-Coach.

Quelle: Andreas Doering

Leipzig. Darf ein Mann, der Lok im Herzen trägt, der im Plache-Stadion als Spieler groß wurde, der in der vergangenen Saison als Trainer zurückkehrte und bei seinem Abschied von den Fans euphorisch gefeiert wurde, ein Roter Bulle werden? "Fußball-Leipzig ist polarisiert. Egal was ich sage - es wird Leute geben, die schwer enttäuscht sind und andere, die mich verstehen", sagte Rose der LVZ: "Für mich ist Salzburg der richtige Schritt."

Er habe bei Lok stets mit Herzblut und hundertprozentigem Einsatz gearbeitet, aber nach der Fast-Insolvenz keine sportliche Perspektive mehr gesehen. Seine halbe Mannschaft weg, die Aussichten rapide verschlechtert - der 36-Jährige lehnte das Angebot ab, unter schlechteren Konditionen weiterzumachen.

Rose orientierte sich um, ein neuer Job bei Sechstligist Schott Mainz schien bereits perfekt. Doch seine Antritts-Vorstellung geriet am Montag zur Abschiedsrede. Und Ali Cakici, einst unter Tomas Oral Co-Trainer bei RB Leipzig und als RoseAssistent eingeplant, wurde als neuer Chefcoach präsentiert. Rose ist Schott dankbar für die Freigabe. Den Vorwurf, mit gezinkten Karten gespielt zu haben, weist er zurück: "Noch vor drei Wochen war in Salzburg keine Stelle frei, vorher gab es keinen Kontakt."

Als der dortige Jugendtrainer Thomas Letsch in der Hierarchie aufrückte, erhielt Rose einen Anruf von Ralf Rangnick, am vergangenen Mittwoch erfolgte die Einigung. Rose hatte früher in Hannover unter Rangnick gespielt. Und der RB-Sportdirektor registrierte sehr wohl, dass Rose bei Lok aus wenig viel machte, seine Mannschaft schnell voranbrachte, RB im Derby ein 0:0 abtrotzte - und dass Rose durch kompetent-sachliche Analysen glänzte, nie Ressentiments schürte.

Rose hofft, sich in Salzburg entwickeln zu können. "Ich glaube, dass ich dort optimale Voraussetzungen habe und unter Top-Bedingungen neue Impulse bekomme." Bei Lok habe er als Autodidakt gelernt und kaum Feedback erhalten. "Vieles hat intuitiv schon funktioniert, aber für mich ist es wichtig, in einem großen Team zu arbeiten, wo viel gesprochen wird, eine andere Philosophie herrscht und ich mich einbringen kann."

Lok-Präsident Heiko Spauke reagierte "überrascht und verwundert" auf die Botschaft aus Salzburg, sprach von einer "kuriosen Wende". Es sei traurig, dass sich Lok einen Trainer nicht mehr leisten könne, der woanders locker aus dem Nachwuchs-Bugdet finanziert wird. "Marco ist ein feiner Kerl, ich wünsche ihm alles Gute", sagte Spauke, "es sei mal dahingestellt, ob er sich bei einer B-Jugend wirklich besser entwickeln kann als bei Regionalliga-Männern, die er geliebt hat. Aber Fußball ist eben auch Business. Er hat jetzt den Fuß in der Konzern-Tür, ich verstehe, dass er RB als Sprungbrett sieht und diese Chance nutzen will."

Erst am Freitag hatten sich Lok und Rose auf die Vertragsauflösung geeinigt. "Sauber und fair", erklärte Spauke. Dass drei Tage später der Wechsel nach Salzburg verkündet wurde, stieß ihm aber sauer auf. Rose räumte ein, aufs Tempo gedrückt zu haben. Wohl auch, um nicht blockiert zu werden oder Lok-Forderungen an RB zu riskieren.

Immerhin erhielt Rose neben geharnischter Kritik viel Zustimmung für seine Entscheidung, auch aus dem Lok-Lager. "Aber ich weiß, dass mir einige dies lange vorhalten werden und mich als Verräter betrachten. Das muss ich schlucken."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2013

Steffen Enigk

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