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Riesa verliert Cupfinale: Diskussion um Sportstadt

Riesa verliert Cupfinale: Diskussion um Sportstadt

Die Worte sind warm, doch der Inhalt bleibt kühl. „14 Jahre - das ist schon fast eine Generation. Wir können auf viele erfolgreiche Spiele zurückblicken“, sagt Berndt Dugall.

Riesa. Und mit dem Dank an die Förder- und Verwaltungsgesellschaft (FVG) als „verlässlichen Partner“ beendet der Vorsitzende des Handball- Ligaverbandes der Frauen (HBVF) das Kapitel DHB-Pokalendrunde in Riesa.

Der Abschied des Final Four und dessen Umzug nach Göppingen waren lang zuvor besiegelt. Seit 1997 war Riesa Gastgeber für das Frauen- Turnier. „Nach so vielen Jahren kann man auch mal was anderes machen“, sagt Kay-Sven Hähner, Manager des deutschen Meisters HC Leipzig und HBVF-Vize. „Wir hatten tolle Jahre in Riesa.“ Das Angebot von Göppingen aber sei „deutlich besser“ gewesen als das der Sachsen. „Das konntest du nicht ablehnen“, bekennt Hähner. Auch hätten die Schwaben ein tolles Handball-Umfeld. „Das ist das entscheidende gewesen“, behauptet der HBVF-Vize.

Die Veranstaltung am Samstag und Sonntag mit dem Sieger Bayer Leverkusen lief routiniert glatt. Alles war wie immer - bis auf die Wehmut. „Es war schon ein Aushängeschild für Riesa über die 14 Jahre“, gibt Stadtsprecher Uwe Päsler zu, „das war das erste Große, womit Riesa in Erscheinung getreten ist.“ Auch wenn andere Ereignisse spektakulärer waren - wie der Besuch von Muhammad Ali 2002 - das Final Four war permanent präsent. Und profitierte zumindest bei den Zuschauerzahlen auch immer von der Nähe Leipzigs, wenn der HC sich qualifiziert hatte.

Nun kommt Ali nicht mehr, das Profiboxen hat sich rargemacht und Frauen-Handball bleibt künftig allein den „Elbehexen“ des SC Riesa in der 2. Bundesliga vorbehalten. Sportliche Großveranstaltungen gehören in nächster Zukunft nicht zum Portfolio Riesas. Die Diskussion über den Titel Sportstadt ist bereits in Gange. „Man kann sich nicht auf Großveranstaltungen konzentrieren. Da steht man gegen Köln, Hamburg oder Berlin. Das ist eine andere Liga. Das kann sich Riesa nicht leisten“, erklärt Päsler.

„Sportstadt“, sagt er, „definiert sich über Nachwuchs- Leistungssport.“ Während in der erdgas Arena die Handball-Frauen den Pokalsieg ausspielen, kicken auf dem benachbarten Kunstrasenplatz Knirpse um Tore und Punkte. Nach Aussage des Stadtsprechers sind rund 15 Prozent der Riesaer in Sportvereinen organisiert. Handballerinnen, Judoka und Gewichtheber seien in der 2. Bundesliga, die halbe Nationalmannschaft in der Sportakrobatik komme aus der Stadt. Und das Cheerleading erfreue sich ebenfalls wachsender Beliebtheit. „Das sind Sachen, die aus sich selbst heraus gewachsen sind“, meint Päsler.

Anhand des Cheerleadings sei auch zu sehen, dass Riesas Sport von der Ausrichtung großer Ereignisse wie den deutschen Cheerleading Meisterschaften von 2005 bis 2007 profitiert habe. „Der Sport hat durchaus Impulse durch Veranstaltungen bekommen“, betont Päsler. Und auch der Tourismus sei belebt worden, wie generell durch Ereignisse über mehrere Tage. „Das Ziel ist es, Mehrtagesveranstaltungen zu haben.“ Bestes Beispiel sei die Show- und Stepptanz-Weltmeisterschaft jedes Jahr im Dezember. Päsler: „Die geht über 14 Tage und bringt 3000 Zuschauer.“ Und die entsprechende Hotel-Auslastung. Bis 2013 ist die WM noch fest in Riesa.

Der Stahl ist inzwischen auch wieder da, modifiziert und abgespeckt, aber nicht zuletzt wegen der Gewerbesteuer als enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Mit diesem Beispiel vor Augen hoffen die Riesaer, dass eines Tages vielleicht auch die Handball-Frauen mit ihrem Final Four zurückkehren. Der Vertrag mit Göppingen läuft zunächst über drei Jahre. „Was mittelfristig ist, werden wir sehen“, sagt Handball-Funktionär Berndt Dugall und nährt damit die stille Hoffnung.

Martin Kloth, dpa

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