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Ringen um Leutzscher Fußball: Verband entscheidet am Mittwoch - Stadionfrage offen

Ringen um Leutzscher Fußball: Verband entscheidet am Mittwoch - Stadionfrage offen

Der Countdown läuft: In wenigen Stunden werden die Weichen in die Zukunft des Leutzscher Fußballs gestellt. Bis zum 1. Juni muss der Sächsische Fußballverband (SFV) über die Startplätze im Wettstreit um die Gunst der grün-weißen Fußballenthusiasten in der Messestadt entscheiden.

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Jamal Engel, Fans der BSG Chemie Leipzig und Wolf-Peter Hoffmann. (v.l..n.r.)

Quelle: Norman Rembarz Christian Nitsche

Leipzig. Angetreten, die Traditionslinie der Leutzscher Fußballlegende fortzuführen, sind die seit Jahren in der Kreisklasse um Punkte ringende Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig und die erst kürzlich gegründete SG Leipzig Leutzsch.

Beide Konkurrenten haben beim Sächsischen Fußballverband Anträge zur Übernahme von Teams in der fünften und sechsten Liga gestellt, um den Alfred-Kunze-Sportpark auch nach dem Ende des FCS mit Leben füllen zu können. „Die Vereine haben Interesse bekundet, allerdings kann ich nichts Näheres zu den Anträgen sagen, da die Frist noch nicht abgelaufen ist“, sagte Frank Pohl, Geschäftsführer des SFV, am Dienstagvormittag. Das Präsidium wolle bis zum Abend entscheiden und sich dann am Mittwoch der Öffentlichkeit mitteilen, sagte Pohl.

Während die SG Leipzig Leutzsch mit Empfehlung des Sachsen-Insolvenzverwalters Heiko Kratz die FCS-Nachwuchsabteilung und offenbar auch die Oberliga-Mannschaft übernehmen will, hat die BSG Chemie mit der Landesliga-Truppe des VfK Blau-Weiß angebandelt. „Wir sind uns mit Oliver Krause (Teamleiter, Anmerkung d. Red.) und Mannschaft zu 100 Prozent handelseinig geworden“, sagte BSG-Vorstand Wolf-Peter Hoffmann am Dienstag gegenüber LVZ-Online und fügte an: „Es ist von unserer Seite auch angedacht, dass Oliver im künftigen BSG-Vorstand Aufgaben übernimmt.“

Roland Brieden, Vereinsvorsitzender bei Blau-Weiß, bestätigte ebenfalls die angestrebte Ablösung der Mannschaft: „Herr Krause und meine Person hatten uns dazu verständigt“, hieß es dazu am Dienstag. Zwar müsse der Sächsische Fußballverband dieser Ehe noch seinen Segen geben, Hoffmann glaubt aber fest daran, dass es keine Probleme geben wird.

Trotzdem die Nachwuchsabteilung des FC Sachsen Dank des Votums von Insolvenzverwalter Kratz eher in Richtung SG Leipzig Leutzsch tendiert, hofft die BSG Chemie in Zukunft noch auf eine Vereinigung aller Kicker im Verein. „Wir haben dazu noch einmal ein entsprechendes Betreiberkonzept an die Stadt geschickt und sind dabei auch zu Kompromissen bereit“, sagte Hoffmann. Praktisch können sich die Ballsportler in der kommenden Saison beispielsweise eine gemeinsame Nutzung des ehrwürdigen, aber maroden Stadions mit der Konkurrenz vorstellen.

Laut städtischer Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes ist die Entscheidung über die Nachnutzung des Alfred-Kunze-Sportparks noch nicht gefallen. Die Kommune erwartet aber, dass sich beide Vereine aufeinander zu bewegen. Dazu sei ein gemeinsames, von den möglichen Partnern „einvernehmlich abgestimmtes“ Nutzungskonzept erforderlich, hieß am Dienstag in einer Mitteilung des Amtes. Dieses werde dann von der Kommune auf „wirtschaftliche und belastbare Plausibilität“ geprüft. „Hier geht es speziell um die grün-weiße Leipziger Fußballfamilie, die sich dem Vernehmen nach aufeinander zubewegen will“, hieß es weiter im Schreiben von Kerstin Kirmes.

Nach Angaben der BSG Chemie liegen die Gespräche mit der SG Leipzig Leutzsch und deren Sprecher Jamal Engel derzeit allerdings auf Eis. „Die Verhandlungen sind in der vergangenen Woche stehen geblieben, seit dem haben wir nicht mehr mit Herrn Engel gesprochen“, sagte Hoffmann. Der BSG-Vorständler hat zumindest die in LVZ und auf Facebook geäußerten Bedenken von Jamal Engel gegen den enthusiastischen und agilen Anhang der Grün-Weißen aus der Kreisklasse vernommen. „Herr Engel hat sich ja recht weit aus dem Fenster gelehnt und sich nicht gerade positiv über unsere Ultras geäußert“, ärgerte sich der BSG-Vorstand.

Engel hatte am Montag gegenüber der LVZ zwar nicht ausgeschlossen, dass SGLL und BSG gemeinsam im AKS spielen und trainieren werden. Ein Zusammenschluss sei aber derzeit nicht möglich. Nach dem Geschmack der SGLL-Protagonisten tummeln sich bei der BSG einfach ein paar nicht immer fröhliche Ultra-Fans zu viel. Genau wie die BSG glauben die Vertreter des neuen Leutzscher Stadtteilvereins zumindest daran, beim Sächsischen Fußballverband gute Karten für eine Fusion mit der Sachsen-Jugend zu haben. „Wir haben alle Voraussetzungen erfüllt“, sagte Engel.

An der zusätzlichen Übernahme der Oberliga-Mannschaft werde nach Angaben von Engel noch fieberhaft gearbeitet. Unterstützer des Vereins sammeln derzeit Unterschriften beim Team, um das Hinüberwechseln zur SGLL zu ermöglichen. Den finanziellen Mehraufwand, den eine Oberliga-Mannschaft mit sich bringt, sollen die Investoren decken: "Unsere Sponsoren haben uns zugesichert, dass sie den Kraftakt mitmachen wollen", sagte Engel am Dienstag.

Matthias Puppe / Michael Dick / gs / ebs

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