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Rollstuhlrugby: Leipziger Löwen in Dresden auf Platz zwei

Rollstuhlrugby: Leipziger Löwen in Dresden auf Platz zwei

"Mist, wieder nur Zweiter", entfuhr es Spielertrainer Dirk Schmidt. Der ehemalige Nationalspieler hatte mit seinen "Rugbylöwen Leipzig" das Finale beim 1. Dresdner Rollstuhlrugby-Cup gegen das niedersächsische Team aus Grasdorf mit dem martialisch klingenden Namen "Neckbreakers" 5:40 verloren.

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Kampf um jeden Ball: Die Löwen-Spieler Dirk Schmidt (Nr. 10) und Martin Beddis (3) attackieren den Final-Gegner aus Grasdorf.

Quelle: Freidrich

Bis dahin war beim zweitägigen Turnier alles wunschgemäß verlaufen - auch die mitfavorisierten "Greifswalder Rollmöpse" konnten besiegt werden.

Daran, dass es am Ende nicht zum Sieg gereicht hatte, konnte auch Martin Beddis nichts ausrichten. Der Engländer war eigens für das Turnier aus seiner Heimatstadt Liverpool angereist. Um Spielpraxis zu bekommen, tritt der 40-Jährige von den "North Wales Dragons" öfter für Leipzig an - jedoch nicht im regulären Ligabetrieb. Entstanden ist der Kontakt zwischen ihm und Dirk Schmidt über ein soziales Netzwerk.

"Ich habe Dirk über Facebook angefragt, ob ich mitspielen kann und er hat ja gesagt", berichtet Beddis, der in Dresden erfolgreichster Torjäger war. Mit seiner Klassifizierung von 3,0 ist er derjenige mit der geringsten Behinderung, wenngleich "gering" relativ ist. Spielberechtigt sind bei dieser paralympischen Sportart nur Tetraplegiker, also jene Sportler, die Behinderungen an drei oder vier Gliedmaßen aufweisen. Beddis ist aufgrund seiner Einstufung ein "Highpointer" und damit besonders im Visier des Gegners. Meist versuchen die Gegenspieler, ihn durch Doppeln und Blockieren seines Rollstuhls quasi aus dem Spiel zu nehmen und gleichzeitig den Ball zu erobern. Mit diesem versuchen sie ihrerseits, zum gegnerischen Tor, das durch zwei Kegel markiert ist, vorzudringen. Dabei vollführen die Spieler zum Teil virtuose Fahrmanöver. Der Ball muss, damit das Tor zählt, unter Kontrolle sein, also entweder auf dem Schoß oder in den Händen. Mitunter erinnern die Rollstuhl-Karambolagen an Autoscooter auf dem Rummelplatz. Dementsprechend ramponiert sehen die speziell angefertigten Rollstühle aus.

Im Gegensatz zum Rugby der "Fußgänger" ist der unmittelbare Körperkontakt jedoch nicht erlaubt. "Illegal use" - gefährliches Spiel wird sofort abgepfiffen, unter anderem von Katharina Adler (30). Die Wienerin ist Österreichs Chefschiedsrichterin und war wie Leipzigs Starspieler Martin Beddis in Dresden. Gemeinsam mit ihrem Mann Leopold (ebenfalls Referee), den Kindern Jule und Sebastian und Oma Monika verknüpfte sie den Ausflug mit einer Sightseeingtour durch die Landeshauptstadt. Die Physiotherapeutin kam vor gut zehn Jahren zum Rollstuhlrugby, weil ihr bester Freund einen schweren Unfall hatte und daraufhin mit diesem Sport anfing.

Die Szene ist klein, da hilft man gern mal aus - ob als englischer Spieler oder österreichische Schiedsrichterin. Und auch die Leipziger Mannschaft ist eher eine mitteldeutsche Auswahl - mit Spielern aus Magdeburg, Gera, Halle, Leipzig oder wie Spielertrainer Dirk Schmidt aus Dresden. Und auch wenn kurz nach dem verlorenen Finale beim Löwen-Chef die Enttäuschung überwog, war zumindest der englische Gastspieler aus dem Häuschen. "Das war mein erstes Finale überhaupt - ein schönes Gefühl." Vielleicht klappt es im nächsten Jahr, denn das Turnier, das vom Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband und den "Rug 'n' Rolls" vom USV TU Dresden ausgerichtet wurde, soll zu einer Tradition werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2013

Stefan Friedrich

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