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Rugby-Rhythmus im Bruno-Plache-Stadion - 2000 Tickets sind schon weg

Weltranglistenspiel in Leipzig Rugby-Rhythmus im Bruno-Plache-Stadion - 2000 Tickets sind schon weg

Am Sonnabend trifft die deutsche 15er Rugby-Nationalmannschaft im Leipziger Bruno-Plache-Stadion zum zweiten Mal auf Brasilien. Bei den „Wild Things“, einer November-Serie von Weltranglistenspielen, bereitet sich das Team auf höhere Aufgaben vor. Dazu zählt zunächst die Europameisterschaft im kommenden Jahr. Großes Kino wäre die WM-Teilnahme 2019.

 Den Sieg greifen: Rugby-Kapitän Michael Poppmeier im erfolgreichen Spiel in Heidelberg.

Quelle: Jürgen Keßler

Leipzig.  Rugby-Samba in Leipzig: Mit dem Weltranglistenspiel am Sonnabend zwischen Deutschland und Brasilien im Leipziger Bruno-Plache-Stadion geht seit ewigen Zeiten wieder ein hochkarätiges Rugby-Duell in der Messestadt über den Rasen (14.30 Uhr). Das bislang letzte Länderspiel fand am 14. Juni 1989 gegen Polen statt. Gefightet wurde in Schkeuditz. Jetzt heißt es Rugby-Rhythmus im Wohnzimmer von Fußball-Regionalligist 1. FC Lok. Bisher sind 2000 Tickets verkauft. „Wir hoffen, dass es eine wunderbare Kulisse für ein tolles Spiel wird“, wirbt Karsten Heine als Präsident des ­hiesigen Bundesliga-Klubs für den Kampf ums Ei. Rund um die Partie der Wild Things-Serie findet ab 11 Uhr die „Get into Rugby Day & Warm up“-Party statt, die Stadiontore öffnen 13.30 Uhr.

Ehrgeiziges Ziel: WM-Teilnahme 2019

„Wir haben Respekt vor dem deutschen Team“, sagte der Argentinier Rodolfo Ambrosio, dessen Mannschaft vergangenen Samstag in Heidelberg mit 6:16 unterlag und im zweiten Weltranglisten-Duell alles daran setzen wird, einen Sieg einzufahren. Während sich die Truppe vom Zuckerhut bereits seit Montag in Leipzig vorbereitet und am Donnerstag dem Weihnachtsmarkt einen Besuch abstattete, trifft die vom Südafrikaner Kobus Potgieter trainierte DRV-Auswahl erst am Freitag in L.E. ein. Bis zur letzten Minute wurde im Basislager Heidelberg intensiv gearbeitet. Das Ziel ist ein großes: WM-Teilnahme 2019 in Japan – wäre überhaupt die erste. Dafür müssen Punkte her. Bereits im ersten November-Auftritt gegen den dreimaligen WM-Teilnehmer Uruguay hatte die deutsche Auswahl für eine große Überraschung gesorgt. Das Team um Kapitän Michael Poppmeier bezwang in Frankfurt/Main die favorisierten Südamerikaner mit 24:21 (6:15). Christopher Hilsenbeck, der in Frankreich spielt, machte mit einem verwandelten Straftritt in der Nachspielzeit den Sieg perfekt.

Dank intensiver Kooperation von Verband und der Wild Rugby Academy geht es für Schwarz-Rot-Gold zügig vorwärts. Mittlerweile belegt Deutschland den Weltranglistenplatz 24 (58,99 Punkte). Spitzenreiter ist Neuseeland (94,78) vor England und Australien. Insgesamt 20 WM-Startplätze werden vergeben. Team-Manager Robert Mohr beobachtet derzeit einen wichtigen, positiven Trend: „Wir sind absolut fokussiert und hungrig und arbeiten alle daran, das Team stetig so weiterzuentwickeln, dass es im internationalen Vergleich ein höheres Niveau entwickelt.“ Dazu bereitet sich seine Mannschaft zurzeit so intensiv vor wie noch nie. Dem Trainer-Stab stehen hierfür die meisten jener Spieler zur Verfügung, die im Ligabetrieb bei ausländischen Teams unter Vertrag stehen. „Wir schaffen gerade die Voraussetzungen, international noch konkurrenzfähiger zu werden.“

Die Gentlemen aus Leipzig

Ein Sprichwort lautet: „Fußball ist eine von Raufbolden gespielte Gentleman-Sportart und Rugby ist eine von Gentlemen gespielte Raufbold-Sportart.“ Leipzigs Ex-Nationalspieler Gerhard Schubert (74) geriet 1958 zufällig in den anderen Kick. „Wir waren eine Straßenmannschaft und haben Fußball auf einem Trümmerfeld am Zoo gespielt. Da hat uns ein Student von der DHfK angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, im Verein mitzumachen. Dort waren aber die Fußballer gerade im Urlaub. Also hieß es: Fangt erst mal mit Rugby an. Der Rest ist Geschichte.“

Mit der Förderung der nichtolympischen Sportart war es mau. Dennoch entwickelte sich ein reger Spielbetrieb mit den Mehrfach-Meistern Stahl Hennigsdorf, DHfK und dem von Edgar Friedlein trainierten Team von Lok Wahren. Letztere stellten für das Länderspiel DDR gegen Bulgarien 1980 in Brandenburg (10:3) und Rathenow (9:6) allein elf Akteure der 15er Stammformation. Gerhard Schubert gehört ebenso wie Wolfgang Marocke, später Co-Auswahl-Trainer, und Helmut Sommerfeld dazu. Bilder von damals – gerahmt und im Fotoalbum – künden von einer ereignisreichen Zeit. 43 Länderspiele absolvierte Gerhard Schubert, stand 25 Jahre als Schiedsrichter auf dem Platz, leitet die Spielkommission der Regionalliga Nord/Ost und engagiert sich für den Bundesligisten RCL. Familienbande? Die Töchter Anett und Ines turnten lieber, aber Enkelin Paula (12) hat das Opa-Gen geerbt. Schubert wünscht sich für Sonnabend eine mitreißende Atmosphäre: „Es wäre super, wenn die Bude richtig voll wird.“ 1973 in Rostock gegen die Dänen (20:12) schauten 3500 Fans zu), kürzlich in Hannover bei Arminia waren es immerhin 8500. Dort, wo der Kampf ums Ei den Kultstatus besitzt, im Mutterland England etwa, ist die Schüssel übervoll. Rekordverdächtig: 99 124 Fans sahen das Finale der franzö­sischen(!) Klub-Meisterschaft im spanischen(!) Camp Nou des FC Barcelona, weil das Stade de France in Paris durch die Fußball-EM besetzt war.

Sport1 überträgt Deutschland gegen Brasilien am Samstag ab 14.30 Uhr live.

 

 

Von Kerstin Förster

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