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Sachsens Frauenfußball im Kommen - immer mehr Frauen und Mädchen sind aktive Kicker

Sachsens Frauenfußball im Kommen - immer mehr Frauen und Mädchen sind aktive Kicker

Das runde Leder hat in Sachsen immer mehr aktive weibliche Fans. Die Fußballvereine zählen derzeit rund 9.000 Frauen und Mädchen, organisiert in mehr als 320 Mannschaften.

Dresden. Im Jahr 2000 waren es noch rund 6.200 Mitglieder in 293 Mannschaften. Vielerorts haben die Frauenfußball-Mannschaften allerdings mit fehlendem Nachwuchs und Geldsorgen zu kämpfen. Die Vereine hoffen darauf, dass ihr Sport durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen im Juni noch populärer wird und versprechen sich größeren Zulauf, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Dresden ist einer von neun Austragungsorten der WM.

Nach der U20-Frauenfußball-WM im vergangenen Jahr seien die Mitgliederzahlen sprunghaft angestiegen, sagt Christian Schreiber vom Sächsischen Fußballverband. Einen ähnlichen Effekt erhoffe man sich auch in diesem Jahr. „Das Klischee, dass Frauen nichts von Fußball ist verstehen, ist mittlerweile überholt", so Schreiber. Technisch und konditionell könnten viele Spielerinnen mit ihren männlichen Kollegen mithalten.

Diese Erfahrung hat auch Roland Mieller, Trainer der Juniorinnen im Radebeuler Ballspielclub gemacht: „Rein technisch schätze ich Mädchen sogar als stärker ein." Es habe sogar schon Wettbewerbe gegeben, in denen die Spielerinnen erst belächelt wurden und die dann die Jungs regelrecht aus der Halle geschossen hätten. Viele Mädchen zeigten beim Training mehr Disziplin als ihre männlichen Sportfreunde. Das habe etwas mit dem Druck zu tun, erklärt Mieller. Die Mädchen kämen freiwillig, viele Jungs hätten eigentlich keine Lust - aber den Druck von Papa, Fußballer zu werden.

Rund 60 Mädchen spielen derzeit im Radebeuler Ballspielclub, vor drei Jahren waren es noch sieben. Zwar habe sich schon viel getan. „Aber es gibt immer noch zu wenig Zulauf, das schmerzt uns", so Mieller. Gerade im Leistungssport stehe die Entwicklung noch ganz am Anfang - bisher wird Frauenfußball eher als „Gaudi" gesehen.

Im Dresdner Frauenfußballverein 1. FFC Fortuna kicken derzeit rund 150 weibliche Mitglieder zwischen vier und 45 Jahren. „Wir werden zwar nicht mehr so belächelt wie früher, aber Frauenfußball ist immer noch eine Nische", sagt Trainerin Cornelia Braun. Die Mädchen und Frauen des FFC Fortuna spielen zum Teil in der Regionalliga. Ihr Ziel: In die zweite Bundesliga aufzusteigen. Dafür seien aber etwa 200.000 Euro nötig. „Das sind für andere Vereine Peanuts, für uns ist es aber viel Geld", sagt Braun. Größere Sponsoren zu finden, sei schwierig.

Dietmar Männel leitet die Frauenabteilung beim FC Erzgebirge Aue und kann mit seinen 120 Spielerinnen einige Erfolge vorweisen. So sind seine B- und C-Junioren etwa Landesmeister im Hallenfußball. Die Regionalliga ist laut Männel allerdings eine „Hungerliga." Für viele Spiele müssten weite Strecken zurückgelegt, Übernachtung und Schiedsrichter bezahlt werden. „Das ist gerade für kleine Vereine kaum zu stemmen, zumal es an Zuschüssen fehlt", so Männel. Geeigneten Nachwuchs zu finden, gestaltet sich nach Angaben der Trainer vor allem in den ländlichen Regionen schwierig.

dpa

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