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Sächsischer Turnverband kündigt Landestrainerin Guhr - "Druck von außen"

Sächsischer Turnverband kündigt Landestrainerin Guhr - "Druck von außen"

Nach einer Lösung wurde lange gesucht, nunmehr wurde bekannt: Der Sächsische Turn-Verband (STV) hat Birgit Guhr, Landestrainerin in der Rhythmischen Sportgymnastik, zum 31. Oktober gekündigt.

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Der Landestrainerin in der Rhythmischen Sportgymnastik, Birgit Guhr, wurde gekündigt. (Archivfoto)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. "Der Druck von außen war so groß, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Wir mussten die Reißleine ziehen", begründet STV-Präsident Joachim Dirschka (72) die Trennung von der langjährigen und erfolgreichen Fachkraft.

Die Personalie beschäftigte den Verband seit Januar (die LVZ berichtete). Birgit Guhr (59) wurde wegen fragwürdiger Trainingsmethoden vom Turn- und Gymnastikverein Leipzig mit Hallenverbot im Objekt Leplaystraße belegt. Dort trainieren die Talente des Landes- und Bundesstützpunktes. Nach den Vorwürfen gab es Gespräche des STV mit den betroffenen Sportlerinnen und Eltern. Eine zweite Chance wurde der Landestrainerin nicht eingeräumt, eine weitere Zusammenarbeit kategorisch ausgeschlossen. "Wir sind froh, dass sie nicht mehr hier ist. Es läuft einiges viel ruhiger", sagte TuG-Geschäftsführer Oliver Wolf.

Birgit Guhr, die seit 36 Jahren in diesem Job arbeitet und Leipziger Mädchen für die Nationalmannschaft entwickelt hat, äußerte sich gestern zur Sachlage. "Die Kündigungsfristen wurden eingehalten, insofern muss ich die Entlassung akzeptieren. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen. Sicher war ich in einigen Bereichen streng, doch ohne eine gewisse Disziplin sind die sehr, sehr hohen Anforderungen im Leistungssport nicht zu erfüllen." Auswirkungen auf ihre ehrenamtlichen Funktionen gibt es nicht. Birgit Guhr ist Mitglied im Technischen Komitee Kampfrichterwesen der RSG im Deutschen Turner-Bund. Sie gehört zu den zwölf Jurorinnen in der Welt, die die höchste internationale Lizenz besitzen. In dieser Funktion war die Leipzigerin am Wochenende beim Berlin Masters im Einsatz. Russlands Weltmeisterin Margarita Mamun entschied vor 2500 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle den Mehrkampf sowie zwei Finals für sich. Auch als Landesfachwartin RSG arbeitet Birgit Guhr weiter wie gehabt. Ihre TuG-Mitgliedschaft ist längst passé, seit Februar gehört sie dem Hainsberger SV an.

Wie geht es weiter? Joachim Dirschka spricht von einer "richtig großen Baustelle". Es muss geklärt werden, ob auch in Zukunft eine Gymnastik-Landestrainerin beschäftigt wird. "Das muss das Präsidium entscheiden. Bis Jahresende sollte eine tragfähige Lösung her. Ich bin kein Freund von Schnellschüssen", betont Leipzigs Ex-Handwerkskammer-Präsident. Erst kürzlich hatte Dirschka im LVZ-Interview Bezug nehmend auf die STV-Entwicklung von einer Herkulesaufgabe gesprochen, die es zu bewerkstelligen gilt. Der STV mit seinen 64 000 Mitgliedern ist der zweitgrößte Verband im Landessportbund, nur die Fußballer kommen auf etwa das Doppelte. Neun Sportarten und 30 Disziplinen müssen koordiniert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013

Kerstin Förster

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