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Schrauben-Affäre in Zwickau: Polizei prüft Sabotage-Verdacht - "Tribüne manipuliert"

Schrauben-Affäre in Zwickau: Polizei prüft Sabotage-Verdacht - "Tribüne manipuliert"

War es Sabotage im Fußballstadion? Das abgesagte Regionalliga-Spiel zwischen dem FSV Zwickau und dem FC Carl Zeiss Jena beschäftigt nun Justiz und Polizei. Wegen lockerer und fehlender Schrauben an der Gäste-Tribüne kündigte die Polizei umfangreiche Ermittlungen an.

Zwickau. Zunächst werde geprüft, ob sich die Schrauben von selbst gelöst haben könnten, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Klarheit werde es voraussichtlich bis Ende der Woche geben.

Weil das Stadion bei zwei Bauabnahmen am Donnerstag und Freitag noch in Ordnung gewesen sein soll, besteht Sabotageverdacht. „Wir haben feststellen müssen, dass unter der Tribüne manipuliert worden ist, dass hier Schrauben gelöst wurden, die im Vorfeld alle fest waren“, sagte der Leiter des Zwickauer Bauordnungsamtes, Thomas Freitag, dem Radiosender MDR Info. Auf der für 840 Zuschauer konzipierten und zu rund zwei Dritteln besetzten Stahlrohrtribüne der Gäste-Fans waren mehrere Flügelschrauben gelöst worden oder gar nicht mehr vorhanden. Die Partie wurde am Samstag kurzfristig abgesagt.

Wie der FSV Zwickau und das Bauordnungsamt am Montag nun mitteilten, sei die Standsicherheit der Tribünen auch durch das Lösen von Flügelmuttern nicht gefährdet gewesen. Der Grund für die Absage des Spiels war vielmehr, dass die allgemeine Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte, da die Metallteile beispielsweise als Wurfgeschosse hätten missbraucht werden können, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.

Die Zwickauer hatten das Spiel im Sportforum Sojus austragen wollen, weil das heimische Westsachsenstadion wegen Baufälligkeit gesperrt ist. Nach der ersten Abnahme habe „nichts gegen das Ausrichten des Spiels“ gesprochen, sagte Stadtsprecher Mathias Merz. Gravierende Auflagen habe es nicht gegeben. Nun würden Verein und Stadt prüfen, ob man die Tribünen so umbauen könne, dass niemand daran manipulieren könne, fügte Merz hinzu.

FSV-Präsident Gerhard Neef sagte MDR Info: „Wir müssen nun überlegen, ob wir nicht vor dem Spiel noch mal eine detaillierte Überprüfung aller technische Einrichtungen vornehmen. Das kostet zwar wieder sehr viel Zeit und Leute, aber wir geben nicht auf.“

Derweil hat das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) ein Verfahren eröffnet. Beide Vereine wurden bis spätestens Freitag zur Stellungnahme aufgefordert. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll es ein Urteil geben, welches unabhängig von den Ermittlungen der Polizei gefällt wird. „Ich hoffe, dass es ein Wiederholungsspiel gibt“, sagte Neef. Aber auch eine Wertung am Grünen Tisch zugunsten der Gäste ist möglich.

Trotz seines Aufstiegs in die Regionalliga hatte der FSV Zwickau schon vergangene Saison für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Ein Spieler hatte im November nach einem gewonnene Spiel in der Kabine zu den „Sieg“-Rufen seiner Mitspieler „Heil“ skandiert. Der Vorgang war auf Video dokumentiert worden. Die Staatsanwaltschaft Zwickau stellte das Verfahren schließlich gegen eine Zahlung von 1500 Euro ein.

Der Fall hatte auch deshalb Aufsehen erregt, weil zeitgleich zum damaligen Spiel gegen Erzgebirge Aue II mehr als 1500 Zwickauer mit einer Kundgebung in der Innenstadt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen wollten. Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) jahrelang unerkannt in der Stadt gelebt hatten.

dpa

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