Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schwere Randale nach dem Pokalaus des BFC Dynamo Berlin gegen Kaiserslautern

Schwere Randale nach dem Pokalaus des BFC Dynamo Berlin gegen Kaiserslautern

Panik im Gästeblock, 18 verletzte Polizisten und 50 Ermittlungsverfahren: Hooligans haben nach dem Pokal-Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern erneut Schrecken verbreitet und das Negativ- Image des BFC Dynamo untermauert.

Voriger Artikel
Hallescher FC verliert nach großem Kampf gegen Frankfurt - Keine Zwischenfälle
Nächster Artikel
Meuselwitz kann Hertha nicht überraschen

Polizisten müssen nach dem Spiel die Fans trennen.

Quelle: dpa

Berlin. Beim ersten überregionalen Auftritt des einstigen DDR-Rekordmeisters seit zwölf Jahren stürmten in Berlin 250 bis 300 Chaoten den Gästeblock, prügelten sich mit Lauterer Fans und der Polizei, warfen mit Biertischen, Stühlen und Fahnenstangen.

Das souveräne 3:0 (2:0) des Bundesligisten aus der Pfalz geriet angesichts von 18 verletzten Polizisten im Jahn-Sportpark in den Hintergrund. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, erfolgten 27 vorläufige Festnahmen - das heißt, die Fans wurden nach Aufnahme der Personaldaten zwar wieder auf freien Fuß gesetzt, müssen aber nach Aufnahme aller Beweise mit Anklagen rechnen. Insgesamt 50 Strafermittlungsverfahren wurden eingeleitet, zumeist wegen Körperverletzung, Landfriedensbruchs, Widerstands und versuchter Gefangenenbefreiung. Dem einstigen Stasi-Club droht nach der erneuten Image-Schädigung nun möglicherweise ein „Geisterspiel“ und eine saftigen fünfstellige Geldstrafe durch den DFB.

Mit dem Abpfiff fühlten sich die überwiegend in Schwarz und mit Springerstiefeln gekleideten Rowdys von einer Taschentuch-Aktion der Lauterer Fans, die zum Berliner Pokal-Abschied „Auf Wiedersehen“ sangen, provoziert. Sie zettelten eine kräftige Prügelei an, ehe die Polizei eingriff und die Fanlager trennte. „Sie sind wie wild auf uns losgegangen und haben uns an die Steinmauer gedrängt. Es herrschte die total Panik“, zeigte sich ein Berliner FCK-Anhänger im Lautern-Trikot entsetzt, nachdem seine Tochter im Gedränge am Fuß verletzt worden war.

Die Berliner Polizei machte Fehler beim Ordnungsdienst des BFC für die Krawalle verantwortlich. „Eine erste Auswertung ergab, dass Maßnahmen des Ordnerdienstes zu den Problemen geführt beziehungsweise den Verlauf begünstigt haben, was vom Verantwortlichen des Sicherheitsdienstes auch eingeräumt wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Sonntag. So sei ein Tor von Ordnern geöffnet worden, durch das BFC-Fans in den Gästebereich rannten. Danach wurde das Tor geschlossen, so dass Einsatzkräfte nicht nachrücken konnten.

Zuvor hatten Ivo Ilicevic (18.), Neu-Kapitän Christian Tiffert (23.) und Thanos Petsos (50.) den nie gefährdeten Erfolg der Lauterer vor 10 104 Zuschauern sichergestellt. Nach den Randalen waren alle Profis wie auch die Trainer fassungslos über die Brutalität. „Es ist eine Sauerei, dass so etwas passiert und die Polizei und die Ordner gucken zu. Es ist unverständlich, dass so ein Club überhaupt solch ein Spiel machen darf“, schimpfte FCK-Verteidiger Mathias Abel.

„Das ist der BFC, wie wir ihn nicht sehen wollen“, betonte Vereinssprecher Martin Richter und wandte sich in der Pressekonferenz zu FCK-Trainer Marco Kurz: „Entschuldigen Sie bitte!“ Der Oberligist kündigte an, Strafanzeige gegen die Randalierer stellen und Stadionverbote auszusprechen.

BFC-Kapitän Amadeus Wallschläger, der beim Versuch zu schlichten selbst von den Hooligans bedroht wurde, war entsetzt: „Die sollen sich doch im Wald kloppen. Solche Idioten wollen wir hier nicht haben. Sie haben uns einen Bärendienst erwiesen.“ Frustriert war auch BFC-Trainer Heiko Bonan: „Da tun wir alles, um endlich wegzukommen von diesem Klischee, das alle vom BFC haben. Und da kommen ein paar Idioten und tun genau das, was alle erwartet haben.“ Er sei überzeugt gewesen, dass der BFC das Gewaltproblem im Griff habe. „Die haben mich nun Lügen gestraft.“

Seit vier Wochen hätten die Verantwortlichen alles getan, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sagte Geschäftsführer Jörn Lenz. „Und dann kommen einige, und machen alles kaputt.“ Nach seinen Informationen seien Hooligans unter anderem aus Leipzig und Halle angereist, um die Randale zu provozieren.

Bereits in der Schluss-Viertelstunde waren bei dem „Hochrisiko- Spiel“ Böllerschläge detoniert und Nebelkerzen geworfen worden, die zu einer kurzen Spielunterbrechung führten. Randale sind bei Spielen des BFC keine Ausnahme, zu allen Partien wird stets ein großes Polizei-Kontingent aufgeboten. Vor fünf Jahren hatten Hooligans für den Abbruch des Derbys gegen den Ortsrivalen Union gesorgt.

Frank Thomas, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Wählen Sie den Sportler, die Sportlerin und die Mannschaft des Jahres 2016. Hier online abstimmen! mehr

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr