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Sensation: Icefighter Schmitz wechselt nach Halle

Eishockey Sensation: Icefighter Schmitz wechselt nach Halle

Kai Schmitz, bisher Verteidiger der Leipziger Icefighters wechselt sofort zu den Saale Bulls nach Halle. Coach Gerike ist entsetzt: „Man macht das so nicht“

Kai Schmitz

Quelle: Marco Lang

Leipzig. Diese Nachricht verdient das Prädikat Sensation: Kai Schmitz verlässt die Icefighters, hat bei den Saale Bulls Halle unterschrieben. Die Leipziger haben dem 30-Jährigen, der als einer der besten Verteidiger der Eishockey-Oberliga gilt, die Freigabe ab Montag erteilt. Im Match der Icefighters in Halle am Sonntag wird Schmitz nicht auf dem Eis stehen.

Der Wechsel ist mehr als brisant. Schmitz spielte sieben Jahre lang in Halle, war dort als eisenharter Abwehrmann „Lieblingsfeind“ der Leipziger Fans. 2014 hatte sich Schmitz mit der halleschen Vereinsführung überworfen, war nach Neuwied gewechselt, hatte sich kurz nach der Vertragsverlängerung für einen Wechsel nach Leipzig entschieden.

Hier waren die Fans zunächst skeptisch. Mit ein paar flotten Sprüchen (Im LVZ-Interview: „Halle hat auf dem Papier eine gute Truppe. Aber die können auf dem Papier haben, was sie wollen, irgendwie kriegen die das nie hin“) und vor allem guten Leistungen hat er schnell große Akzeptanz gewonnen.

„Er hat um sofortige Vertragsauflösung gebeten. Wir waren geschockt“, sagt André Krüll, Geschäftsführer der Icefighters. „Offenbar haben die Hallenser schon länger an ihm herumgebaggert, sie haben ihm auch eine berufliche Perspektive geboten. Auch wenn es uns in dem Fall sehr schwergefallen ist, sind wir der Ansicht: Wenn einer gehen will, soll er gehen.“ Der Deal: Halle muss „einen Obolus“ (Krüll) an die Icefighters bezahlen und die Freigabe gilt erst ab Montag. Neues kleines Problem: Die Leipziger brauchen jetzt einen neuen Verteidiger.

„Gestandene Leute warten nicht auf unseren Anruf, wir schauen uns in Ruhe um. Wir werden aber nicht anfangen Spieler anzugraben, die unter Vertrag stehen “, sagt Sven Gerike. Zum Thema Schmitz hat er eine klare Meinung. „In der Oberliga kann so was passieren. Aber ich finde es nicht in Ordnung, wie es gelaufen ist. Wenn ein Angebot kommt, hätte er als erstes zu uns kommen und mit uns sprechen können. Aber wir wurden telefonisch informiert, dass es entschieden ist“, erklärt der Icefighters-Coach und spricht von einem „groben Foul.“ Gerikes Urteil: „Man macht das so nicht.“

Kai Schmitz weiß, dass die Geschichte Diskussionen bringt. Der gebürtige Kölner stellt erst mal klar: „Es gab keinen Vorfall, in Leipzig hat alles gepasst, die Vereinsführung ist top, die Jungs sind super.“ Aber die alte Liebe... „Ich wollte meinen Streit mit den Hallensern beenden, das ist ja meine zweite Heimat. Es war wie in einer Ehe, man sagt sich im Streit Dinge, die einem hinterher leid tun. Vom Verein sind blöde Sachen gekommen, ich habe böse nachgetreten.“

Mit der Versöhnung sei das Angebot gekommen plus der Perspektive eines Jobs im Management des Vereins nach der Karriere. „Jeder Eishockey-Spieler will nach der Karriere im Sport bleiben, ich konnte das nicht ausschlagen. Für die Loyalität zu Leipzig, die ich an den Tag hätte legen müssen, hätte ich mir in zwei Jahren nichts kaufen können. Die Bindung nach Halle war doch tiefer als gedacht. Aber klar, für Leipzig ist das jetzt saublöd.“

Dass dieser kurzfristige Wechsel Wellen schlagen wird, dessen ist sich Schmitz sicher. „Klar bin ich jetzt für alle das Arschloch. Auf Hass und Shitstorm bin ich vorbereitet.“ Sein Facebook-Profil hat er vorsorglich gelöscht. Was macht er am Sonntag? „Ich glaube, da bin ich besser beim 60. Geburtstag meiner Mutter in Köln.“

Von Uwe Köster

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