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Slalom-Kanuten paddelten zu Ostern in Markkleeberg: Ideallinie hier, Paddelsalat dort

Slalom-Kanuten paddelten zu Ostern in Markkleeberg: Ideallinie hier, Paddelsalat dort

Von den fünf deutschen Slalom-Erfolgen bei zehn Oster-Rennen im Kanupark Markkleeberg gingen drei Siege an den Leipziger KC. Drei Wochen vor der WM-Qualifikation an gleicher Stätte lagen die Favoriten im Fahrplan, auch wenn sich bei 3 Grad Wassertemperatur Licht und Schatten noch abwechselten.

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Franz Anton und Jan Benzien gewannen das Finale im Sparkassen-Sprint-Cup 2013 im Kanupark Markkleeberg.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Bei kaltem Wind kamen an beiden Finaltagen insgesamt 550 zahlende Zuschauer an die Strecke.

In der Vergangenheit siegte Erfahrung im Wildwasserkanal häufig gegen jugendlichen Übermut. Doch gestern war es bei der Premiere des Sparkassen-Sprints genau umgekehrt. Wie ein junger Wilder pflügte Jan Benzien durchs Wasser. Fast schien es, als wollte sich der 30-Jährige auf dem Rummel bei "Hau den Lukas" beweisen.

Doch auch im auf neun Tore verkürzten Sprint, bei dem die Slalomstangen mit dem Paddel weggeschlagen und die Tore weit geöffnet werden dürfen, ist Kraft nicht alles. Benzien bewies, dass er im Winter ordentlich an seiner Physis gearbeitet hatte, doch er vernachlässigte die Technik. Zu sehen war es an der nur viertbesten Zeit. Zu spüren bekam es sein Paddel, das am vorletzten Tor zerbrach. Da es aus künstlichem Karbon besteht, eignet es sich nicht einmal für den heimischen Kamin. Durch den Sieg im C2 kann sich der zweifache Vater vom Preisgeld zumindest ein neues Paddel kaufen, für die Familienkasse bleibt wohl nichts.

Helle Freude dagegen bei seinem Zweierpartner. "Ich habe wirklich eine super Linie gefunden", strahlte Franz Anton, der als letzter Starter den Olympiazweiten Sideris Tasiadis (Augsburg) noch von der Spitze verdrängte. "Er ist in diesem Jahr einfach nicht zu schlagen", lobte Sprecher Daniel Manthey den Lokalmatador Anton, der gestern beide Canadier-Wettbewerbe gewann und mit 875 Euro fast ein Fünftel des gesamten Preisgeldes kassierte. Manthey spielte zugleich auf den Doppelsieg des angehenden Polizisten Ende Februar in Sydney an.

Doch auch ein in Top-Form paddelnder Franz Anton kam wie die komplette Elite des Deutschen Kanu-Verbandes über Ostern nicht ungeschoren davon. Denn der 23-Jährige war am Sonntag im Weltranglistenrennen ebenso wie sein Kajak-Klubkollege Paul Böckelmann als Elfter hauchdünn am Finale vorbeigeschrammt. Trainer und LKC-Vereinschef Frithjof Bergner meinte: "Darüber bin ich ein wenig traurig. Aber beide waren mit ihren Zeiten absolut konkurrenzfähig. Bis zur WM-Quali müssen sie die Berührungen noch wegbekommen." Böckelmann, der sich gestern beim Wegschlagen der Slalomstange eine dicke Lippe einhandelte und als Vierter die Preisgeld-Ränge verpasste, sah es nicht anders: "Ich war bei den Frühjahrsrennen noch nie richtig gut. Insofern bleibe ich erstmal locker."

Locker versuchte auch Lena Stöcklin ihre gestrige Pleite zu sehen. Die Canadier-Spezialistin hatte am Sonntag vor Karolin Wagner für einen Leipziger Doppelsieg gesorgt. Als hätte sie es geahnt, meinte die EM-Medaillengewinnerin von 2011: "Heute gewinne ich Saft. Mal schauen, ob es morgen auch mit der Kohle klappt." Es klappte nicht. Wie 43 andere Boote wurde die Sportstudentin nach zu riskanter Linie disqualifiziert.

Gut aus den Startlöchern kam auch Cindy Pöschel. Die LKC-Kajakspezialistin belegte vier Sekunden hinter Weltmeisterin Corinna Kuhnle aus Österreich als beste Deutsche Rang drei, ließ sich aber das gestrige Preisgeld-Rennen wegen einer Familienfeier entgehen. Eine etwas getrübte Fete seines 36. Geburtstag hatte gestern Olympiateilnehmer Franz Henze, der nach seiner ausgekugelten Schulter eher Genesungswünsche erhielt. Näheres zu seiner Verletzung erfährt er heute beim Schulter-Spezialisten Dr. Lutz Strohbach. Henzes C2-Partner David Schröder versuchte sich im Einer und verpasste das Sprint-Finale nur um zwei Sekunden. Das von Organisations-Chef Christoph Kirsten entwickelte Sprint-Format kam bei Athleten und Zuschauern gut an - und soll fester Bestandteil der Frühjahrsrennen bleiben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2013

Frank Schober

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