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Spätzünder quält sich gern für WM - Hallenser Boxer Robert Woge ist ein Hoffnungsträger

Spätzünder quält sich gern für WM - Hallenser Boxer Robert Woge ist ein Hoffnungsträger

Der Hallenser Boxer Robert Woge gehört zu den hoffnungsvollsten deutschen Profis. Der Halbschwergwichtler gewann bisher alle seine elf Kämopfe, davon zehn durch K.

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Der erste Titel für den Hallenser Robert Woge: Nach spektakulärem Kampf schickt er Hakim Zoulikha auf die Bretter und wird Interconti-Meister.

Quelle: Bernd Wende

o. Nachseinem Interkontinetal-Titel hat er in diesem jahr einen EM- oder WM-Kampf im Visier.

Boxer Robert Woge hat mit seiner vor knapp drei Jahren begonnenen Profi-Karriere einen Traumstart hingelegt - und das als Spätzünder. Der Halbschwergewichtler ist schon 28 Jahre alt, hat alle elf Fights gewonnen, zehn Mal schickte er die Gegner in den Ringstaub. Großes Ziel Woges für 2013: "Ich hoffe auf meinen ersten WM-Kampf."

Seine Veranlagung hat auch Trainer-Legende Ulli Wegner erkannt, deswegen kämpft der gelernte Schreiner und frühere Berufskraftfahrer für den Sauerland-Stall. "Robert hat das Herz, ein ganz Großer zu werden. Dafür muss er aber seine Defensivarbeit verbessern. Daran trage ich auch eine Hauptschuld, ich hätte ihn eher zu uns holen müssen", erklärt der 70-Jährige.

"Wir arbeiten dran", versichert Woges Heimtrainer Eck van Linden, der in der gleichen Eigenheimsiedlung vor den Toren Halles wie sein Schützling wohnt. Beide sind stolz über den ersten Meistergürtel, erkämpft in der IBF-Interconti-Meisterschaft. Am 2. Februar besiegte er in einem spektakulären Fight in Berlin den Franzosen Hakim Zoulikha. Erst in der vorletzten Runde entschied der Hallenser diese knallharte Auseinandersetzung mit einem linken Kopfhaken, der Kontrahent war k.o. Die Werbung für Woge konnte nicht besser sein, denn der Kampf wurde um 0.30 Uhr in der ARD live übertragen. "Die Einschaltquote von 16,6 Prozent war super. Das ist eine schöne, zusätzliche Motivation", erklärt der vierfache deutsche Amateurmeister bei den Männern stolz.

Er redet Klartext, was seine Ziele betrifft: "Erstmal muss ich im Juni den Interkontinental-Titel verteidigen, dann hoffe ich auf einen EM- oder WM-Kampf." Für Heimcoach van Linden sind das keine übertriebenen Ambitionen: "Wer unter Ulli Wegners Regie boxt, muss solch einen hohen Anspruch haben." Das Duo fühlt sich geehrt, dass Woge so viel Zeit im sogenannten Kreuzvorwerk des SV Halle und zu Hause üben darf. "Das können nicht alle bei Sauerland und es spricht für das Vertrauen, was Wegner in uns setzt", meint van Linden.

Für Woge ist das wichtig: "Ich bin somit viel länger bei meiner Familie, die mir Kraft gibt. Das Haus ist mein Ort, wohin ich mich nach dem sportlichen Stress, den ich gerne auf mich nehme, zurückziehen kann." Außerdem, so Woge, sei Halle mit zehn Kilometern Entfernung auch nicht so weit weg von zu Hause. Der Profi muss so nur vor den Kämpfen für sechs Wochen ins Trainingscamp von Wegner.

Beide sehen es als Vorteil, dass van Linden von seinem Boxer nicht finanziell abhängig ist, weil er einen festen Job hat. Das Verhältnis schätzt das Duo als ordentlich ein. "Manchmal hasse ich ihn, aber im Herzen bin ich froh, dass ich jemanden habe, der mich schon früh um 7 Uhr zum Training abholt", gesteht Woge.

Er hat nie bereut, so lange Amateur gewesen zu sein. "Aber nicht deswegen, weil ich so erfolgreich kämpfte. Das war eine Zeit, in der ich viel Lebenserfahrung sammeln konnte. Ich habe als Schreiner und Berufskraftfahrer gearbeitet. Sport und Job miteinander zu verbinden, war nicht immer leicht. Aber missen möchte ich keines dieser Jahre." Und stolz erklärt der geborene Könneraner, dass die Verantwortlichen der Stadtwirtschaft Halle ihn sofort wieder einstellen würden, wenn es mit der Karriere nicht so klappt wie gewünscht.

Doch das ist derzeit kein Thema. Woge will einen WM-Gürtel erobern. Das bedeute für ihn keinen besonderen Druck. Deshalb steckt er auch manches Wehwehchen weg, mit dem er sich aufgrund seiner Sportart plagt. "Ich kenne keinen Boxer, der ohne diese Probleme lebt. In der Vorbereitung auf die Kämpfe geht es nicht ohne Schmerzen. Der Fight ist das Finish, für das ich mich quäle."

Coach van Linden hat großes Vertrauen in seinen Schützling. "Robert ist physisch stark und er kann sich quälen. Dazu kommt seine mentale Stärke. Robert ist es egal, gegen wen er boxt." Was Woge bestätigt: "Ob sie Jürgen Brehmer, Robin Krasniqi oder Eduard Gutknecht heißen. Ich traue mir zu, sie alle zu schlagen." Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Norbert Töpfer

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