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Sport-Experten diskutieren Nachwuchsförderung in Leipzig

«Die Spitze im Blick» Sport-Experten diskutieren Nachwuchsförderung in Leipzig

Wie erkennt man Sporttalente? Trainer und Funktionäre tauschen sich in Leipzig darüber aus. Klar ist: Es braucht von Sportart zu Sportart eigene Kriterien.

Ulf Tippelt (l) unterhält sich vor einem Leistungstest mit Martin Schulz im Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Soll der deutsche Spitzensport auch künftig medaillenträchtig sein, muss mehr in den Nachwuchs investiert werden. Das alle vier Jahre in Leipzig stattfindende Nachwuchsleistungssport-Symposium unter dem Motto «Die Spitze im Blick» will von Montag bis Mittwoch Trainern, Übungsleitern und Funktionären helfen, neue Wege zu beschreiten, um junge Athleten mit Potenzial zu Spitzenleistungen zu erkennen und sie noch besser auszubilden.

Am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig, gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Organisator und Veranstalter des Symposiums, arbeitet man seit langem daran, komplexe Lösungen zur Talentauswahl und –förderung zu entwickeln. Eine wichtige Erkenntnis: «Wir dürfen uns nicht nur die leistungsauffälligen Kinder anschauen und die auswählen, die sich in Wettkämpfen und motorischen Tests hervorgetan haben, sondern man muss Kriterien ansetzen, die für spätere Erfolge relevant sind», sagt Antje Hoffmann, Fachbereichsleiterin Nachwuchsleistungssport am IAT.

Von Trainingsumfeld bis Trainingshistorie

In Sportarten wie Schwimmen, Boxen, Eisschnelllauf oder dem Skisport, die das Institut mit entsprechenden Projekten begleitet, habe man schon eine breite Palette von Methoden und Instrumenten erarbeitet, mit deren Hilfe die Kinder beurteilt und ihre Perspektiven eingeschätzt werden sollten, bemerkt Hoffmann.

Damit können unter anderen psychische Merkmale wie Wille oder Ehrgeiz, die Technik, aber auch das Trainingsumfeld und die Trainingshistorie eingeschätzt werden. «So etwas müsste man meiner Meinung nach jetzt mit jedem Verband entwickeln und umsetzen», betont Hoffmann. «Denn übergreifende Methoden oder Verfahren sind nicht sinnvoll, da man die einzelnen Sportarten und Disziplinen nicht generalisieren kann».

Die rund 350 Teilnehmer am Symposium dürfen sich auf vielfältige Informationen freuen. So werden die Ergebnisse der derzeit laufenden Projekte «DELTA - Deutschland entwickelt Talente» und «Gemeinsam an die Skispitze» vorgestellt. Außerdem bekommen sie Handlungsempfehlungen zur Talentauswahl und Trainierbarkeit von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Technik und Taktik an die Hand. Dazu gebe es die häufigsten Anfragen von Trainern und Übungsleitern.

Schlüsselfigur Trainer

Viel hängt ohnehin vom Trainer und seiner Qualifikation ab. Hier hat Deutschland in vielen Fachverbänden ein großes Problem. «Es gibt im Nachwuchsleistungssport zu wenig Hauptamt. In den Spielsportarten oder auch im Skisport sieht man, dass dort, wo qualifiziertes hauptamtliches Personal bis in die Vereine hinein arbeitet, Erfolge entstehen», sagt Hofmann. In anderen Ländern habe der Trainer einen ganz anderen Stellenwert, soziale und gesellschaftliche Anerkennung.

«Dort ist die Erkenntnis, dass der Trainer an der Basis der Beste sein muss, bereits angekommen», sagt Hoffmann. Instituts-Direktor Ulf Tippelt ergänzt: «Trainer sind die Schlüsselfiguren. Wenn es uns in Deutschland nicht gelingt, das Bild des Trainers, das Berufsbild einschließlich der Bezahlung auf eine andere Ebene zu stellen, dann wird es auch für die Wissenschaft und uns als IAT mit unseren Erkenntnissen ganz schwierig, in den Verbänden Fuß zu fassen.»

Und so wird das Symposium nicht nur ein Workshop, sondern auch ein Appell an die Sportpolitik sein. Es muss sich auf allen Ebenen etwas entwickeln, um den deutschen Spitzensport zukunftssicher zu machen. Dass solche Veranstaltungen Früchte tragen, sieht man am Nachwuchsleistungssportkonzept des DOSB. Thesen des Symposiums von 2013 finden sich darin wieder. Nun gilt es, diese gemeinsam in den Verbänden umzusetzen.

LVZ

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