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Sportschau adelt Pokal-Duell - Bericht über Leipziger Derby zwischen Lok und RB im TV

Sportschau adelt Pokal-Duell - Bericht über Leipziger Derby zwischen Lok und RB im TV

Weil sich Jogis Heroen in Köln ums WM-Ticket mühen, ruht der Punktspielbetrieb in den obersten Ligen. In Ermangelung an ergreifenden Fußball-Themen fuhr die ARD-Sportschau den Hals aus und wurde im schönen Leipzig fündig.

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8. Mai 2013: Nullnummer, aber sehenswertes Spiel zwischen RB und Lok - Stefan Kutschke ärgert sich über einen vergebene Chance.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Genauer gesagt beim Pokal-Derby Lok gegen RB (Sonnabend, 15 Uhr). Vier, so Gott will, freudbetonte Minuten flimmern am Samstag ab 18 Uhr über die Mattscheibe.

Dem Vernehmen nach soll der Beitrag ohne Blick in den Rückspiegel auskommen. Also ohne Auflistung all jener derben Derbys, bei denen Hundestaffeln, Wasserwerfer und berittene Polizei im Großeinsatz waren. Als es Verletzte und Festnahmen gab, Staatsanwälte und Gerichte aktiv werden mussten.

Das Fußball-Kultur-Magazin 11 Freunde machte 2012 mit einem Ranking der weltweit härtesten 50 Derbys auf. Die hasserfüllte Nummer zwischen Lok und Chemie schaffte es spielend auf Platz 24 - auf Platz 1 rangiert übrigens das Glasgower Duell Celtic gegen die Rangers.

Leipziger Derby bedeutete nach der Wende auch: Heerscharen überregionaler Medien fielen in Leipzig ein. Wissend, dass es krachen wird, eine Story mit Einschaltquote rumkommt. Die Handlungsreisenden hatten kein Interesse an Toren. Sie gierten nach Ausschreitungen. Die kamen. Wie gerufen.

Was tun?, fragten sich Generationen von Club-Vertretern aus Probstheida und Leutzsch. Man versuchte es mit gemeinsamen Pressekonferenzen der Trainer und Kapitäne. Mit Videoclips, Plakat-Aktionen, Aufrufen. Bis zu den erlebnisorientierten Fans drang all das nicht durch. Erst rauschte es in dunklen Ecken oder im Licht der Öffentlichkeit. Danach im Blätterwald.

Die Polizei-Gewerkschaft ging irgendwann auf die Barrikaden, hatte genug von zeitintensiven, kostenintensiven und schmerzhaften Derby-Einsätzen. Es folgten hochemotionale Diskussionen. Ergebnisse kamen keine. Wer anregte, das Derby nicht mehr stattfinden zu lassen, riskierte Vierteilung. Wer anregte, aus Lok und Chemie einen Leipziger Verein zu machen, riskierte Vierteilung. "Fusion mit Lok? Eher springe ich vom Völkerschlachtdenkmal", schrie Sachsen-Boss Thomas Till einst von der präsidialen Kanzel und erntete frenetischen Applaus der grün-weißen Gemeinde.

Mit dem sportlichen Abstieg der Chemiker ist viel heiße Luft aus dem Derby-Ballon gewichen. Lok gegen Sachsen bzw. Chemie war einmal. Morgen heißt es: Lok gegen RB.

Das ist nicht mehr das von den 11 Freunden beschriebene Derby, hat es aber auch schon zur Sicherheitsstufe 1 gebracht. Fan-Trennung steht über allem. Im Stadion ist das kein großes Problem. Haarig könnte es beim An- und Abmarsch werden. Polizeisprecher Uwe Voigt: "Wir sind auf alles vorbereitet."

RB-Coach Alexander Zorniger hat sich ein geradezu lieblich-naives Menschenbild bewahrt, sagte am Donnerstag: "Fans, die auf Krawall gebürstet sind, sollen daheim bleiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Guido Schäfer

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