Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Steher kämpfen auf der Leipziger Radrennbahn um EM-Tickets

Steher kämpfen auf der Leipziger Radrennbahn um EM-Tickets

Die besten Steher Deutschlands kämpfen am Sonnabend auf der Leipziger Radrennbahn um die drei Plätze für die Europameisterschaft in Nürnberg.Vom Sterben des Steher-Sports will Wolfgang Schoppe nichts wissen.

Ein Wunschbild für Leipzigs Steher-Fans aus dem Vorjahr: Lokalmatador Ronny Freiesleben führt vor Timo Scholz und Jan-Eric Schwarzer.

Quelle: Gerd Ramme

Leipzig. n. Vor der 83. Auflage des "Preises der Stadt Leipzig" (Veranstaltungsbeginn mit Nachwuchsrennen am Sonnabend: 11 Uhr) redet der 71-jährige Förderer dieser Sportart eher von einer kleinen Gemeinschaft. "Leider ist sich diese Familie nicht immer einig, was dem traditionsreichen Sport häufig schadet. Noch vor 15 Jahren gab es in Deutschland 50 Rennen im Jahr, heute sind es ganze sieben", weiß Schoppe, der nach seiner Verabschiedung als Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) zum Ehrenmitglied des nationalen Verbandes ernannt wurde.

Das bedeutet aber für Schoppe nicht Radsport-Ruhestand. Er düst auch im "hohen Alter" 10.000 Kilometer im Jahr über die Straßen der Region und ist gemeinsam mit Manuela Götze, Geschäftsführerin der Sächsischen Radfahrer-Bundes, Veranstaltungschef des morgigen Renntages.

Das Duo ist wenig erfreut über die schlechte sonnabendliche Wetterprognose. "Es wäre schön, wenn 1500 Zuschauer kommen. Das ist seit Jahren unser Stammpublikum", meint Manuela Götze. Die Fans werden indes den langjährigen Lokalmatador und Europameister von 2008, Timo Scholz (40), vermissen. "Unser Kontakt ist abgerissen. Er ist wie verschollen", berichtet die 47-Jährige.

Der Hauptwettbewerb über die 50-km-Distanz (Start: 15 Uhr) ist Bestandteil einer Wettbewerbsserie, in der die drei deutschen Starter für die Europameisterschaft in Nürnberg (23./24. August) ermittelt werden. Klar, dass alle Spitzenfahrer den deutschen Meister Florian Fernow (Berlin) fordern wollen. Dazu zählen neben Routiniers wie Jan-Eric Schwarzer (Bielefeld) und Christoph Breuer (Köln-Hürth) auch jüngere Hoffnungsträger wie Marcel Barth (Erfurt) und Robert Retschke (Aachen).

Den Favoriten will auch Lokalmatador Ronny Freiesleben, der fürs Torgauer Team Isaac fährt, Paroli bieten. "Ich bin in den vergangenen Jahren so oft Vierter oder Fünfter in EM-Qualirennen geworden. 2013 will ich Podestplätze erreichen und in Nürnberg starten", sagt der 26-Jährige, der als Fahrradfachverkäufer im Zweirad-Center Stadler (Günthersdorf) arbeitet.

Der materielle Anreiz für die Steher ist bescheiden. 360 Euro bekommt der Sieger des Hauptrennens, der von diesem Betrag seinem Schrittmacher etwas abgibt. Das Geld ist in dieser Randsparte des Radsports besonders knapp. Leben kann keiner mehr von Steherrennen. "Ohne die Hilfe der Partner Ur-Krostitzer und Wachschutz Arlt können wir unseren Renntag nicht mehr austragen", erklärt Wolfgang Schoppe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Norbert Töpfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.