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Streit um Kunstrasen - Hockey-Standort Leipzig-Abtnaundorf wird vom Fußball bedroht

Streit um Kunstrasen - Hockey-Standort Leipzig-Abtnaundorf wird vom Fußball bedroht

Sie waren Nachbarn, friedfertig, kollegial und hilfsbereit. Doch seit Ende März ist das Verhältnis zwischen Sächsischem Fußballverband (SFV) und Sächsischem Hockeyverband (SHV) heftig gestört.

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Langer oder kurzer Rasen - über diese Frage sind Hockey und Fußball in Abtnaundorf zerstritten.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Es geht um den neuen Kunstrasen am Standort Abtnaundorf, der künftig nur noch das alleinige Spiel der Kicker erlaubt.

Gerade hatten die Hockey-Verantwortlichen den Zuschlag für die Hallenhockey-Weltmeisterschaft 2015 in der Arena erhalten. Doch die Glücksseligkeit wandelte sich postwendend in Zorn, als klar war, dass in Sachen neuer Kunstrasenplatz auf dem Gelände der Sportschule Abtnaundorf der Zuwendungsbescheid des Staatsministeriums des Inneren beim SFV eingegangen sei (die LVZ berichtete). Falk Jänicke (42), ATV-Präsidiumsmitglied und Cheforganisator hochkarätiger Hockey-Veranstaltungen, wähnte sich im falschen Film.

„Entgegen unserer umfangreichen und inhaltlich fundierten Argumentation, dass es kostengünstigere, gleich gut geeignete Belagvarianten gibt, die eine Hockeynutzung zugelassen hätten, ist der Baubeginn für den 8. Juli geplant und das Ende des sächsischen Hockeystandortes Abtnaundorf wohl besiegelt", meinte der Rechtsanwalt nach dem er die „frohe" Botschaft erhalten hatte. Erst Mitte Januar hatte in der zum Gelände gehörenden Halle ein Auswahl-Lehrgang stattgefunden. Die Leipziger Handschrift: Ausbildungs-Bundestrainer Werner Wiedersich (64) und das für den Berliner HC spielende ATV-Eigengewächs Julia Karwatzky (24). Doch die FreiluftVariante, aus und vorbei? Am 30. April wandte sich der SHV in einem offenen Brief an die obersten Sport-Stellen im Freistaat, an die Stadt, an den Olympiastützpunkt, den Deutschen Hockeybund und die Sportschulen in Leipzig.

Der Sächsische Fußballverband bestätigte durch seinen Geschäftsführer Frank Pohl die gute Zusammenarbeit mit den Hockey-Leuten. Zur aktuellen Situation wollte er keinen Kommentar abgeben. Ulf Tippelt, Geschäftsführer des Landessportbundes, sprach von „einer unglücklichen und bedauerlichen Situation". Bevor ihn der offene Brief erreichte, habe es keine offizielle Anfrage an ihn zu dieser Problematik durch den Hockeyverband gegeben. „Das ist kein Vorwurf. Ich kann mir vorstellen, dass der Hockeyverband nach dem Tod von Gerd Langner auch eine schwierige Zeit erlebte." Langner, viele Jahre Präsident des sächsischen Hockeyverbandes, war im vorigen Jahr im Alter von 58 Jahren gestorben. Zum Gedenken an den ATV-Chef wurde die kleine Straße zum Vereins-Gelände in Gerhard-Langner-Weg umbenannt.

„Das Nutzungsverhältnis des Platzes in Abtnaundorf für den Hockeyverband war nicht geregelt", sagt Tippelt. Durch den Bau der Arena und den Umbau des Zentralstadions habe der Hockeyverband auf dem Sportforum seinen Platz verloren. Vor dieser Situation stehen Jänicke und seine Mitstreiter fast 15 Jahre später erneut. Nun geht es darum, ein neues Objekt zufinden. „Es sollte eines sein, das bereits von einem Hockey-Verein genutzt wird", empfiehlt der LSB-Geschäftsführer und sieht die Suche danach als Aufgabe des Fachverbandes und der Stadt. Der LSB und das Innenministerium würden laut Tippelt ihre Unterstützung zusagen. Welche Lösung auch immer gefunden wird, Tippelt hat dafür vor allem einen Wunsch: „Sie sollte nachhaltig sein."

Falk Jänicke bestätigt, „dass sich alle Beteiligten um eine Lösung bemühen". Eine Idee für Neues sei der in Nachbarschaft zu Abtnaundorf gelegene Gontardweg. „Konkret zeichnet sich noch nicht ab, wo der Platz hinkommt und wer ihn bezahlt." Jänicke weiß allerdings sicher, dass das traditionelle Messepokalturnier am ersten Januar-Wochenende 2014 über die Bühne geht, ehe die Sporthalle Brüderstraße wegen Sanierung geschlossen wird. Leipzig international: Die Amerikaner, Männlein und Weiblein, haben ihr Kommen bereits zugesagt.

Kerstin Förster, Winfried Wächter

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