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Streit um Radrennbahn Leipzig: Räumungsklage droht – Zwangspause für Vereine

Streit um Radrennbahn Leipzig: Räumungsklage droht – Zwangspause für Vereine

Um Leipzigs Radrennbahn gibt es erneut Streit. Der Betreiber, die Stadt Leipzig, hat dem Sächsischen Radfahrer-Bund zum ersten Juli den Mietvertrag gekündigt. Dieser sah sich nicht im Stande, die Räumlichkeiten fristgerecht zu übergeben.

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Das Rund der Leipziger Radrennbahn.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das Sportdezernat zieht nun die Notbremse: Seit Mittwoch herrscht Leere auf der Bahn, den Vereinen ist das Training untersagt, solange die Schlüssel nicht übergeben sind.

Mittwochnachmittag in Kleinzschocher. Normalerweise wird dort auf der Alfred-Rosch-Rennbahn trainiert. Heute allerdings fahren die Sportler in voller Radmontur die Straße hinauf, weg vom Gelände. Innen auf der Bahn herrscht Leere. Am Eingang stehen ein Dutzend Menschen und diskutiert lautstark. Einziges Thema: Die Kündigung und ihre Folgen.

„In den Räumlichkeiten hier liegen zahlreiche Gegenstände von uns für den Radbetrieb. Wir haben dafür sonst keine Lagermöglichkeiten“, sagt Manuela Götze, Geschäftsführerin vom Sächsischen Radfahrer-Bund. Das trifft auf Unverständnis im Amt für Sport der Stadt Leipzig: „Der Kündigungstermin war seit einem Jahr bekannt“, sagt Frank Dannhauer am Donnerstag auf Anfrage von LVZ-Online. „Wir haben auch alternative Lagermöglichkeiten angeboten. Trotzdem hat sich der Radfahrer-Bund einer Übergabe verweigert.“

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Manuela Götze vom Radfahrer-Bund

Quelle: Dirk Knofe

Die Leidtragenden sind nun die Sportler der einzelnen Vereine. Denn sie dürfen momentan nicht auf der Bahn trainieren: „Was es hier braucht, ist Kommunikation. Aber die Fronten sind verhärtet. Ein Mediator könnte helfen, vielleicht von der Uni jemand“, sagt Maria Weise. Ihr Verein, der RFC Markkleeberg, war am Mittwoch damit beauftragt, das wöchentliche Rennen durchzuführen. Das fiel natürlich aus. Mit einer E-Mail informierte die Stadt die Vereine, dass das Training auf der Alfred-Rosch-Kampfbahn untersagt ist: „Ich kann schlicht und einfach keine Nutzungsrechte für eine Bahn vergeben, die ich gar nicht in der Hand habe“, so Dannhauer.

Vereine sorgen sich um Training

Seit dem Jahr 1992 kümmert sich der Sächsische Radfahrer-Bund um die Rennbahn, vergibt auch die Trainingszeiten, erhält durch den Vertrag mit der Stadt Nutzungsrechte, im Grunde mietfrei. Betreiber ist das Sportamt der Stadt Leipzig. Seit geraumer Zeit schon schwelt der Streit. „Wir haben das Gefühl, die Stadt will den Radsport wegdrängen“, sorgt sich Manuela Götze vom Radfahrer-Bund. „Nicht nachvollziehbar“, reagiert die Stadt auf diese Vorwürfe.

Es gäbe Ziele und Pläne zur künftigen Nutzung, etwa das Sportprogramm 2015, welches auch vom Stadtrat beschlossen ist. Die Radrennbahn soll in Zukunft auch für andere Sportarten nutzbar gemacht werden. Dennoch: „Der Radsport gehört in Leipzig zu einer Schwerpunktsportart, das soll auch so bleiben“, bekräftigt Dannhauer. Um die Bahn wirtschaftlicher nutzen zu können, will die Stadt aber Fördermittel für die Sanierungsarbeiten beantragen. „Dafür braucht man ein umfassendes Konzept. Das, was der Radfahrer-Bund uns dafür geliefert hat, war einfach zu dünn“.

Am Mittwoch hat der Sächsische Radfahrer-Bund Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt, erklärt Geschäftsführerin Manuela Götze. Bei den Vereinen führt der Rechtsstreit zu großer Sorge, erzählt Erik Schluckner, SC DHfK-Mitglied:

„Wir werden die Stadt um Aufschub bitten. Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, dann bitte erst ab Oktober. Aber nicht in der Saison. Da muss hier trainiert werden können.“ Einen Aufschub jedoch hält das Sportamt für unwahrscheinlich und will die Angelegenheit so schnell wie möglich klären: „Der Sächsische Radfahrer-Bund hat nun eine Nachfrist von 14 Tagen. Wenn bis dahin nichts passiert, gibt es eine Räumungsklage.“ Solange könne keine Nutzung der Bahn stattfinden.

6-Tage-Rennen in Gefahr

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Erik Schluckner: Veranstalter des Leipziger Sechstagerennens.

Quelle: Dirk Knofe

Zusätzlicher Druck entsteht auch durch das geplante 6-Tage-Rennen. Eigentlich sollte es bereits im Mai stattfinden. Weil aber Sponsoren fehlten, fiel es zunächst aus. Einzelne übernahmen die Initiative und versuchten es doch zu stemmen. Wie es aussieht mit Erfolg. Einer der Organisatoren ist der 31-jährige Erik Schluckner, selbst Mitglied im SC DHfK. Weil die Nutzungsrechte für die Radrennbahn ab Juli durch die Stadt vergeben werden sollen, stellte er einen Antrag im Sportamt, traf auf Zustimmung, aber mit einer klaren Ansage: Der Antrag könne nicht bewilligt werden, solange der Radfahrer-Bund die Schlüssel nicht übergibt. Geht es nach Organisator Schluckner, soll das Rennen noch im Juli stattfinden, Planung, Sponsoren und eine Band stehen. „Ich sehe das Problem nicht, wenn die Stadt in Zukunft selbst die Nutzungsrechte vergibt“, sagt Schluckner.

Marie-Sophie Rudolph

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