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Streit um Sporthalle in Leipzig-Südwest: Leutzscher Füchse planen Tischtennis-Arena

Streit um Sporthalle in Leipzig-Südwest: Leutzscher Füchse planen Tischtennis-Arena

Im Streit um die Sporthalle Südwest in der Dieskaustraße bahnt sich eine entscheidende Wende an. Die marode Wettkampf- und Trainingstätte im Stadtteil Kleinzschocher, um die Stadtverwaltung und ehemaliger Mieter LSV Südwest monatelang gerungen haben, soll nun zur Tischtennis-Halle umgestaltet werden.

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Wird die Sporthalle Südwest bald zum Leipziger Tischtennis-Mekka? (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Die Leutzscher Füchse wollen das ehemalige Kino in Erbbaupacht übernehmen und nach ihren Vorstellungen gestalten. Sportamt und Verein haben entsprechende Vertragsverhandlungen aufgenommen. Damit wäre eine Rückkehr der Ballsportler vom LSV Südwest endgültig vom Tisch.

Bisher trainieren die ambitionierten Füchse verteilt über die Messestadt in der Wieland- und in der Leplaystraße. Schon seit längerem wird aber nach einer Alternative gesucht – bestenfalls für den Betrieb in Eigenregie. „Unser Verein spielt inzwischen erste Bundesliga und erwirbt überregionales Ansehen mit internationaler Ausstrahlung. Abhängigkeiten von Schulverwaltungsämtern und Sportstättenvergaben sind eine Last, die wir schon seit Jahren ablegen möchten“, erklärte Vereinsvorstand Christian Klas gegenüber LVZ-Online.

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Die Leutzscher Füchse Huong Do Thi (rechts) und Linda Renner im Doppel. (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Die marode Halle in der Dieskaustraße ist nun offenbar genau das, was die Füchse gesucht haben: „Da es sich um ein altes Kino handelt, nahezu ohne natürliches Licht, ist sie ziemlich geeignet“, sagte Klas. Aufgrund geringerer Beanspruchung müssten die Tischtennis-Enthusiasten beim Ausbau auch weniger Auflagen erfüllen, als andere Ballsportlern. Ohne genaue Zahlen nennen zu wollen, betonen die Füchse ihren Glauben an die Machbarkeit der Idee: „Wir haben Sponsoringmittel in Sach- und Arbeitsleistung in Aussicht gestellt bekommen. Dazu kommt die Bereitschaft unserer Mitglieder Eigenleistung zu übernehmen“, sagte Oberfuchs Klas, der bis zum Saisonbeginn 2013/2014 mit Sanierung und Umbau fertig sein möchte.

Für Kerstin Kirmes, Leiterin des Sportamtes ist klar: „Wenn man sich keine Ziele steckt, kann man auch nichts erreichen.“ Den Schätzungen des Amtes zufolge sind etwa 800.000 Euro nötig, um die Halle hinsichtlich Brandschutz, Dachdämmung, Parkett und Fassade wieder auf Vordermann zu bringen. Im Budget des Amtes ist für diese Summe kein Platz, deshalb wurde die Halle im vergangenen Jahr geschlossen. Mit den Leutzscher Füchsen als potentem Partner „ergibt sich hier nun die Möglichkeit, den Sportstandort weiter zu sichern“, sagte Kirmes. Weil nach dem Umzug in den bisherigen Hallen der Füchse wieder Trainingszeiten frei werden, glaubt sie zudem: „Es ist ein Paket, dass dem Sport in Leipzig insgesamt nutzt.“

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Jungsportler, Trainer und Betreuer des LSV Südwest protestieren gegen die Schließung der alten Sporthalle in der Dieskaustraße.

Quelle: Christian Nitsche

Beim bisherigen Mieter in der Dieskaustraße, dem LSV Südwest, sind die Ambitionen der Leutzscher Füchse inzwischen auch bekannt: „Ich gönne ihnen die Halle, bin aber auch gespannt, wie sie die Sanierung schaffen können“, sagte LSV-Chef Uwe Großmann, der mit der Stadt lange um eine weitere Nutzung gerungen hat. „Eigentlich sollte die Halle ja zugemacht werden, dass sie nun den Füchsen angeboten wurde, liegt nur am Druck, den wir mit unseren Protest erzeugt haben“, schob er hinterher. Wie Sportamtsleiterin Kirmes sagte, hätte zuvor auch der LSV ins Erbbaupachtmodell für die Halle einsteigen können. „Das Angebot reichte aber einfach nicht aus, um die finanzielle Schere zwischen Verein und Amt zu schließen“, berichtete die Sportamtsleiterin.

LSV-Chef Großmann entgegnete darauf leicht verbittert: „Ich finde es immer noch seltsam, wie der Sport hier in Leipzig gefördert werden soll – mit Vereinen, die selbst ihre Hallen in Erbbaupacht betreiben sollen.“ Seit dem erzwungenen Auszug aus der Halle in der Dieskaustraße trainieren die Südwestler in der neuen Dreifelderhalle an der nahen Radrennbahn. Weil hier aber, außer in den Sommermonaten, nicht genug Trainingszeiten für alle Vereinsmannschaften möglich sind, will die Stadt in der Grünauer Ringelnatz-Schule noch weiter Termine zur Verfügung stellen. „Das ist zwar schön, aber für die Kinder und Jugendliche auch nicht ganz einfach, immer in einen anderen Stadtteil zu fahren“, monierte Großmann. Zumindest in diesem Punkt ergeben sich nun auch Parallelen zu den Leutzscher Füchsen, deren Mitglieder demnächst in Kleinzschocher um Punkte kämpfen.

Matthias Puppe

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