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Thüringer HC holt sich denkbar knapp den Meistertitel - Buxtehude weint

Thüringer HC holt sich denkbar knapp den Meistertitel - Buxtehude weint

Über weite Strecken des Finals hatte der Buxtehuder SV schon die Hände am Meisterpokal, doch Torhüterin Maike März hatte ihre Finger am letzten Ball des Gegners und rettete dem Thüringer HC die erste Handball-Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Bad Langensalza. Danach wurde sie von Trainer Herbert Müller umgerissen und auf dem Parkett von ihren herumtollenden Teamkolleginnen fast erdrückt. Sichtlich benommen rang sie nach dem „Handball-Krimi“ nach Luft und konnte ihr Glück kaum fassen.

„Wahnsinn“, schrie sie nach dem 23:28 (10:14) vor 1100 Zuschauern in der ausverkauften Salza-Halle. Dank der Auswärtstorregel gewannen die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC nach dem 34:29 im Hinspiel ihre erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. Zugleich war es der erste Meistertitel in einer olympischen Ballsportart für den Freistaat nach der Wiedervereinigung.

„Unglaublich, die Mannschaft hat sich einfach nicht aufgegeben. Jetzt haben wir den Lohn für ein ganzes Jahr harte Arbeit“, sagte Müller, der mit Nadja Nadgornaja (7/2) und Katrin Engel (5/3) die besten Werferinnen verbuchte. Bei Buxtehude gefielen neben der starken Jana Krause im Tor vor allem Isabell Klein (8) und Lone Fischer (7/4).   

Trotz des Fünf-Tore-Polsters aus dem Hinspiel starteten die Thüringerinnen nervös. Schon nach 25 Minuten hatte der BSV den Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt und das Spiel mit Tempohandball und starker Defensivarbeit bestimmt. Eine Vorentscheidung schien dann in der 50. Minute gefallen zu sein, als Fischer per Strafwurf die erste Sieben-Tore-Führung für den BSV erzielte. Dann leistete sich der THC erneut einige Fehlabspiele und die Gäste zogen sogar auf 27:18 (53.) davon. Diesen Vorsprung konnte Buxtehude aber nicht verwalten. Der THC kämpfte sich Tor um Tor wieder heran und erzielte in der Schlussminute dank Engel das 23:28. Bei Ballbesitz Buxtehude parierte THC-Torfrau März den letzten Wurf und löste somit die Feierlichkeiten aus.

Vor allem Kapitänin Kerstin Wohlbold entpuppte sich zusammen mit der Brasilianerin Idalina Borges-Mesquita als Feierbiest. Kein Wunder, immerhin wurden in der mit 1100 Zuschauern ausverkauften Salza-Halle heiße brasilianische Samba-Rhythmen gespielt. Danach tanzte das Team in der Langensalzer Szenekneipe „Manolo“ bis 3.00 Uhr ausgelassen, ehe es fast geschlossen per Bus noch nach Erfurt fuhr und in den Presseclub einrückte. Die nächste Trainingseinheit steht erst am Dienstag auf dem Programm, immerhin peilt der THC jetzt auch das Double an. Am kommenden Wochenende beim Final Four um den DHB- Pokal in Göppingen könnte dann erneut Buxtehude der Finalgegner werden. Vorausgesetzt der THC gewinnt das Halbfinale gegen den entthronten Meister HC Leipzig und Buxtehude setzt sich gegen Zweitligist Bensheim-Auerbach durch.

„Wir sind sehr, sehr traurig, denn meine Mannschaft hätte es heute verdient gehabt, deutscher Meister zur werden. Nun müssen wir das alles verarbeiten und dann zum Final Four wieder aufstehen, das hat meine Mannschaft in dieser Saison schon mehrfach bewiesen“, sagte Buxtehudes Coach Dirk Leun. Sein Team konnte er nach der couragierten Leistung beim neuen Meister kaum trösten. Die Spielerinnen weinten bitterlich und mussten dann eine traurige 530 Kilometer lange Heimreise antreten.

Müller zeigte da sogar etwas Mitgefühl. „So ist der Sport, manche Dinge kann man nicht erklären“, sagte er und betonte: „Unglaublich wie sich meine Mannschaft nach neun Tore minus zurückgekämpft hat. Unterm Strich ist die Meisterschaft verdient, es ist der Lohn für ein ganzes Jahr harte Arbeit.“ Für Müller, der aufgrund seiner Transfer- und Finanzpolitik reichlich Kritik von einigen Bundesliga-Kollegen einstecken musste, war es gleich in seiner ersten THC-Saison bereits der „vierte Streich“. Mit dem 1. FC Nürnberg holte er zuvor drei Meistertitel.

Frank Kastner, dpa

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