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Toni Finsterbusch vor ungewisser Zukunft

Toni Finsterbusch vor ungewisser Zukunft

Motorrad-Rennfahrer Toni Finsterbusch durchlebt harte Zeiten. Vorigen Sonntag stürzte er im 14. WM-Lauf der Saison in Sepang (Malaysia) mit seiner Kalex KTM, was noch das kleinere Übel ist, denn der 20-Jährige aus Hohenossig bei Krostitz kam ohne Verletzungen davon.

"Mir geht es ganz gut, bin unverletzt geblieben. Das ist wichtig. Mal sehen, was nächstes Jahr wird", meint der Sachse, der vor einer ungewissen sportlichen Zukunft steht.

Zum Glück muss der junge Mann nicht um seine Existenz bangen. Er ist beruflich abgesichert, hat seine Lehre zum Bürokaufmann abgeschlossen und ist bei seinen Eltern in einem Betrieb für Pumpentechnik angestellt.

Bereits vor den drei letzten WM-Rennen der Kategorie Moto3 (250 ccm) wackelt seine Karriere, die eigentlich noch gar nicht richtig begonnen hat. Zwei Jahre ist er die WM-Serie komplett gefahren. "Nun wird wohl Schluss sein", prophezeit Mutter Sabine Finsterbusch, die ihn managt. "In den nächsten 14 Tagen wird sich alles entscheiden. Es sieht aber schlecht aus. Das Geld fehlt", redet Vater Peter Finsterbusch (65) Klartext. Die Eltern haben ihren Filius über Jahre mit großer Hilfe von Sponsoren gefördert.

Finsterbusch junior könnte seine Laufbahn im Team Kiefer-Racing fortsetzen. Doch dafür müsste er eine hohe Summe beisteuern, was bei MZ kein Thema war. "Das sind in der laufenden Saison immerhin 250 000 Euro. Das haben wir mit Hilfe unserer Sponsoren in einem Kraftakt stemmen können. Aber nun soll es noch teurer werden. Das werden wir wohl nicht mehr schaffen", erklärt Finsterbusch senior.

Sabine Finsterbusch berichtet von Angeboten anderer Rennställe für ihren Sohn. "Aber sie enthalten keine WM-Rennen", sagt die 55-Jährige und ergänzt: "Ich verstehe das nicht. In Spanien ist die Wirtschaft am Ende und das Land bringt so viele Moto3-Fahrer zur WM. Und bei uns in Deutschland, wo es boomt, scheitert das. Schade."

Sie ärgert sich zudem wegen der überregionalen Berichterstattung über ihren Jungen. "Da wird er wegen seiner vielen Stürze kritisiert. Andere sagen, er sei einfach zu groß. Das ist alles nicht fair. Es hat ihn ja öfter im Training erwischt, während der 18 Rennen passierte es nur viermal, dass Toni im Kiesbett landete. Und meist war er nicht mal schuld." Auch die Größendiskussion nervt sie, denn Toni misst 1,79 Meter. "Es gibt inzwischen in Europa so viele Rennfahrer, die größer als 1,80 Meter sind." Der Junior ergänzt: "Es geht gerade so mit der Größe."

Auch Vater Peter Finsterbusch ist unzufrieden. "Toni wird kritisiert, weil er nicht in die Punkte fährt. Fakt ist aber auch, dass er nicht mit der schnellsten Maschine bei Kiefer-Racing unterwegs ist. Wie soll er dann gegen die starken Konkurrenz bestehen? Die Dichte im Fahrerfeld wird doch immer größer."

Finsterbusch junior ist bereits unterwegs zum WM-Rennen nach Australien, das am Wochenende steigt. Auch in Japan (27. Oktober) und in Valencia (10. November) will der Rennpilot versuchen, wenigstens einen WM-Punkt in dieser verkorksten Saison zu ergattern. Was ihm im vorigen Jahr als Fahrer des MZ-Teams, das sich inzwischen aufgelöst hat, noch mehrfach gelang. Seine beste WM-Platzierung war Rang elf 2012 im Heimrennen auf dem Sachsenring. Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2013
Norbert Töpfer

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