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Turnerinnen-Treff: Spagat zwischen Geschichte und Alltag

Turnerinnen-Treff: Spagat zwischen Geschichte und Alltag

Der Garten wird flugs zur Turn-Bühne. Hauschefin Erika Zuchold, mit 66 Jahren noch immer bewundernd gelenkig, rutscht ins Spagat. Maritta Grießig (63/Mädchenname Bauerschmidt) hat das Standard-Element auch noch perfekt drauf, geht fürs Foto aber in eine elegante Kniestand-Position.

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Mit Turnen jung geblieben: Die Leipziger Meisterinnen-Garde um Gastgeberin Erika Zuchold (66), die noch immer perfekt das Spagat beherrscht.

Quelle: Christian Nitsche

Die anderen jung gebliebenen Gerätekünstlerinnen kommentieren bei gefühlten Sahara-Temperaturen lachend das Geschehen. Es ist wie immer, wenn sich die Leipziger Meisterinnen-Truppe trifft: Bewegung in jederlei Hinsicht ist Trumpf.

20 Teilnehmerinnen zählt die aktuelle Wiedersehens-Runde. "Jedes Jahr sind wir in einer anderen Stadt, zum Schnattern, um Erinnerungen zu behalten und Neues auszutauschen. Natürlich ist auch Kultur dabei", erzählt Ute Kahlenberg-Starke (74), Pferdsprung-Europameisterin von 1961 - den Titel in Leipzig erkämpft. Zuvor und auch danach standen hiesige Turnerinnen und Turner international im Rampenlicht. Erfindergeist zog durch die Hallen. Doch die Glanzzeiten sind längst vorbei, womit auch die finanzielle Förderung auf Sparflamme gedreht wurde.

Die Hoffnung ruht auf den Talenten der Turnschule "Erika Zuchold" beziehungsweise dem TuG-Bundesligateam in Kooperation mit Halle. Lichtblick: Nadja Schulze wurde aufgrund ihrer starken Leistungen bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften sowie beim Deutschlandpokal für die Europäischen Olympischen Spiele (EYOF) nominiert, die Mitte Juli in Utrecht stattfinden.

Die Kleinen groß zu kriegen ist das Kunststück. "Im Kinderbereich haben wir guten Zulauf. Doch um eine Spitzenturnerin zu entwickeln geht nicht von heute auf morgen. Es muss gefordert und gefördert werden", betont Maritta Grießig, die mit Erika Zuchold, Ute Kahlenberg-Starke, Karin Janz, Marianne Noack und Magdalena Schmidt 1968 in Mexiko die olympische Team-Bronzemedaille erkämpfte. Es sei traurig, darin sind sich die Meister-Frauen einig, dass Jahns Jüngern die Lobby fehlt. Im Schulsport ist das Turnen zur Sonder-Übung geworden. Im Leistungsbereich fehlt es an Geld und Fachkräften.

Redebedarf ist genug da, wie ein trauriger Anlass im Januar zeigte. Die Turnfamilie, 600 Wegbegleiter, war im großen Hörsaal der Sportfakultät zusammen­gekommen, um von Olympiasieger Klaus Köste (69) Abschied zu nehmen. Leider war an diesem Tag die Zeit für aus­führliche Gespräche knapp. "Manche hatten sich ewig nicht gesehen und der Wunsch nach einem neuerlichen Treffen wurde laut", so Ulrich Neubauer, ehemaliger Geschäftsführer des Sächsischen Turn-Verbandes. Gesagt, organisiert. Für alle, die das Turnen mögen, öffnen sich die Türen am 14. September im Rahmen des 1. Sächsischen Turn-, Gesundheits- und Sportkongresses (13.-15.9.) und 150 Jahre Turnfeste in Leipzig. "Das ist ein Termin für jene, die die Geschichte des Kunstturnens in Ost und West aktiv mitgeschrieben und emotional erlebt haben, die ihre Erinnerungen pflegen und das Turnen weiterbeleben möchten", sagt Gymmedia-Chef Eckhard Herholz. Dessen Agentur betreut auch Johanna Quaas vom SV Halle, mit 87 Jahren älteste Wettkampfturnerin der Welt.

iMeldefrist bis zum 3. August; Tel. 0341 14938666; Fax: 0341 14938689;

www.stv-sport-service@stv-turnen.de; www.gymmedia.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2013

Kerstin Förster

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