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Vierter Anlauf für das Leipziger Eishockey mit neuem Namen und neuen Machern

Vierter Anlauf für das Leipziger Eishockey mit neuem Namen und neuen Machern

Drei Insolvenzen, Abriss der bisherigen Spielstätte im kommenden Jahr, viel verloren gegangenes Vertrauen und Skepsis an allen Fronten - das ist die Ausgangslage für den vierten Anlauf im Leipziger Eishockey.

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Die Geschäftsführer der Icefighter Leipzig: André Krüll (l.) und Falk Hanewald.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Malermeister André Krüll, Malermeister Falk Hanewald und Raumaustatter Lukas Gemeinhardt wollen ihn dennoch wagen. Gemeinsam haben sie die icefighter Leipzig Projekt UG (haftungsbeschränkt) gegründet. Die Gesellschaft soll künftig die Geschicke der ersten Männermannschaft in der Oberliga - die Icefighter - lenken und den Betrieb der Eisarena übernehmen. Kooperationspartner und Träger der Spiellizenz bleibt wie bisher die Sektion Eishockey des SV Fortuna 1902. Das bestätigte André Krüll am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online.

„Wir wissen, dass die Voraussetzungen alles andere als günstig sind. Das haben wir in den vergangenen Monaten eigentlich täglich zu spüren bekommen", so Krüll, der gemeinsam mit Hanewald als Geschäftsführer fungiert. Daher habe man auch bis zum Schluss mit einer Meldung für die Oberliga gewartet. „Vieles war lange Zeit unklar und ließ sich nicht auf die Schnelle lösen. Wir wollten es nur machen, wenn wir es auch wirklich stemmen können."

Die Sponsorensuche sei langwierig und schwierig gewesen. „Wir haben uns viel anhören müssen", erzählte Krüll. „Aber wir haben uns nicht entmutigen lassen. Denn es gab keinen Mitbewerber. Hätten wir es nicht gemacht, wäre Schluss gewesen mit Eishockey in Leipzig." Positiv aufgenommen worden sei vor allem die Tatsache, dass die Neuen einen radikalen Schnitt versuchen. „Es wird kein Wiedersehen mit alten Bekannten geben. Vielleicht war das ja auch das Problem der Vorjahre. Immer wurde schnell eine neue Betreibergesellschaft gegründet, der geschäftliche Bereich aber weitgehend übernommen." Damit sei nun Schluss.

Mit Zahlen wolle man nicht um sich werfen, erklärte André Krüll bei der Frage nach dem Etat für die kommende Saison. „Das würde doch nur wieder Anlass zu Spekulationen geben. Sie können sich aber sicher sein, dass er deutlich niedriger sein wird, als in den Vorjahren." Auch aus diesem Grund sei man auf das Entgegenkommen der Stadt angewiesen. Und die Kommune kam den Neuen, die als Handwerker ihr Geld verdienen, entgegen. „Wir müssen für die Halle nach wie vor keine Miete zahlen. Zudem bot uns die Stadt eine Reduzierung der Betriebskostenzahlung um mehr als die Hälfte an", so Krüll. In der vergangenen Saison beliefen die sich noch auf rund 7000 Euro pro Monat.

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Mit diesem Logo auf der Brust werden die Leipziger Eishockeycracks künftig auf Torejagd gehen.

Quelle:

Weniger erfolgreich seien dagegen die Verhandlungen mit den Stadtwerken verlaufen. Das Unternehmen war bei jeder der drei Eishockey-Insolvenzen auf sechsstelligen Beträgen sitzengeblieben. Die durchschnittlichen Stromkosten beliefen sich auf 12.000 Euro monatlich. „Diesen Betrag können wir nicht mehr zahlen. Es ist aber auch verständlich, dass die Stadtwerke sich in dieser Frage sehr zurückhalten", sagte der neue Geschäftsführer. Man werde daher einen Vertrag mit einem alternativen Energieanbieter abschließen."Welcher, entscheidet sich noch in dieser Woche."

Zur Verbesserung der Einnahmenseite, haben sich die neuen Macher in erster Linie eine bessere Auslastung der Eisfläche auf die Fahnen geschrieben. „Wir werden öffentliches Eislaufen anbieten und mit dem Aufbau einer Abteilung Eiskunstlauf beginnen", so André Krüll. „Nur auf diesem Weg wird zusätzlich Geld in die Kasse kommen." Zudem plane man in Abstimmung mit den Verantwortlichen des SV Fortuna die Gründung eines eigenständigen Eissportvereins noch in diesem Jahr. Über den solle dann auch von der Saison 2011/12 an der Spielbetrieb abgewickelt werden.

Bleibt das Problem der Halle. Das Grundstück, auf dem die Eisarena steht, hat das in Porta Westfalica ansässige Möbelunternehmen Porta gekauft. Die darauf befindlichen alten Messehallen sollen im dritten Quartal 2011 abgerissen werden. „Dieser Termin steht. An dem kommen wir nicht vorbei", weiß auch André Krüll. Dennoch sei das Konzept der neuen Betreiber nicht auf ein Jahr angelegt. „Wir sind auf der Suche nach einer alternativen Spielstätte. Diese Suche befindet sich aber in Anfangsstadium. Es wäre zu früh, etwas dazu zu sagen." Die Zukunft bleibt damit in gewisser Weise unklar.

Antje Henselin-Rudolph

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