Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Vor DHB-Länderspiel in Leipzig: Handball-Europameister Wolff im Interview

"Wollte so werden wie Lichtlein" Vor DHB-Länderspiel in Leipzig: Handball-Europameister Wolff im Interview

Torhüter Andreas Wolff (1,98 m groß und seit dem 3. März 25 Jahre alt) wurde während der Handball-Europameisterschaft in Polen einer der populärsten deutschen Spieler. Im Interview spricht er über die Zeit nach der EM, seine Beziehung zum Fußball und sein bisher letztes Spiel in Leipzig.

Der jubelnde Torhüter Andreas Wolff während der Handball-Europameisterschaft in Polen. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Torhüter Andreas Wolff (1,98 m groß und seit dem 3. März 25 Jahre alt) wurde während der Handball-Europameisterschaft in Polen einer der populärsten deutschen Spieler. Der Wetzlarer, der in der kommenden Saison zum THW Kiel wechselt, hatte entscheidenden Anteil am Titelgewinn. Am Freitag bestreitet er in Leipzig gegen Katar sein 26. Länderspiel. Die Partie war innerhalb eines Tages ausverkauft. Im Interview spricht er über die Zeit nach der EM, seine Beziehung zum Fußball und sein bisher letztes Spiel in Leipzig.

Frage: Wie schwer ist es Ihnen gefallen, sich nach der EM auf den Bundesliga-Alltag zu konzentrieren?

Andreas Wolff: In der ersten Woche nach unserer Rückkehr bin ich ja fast nur rumgefahren. Danach war es zwar ein bisschen schwierig, aber kein grundsätzliches Problem. Es blieb ja nichts anders übrig.

Rumgefahren sind Sie unter anderem, um beim FC Bayern mit Manuel Neuer zu fachsimpeln und danach das Halbfinale im DFB-Pokal auszulosen.

Richtig, und dabei hatte ich als Bayern-Fan eine gute Hand und den Münchnern ein Heimspiel beschert. Ich glaube, die Bayern sind damit zufrieden, und ich bin es auch.

Werder Bremen ist der Gegner. Und während der Auslosung haben Sie auch berichtet, dass Sie einst ebenfalls im Fußball-Tor standen.

Na ja, eigentlich bin ich schon immer Handball-Torhüter. Und zwar seit meinem fünften Lebensjahr. Hin und wieder stand ich aber auch im Fußball-Tor, doch die Strafraum-Beherrschung wäre wohl nicht meine große Stärke geworden.

Wobei heute die ganz weiten Ausflüge der Fußball-Torhüter nicht mehr zu sehen sind.

Das mag sein. Aber es ist schon ein Unterschied, ob dein Kasten drei Meter breit und zwei Meter hoch ist oder ...

 ... 7,32 Meter mal 2,44 Meter ...

... eben wesentlich größer ist. Das sind dann ganz andere räumliche Verhältnisse, die man beherrschen muss. Ich bin mit unserem Sechs-Meter-Kreis ganz gut ausgelastet.

Andreas Wolff im Tor der HSG Wetzlar bei seinem bislang letzten Besuch in Leipzig - im Spiel gegen den SC DHfK.

Andreas Wolff im Tor der HSG Wetzlar bei seinem bislang letzten Besuch in Leipzig - im Spiel gegen den SC DHfK.

Quelle: Christian Modla

Wollten Sie nie selbst Tore werfen?

Das habe ich in der Jugend auch manchmal gemacht. Ich glaube, das war in der C- oder D-Jugend, als mich der Trainer noch manchmal ins Feld beordert hat. Das lag ja auch nahe, ich war schließlich groß und kräftig. Aber ich wollte immer zurück ins Tor.

Hatten Sie ein Vorbild?

Ich habe als Jugendlicher mal Carsten Lichtlein bei einem Spiel im Fernsehen gesehen und mir dann gesagt: So will ich auch werden.

Bei der EM waren Sie beide das deutsche Torhüter-Gespann. Sonderlich ähnlich sind Sie sich aber nicht gerade. Carsten Lichtlein scheint nie stillzustehen, während Sie eher stoisch wie der Fels in der Brandung wirken.

Ich habe damals schon versucht, es so wie Carsten zu machen. Aber die Trainer haben mir dann gesagt, dass ich das lieber sein lassen soll. Ich soll nicht meine Energie verschwenden, hieß es. Ich bin eben ein anderer Typ, und den muss jeder für sich auch finden. Carsten ist so, ich bin so, eine ideale Ergänzung.

Warum hat Deutschland so viele gute Torhüter?

Ich glaube, das hat damit zu tun, wie mit der Tradition umgegangen wird. Wie also die guten Torhüter nach ihrer aktiven Zeit weiter eingebunden werden und ihr Wissen weitergeben. Das gelingt im Handball gut. Zum Beispiel habe ich auch viel von Henning Fritz gelernt, wenn er uns Torhüter bei der Nationalmannschaft hin und wieder betreut hat. Im Fußball funktioniert es doch auch so.

Kann der Handball durch den EM-Titel den Abstand zum Fußball in der öffentlichen Wahrnehmung verkürzen?

Wir müssen weiter gute Leitungen zeigen, und sie sollten auch im Fernsehen zu sehen sein. Mit einer guten Leistung können wir am 11. März beim Länderspiel in Leipzig gegen Katar hoffentlich anfangen. Die Halle ist ausverkauft, es wird eine super Stimmung herrschen, da können wir uns freuen. Und dadurch wird bestimmt auch die Bundesliga noch interessanter, wird noch mehr darüber diskutiert, wer Meister wird oder wer absteigt.

Werden sie jetzt häufiger auf der Straße angesprochen als noch vor der EM?

Ich denke schon. Vor allem werde ich häufig um ein Selfie gebeten. Das macht man ja auch gerne.

Können Sie sich noch an die letzten Sekunden bei Ihrem letzten Spiel in Leipzig erinnern?

Klar, das war unser Bundesliga-Spiel im Dezember. Es stand kurz vor Schluss unentschieden, die Leipziger hatten den Ball. Aber dann begeht Philipp Pöter ein Stürmerfoul und der Treffer von Philipp Weber wird daher nicht anerkannt. Es war ein richtig enges Spiel in einer tollen Atmosphäre.

Interview: Winfried Wächter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Wählen Sie den Sportler, die Sportlerin und die Mannschaft des Jahres 2016. Hier online abstimmen! mehr

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr