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WM-Neunter Franz Anton aus Leipzig: „Ich hatte keine Zweifel mehr“

Slalom-Weltmeisterschaft in Frankreich WM-Neunter Franz Anton aus Leipzig: „Ich hatte keine Zweifel mehr“

Rcarda Funk aus Bad Kreuznach holte am Sonnabend bei der WM in Pau (Frankreich) die einzige Medaille der deutschen Slalomkanuten in den olympischen Disziplinen. Der Leipziger Franz Anton erreichte im Canadier-Halbfinale als Achter den Endlauf und belegte dort Rang neun. Anschließend stand er der LVZ Rede und Antwort.

Franz Anton (r.) neben Jan Benzien bei den Weltmeisterschaften im Kanu-Slalom in Pau.

Quelle: Frank Schober

Pau. Ricarda Funk aus Bad Kreuznach holte am Sonnabend bei der WM in Pau (Frankreich) die einzige Medaille der deutschen Slalomkanuten in den olympischen Disziplinen. Der Leipziger Franz Anton (27/LKC) erreichte in einem sehr engen und spannenden Canadier-Halbfinale als Achter den Endlauf und belegte dort Rang neun. Anschließend stand er der LVZ Rede und Antwort.

Was geht Ihnen nach diesem WM-Finale und dieser Saison am meisten durch den Kopf?

Das Wort Saison ist entscheidend. Ich habe das gesamte Jahr meine Linie nicht gefunden, war nicht fit im Kopf. Hier in Pau konnte ich endlich wieder meine Leistung abrufen, das war für mich ein guter Jahresabschluss, ich bin aber froh, dass die Saison jetzt vorbei ist.

Ist eine nacholympische Saison besonders schwierig?

Vielleicht dadurch, dass man nach der extremen Belastung im Olympiajahr im Winter etwas kürzer tritt, um dem Körper etwas Erholung zu bieten. Dadurch stellen sich Zweifel ein, man fragt sich: Reicht das, was ich trainiert habe? Zumal ich ein Typ bin, der es gewohnt ist, eher zu viel zu trainieren.

Wie haben Sie die Kurve noch bekommen?

Ich habe mir am Mittwoch ein leeres Buch gekauft und einen Stift dazu - und habe mir meine Gedanken, Hoffnungen, Ängste und wo ich hin will aufgeschrieben. Damit habe ich einige Seiten gefüllt, das hat richtig gut getan. Diese Dinge habe ich vor dem Start noch einmal verinnerlicht.

Mit wie viel Selbstvertrauen und wie viel Zweifel sind Sie in den Finaltag gegangen?

Zweifel hatte ich am Start gar keine mehr. Mich gegen 30 Mann zu behaupten war aber nicht einfach. Die frühe Startnummer nach der nicht so guten Quali kam mir entgegen, dadurch hatte ich keinen Druck, sondern konnte Druck für die anderen aufbauen.

Als einer der wenigen hatten Sie erneut einen Doppelstart im C1 und C2 mit Jan Benzien. Ein Vorteil?

Definitiv. Man lernt die Strecke besser kennen und man ist im C2 unbeschwerter, weil man sich die Verantwortung im Boot teilt. Das hat immer Spaß gemacht und war immer eine gute Ablenkung vom Einer.

Sie reden sehr in der Vergangenheit...

Ich wünsche mir, dass Jan mir erhalten bleibt. Aber ich bin ehrlich: Dann will ich einen höheren Trainingsreiz sehen als in dieser Saison. Ich denke, es war noch nicht unser letztes Rennen. Wie 2018 aber genau aussieht, werden wir noch besprechen.

Die Canadierfahrer haben in Pau sehr gegen das Aussterben des C2 gekämpft. Mit Erfolg?

Wir haben viel Aufmerksamkeit erzeugt, das ist gut. Die Worte von Olympiasieger Tony Estanguet geben mir Hoffnung, dass diese attraktive Disziplin nicht ausstirbt. Er ist OK-Chef von Olympia 2024 und meint, für Paris ist alles möglich. Ob ich 2024 noch C2 fahre, weiß ich aber nicht.

Zwei C1-Medaillengewinner hier in Pau sind deutlich älteres Semester als Sie...

Das stimmt, die Slowaken Alexander Slavkovsky und Michal Martikan sind 34 und 38. Da geht also auch für mich in Zukunft noch einiges, wenn der Körper mitspielt und mir mein Arbeitgeber Landespolizei weiter so gute Bedingungen ermöglicht.

Sie haben in Pau als Aktivensprecher des Weltverbandes kandidiert. Zufrieden mit Platz zwei bei der Wahl?

Ja, ich war nur knapp Alexander Slavkovsky unterlegen. Darüber bin ich nicht traurig. Dass ich nicht gewonnen habe, hat auch etwas Gutes, es bedeutet weniger Stress für mich. Vielleicht bezieht Alex mich in den kommenden Jahren in die Arbeit mit ein. Mir ist wichtig, dass unsere Sportart im Fernsehen mehr präsent ist, wir müssen attraktiver werden fürs TV. Rennsport- und Slalom-WM könnten am gleichen Wochenende stattfinden. Nur der Zeitplan müsste abgestimmt werden. Ich fände es auch spannend, wenn von allen Athleten die Herzfrequenz auf dem Bildschirm eingeblendet wird. Dann sieht man gleich: Wer ist nervös am Start und wer ist ne coole Sau.

Von Frank Schober

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