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Wissenschaftler in Olympiaform - Medaillen-Glanz könnte nach Leipzig strahlen

Wissenschaftler in Olympiaform - Medaillen-Glanz könnte nach Leipzig strahlen

Das Leipziger Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) unterstützt 20 Sportverbände mit Leistungsdiagnostik, Wettkampf- und Trainingsanalyse sowie Sportmedizin.

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Claudia Nystad wurde im Jahr 2010 in Vancouver Olympiasiegerin im Team-Sprint. Auf ihr Comeback in der Loipe bereitete sich die Olympiasiegerin im Leipziger Institut für Angewandte Trainingswissenschaft vor. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Wenn die deutschen Olympiastarter im Februar 2014 in Sotschi erfolgreich abschneiden, strahlt vom Medaillen-Glanz auch etwas bis nach Leipzig.

"Im September 2012 stand sie bei uns vor der Tür", erinnert sich der stellvertretende Institutsdirektor Jürgen Wick. "Sie hat uns von ihren Plänen erzählt und gefragt, ob sie bei uns trainieren kann." Generell gehen in der Leipziger Marschnerstraße, wo das IAT beheimatet ist, Sportstars ein und aus. Dass jedoch eine zweimalige Olympiasiegerin, die ihre Karriere längst beendet hatte, ausgerechnet hier ihre Vorbereitung fürs Comeback startet, passiert nicht alle Tage. So wussten die Sportwissenschaftler lange vor der Öffentlichkeit, wohl auch vor den Trainern, dass Skilangläuferin Claudia Nystad sich noch einmal für Olympia quälen will.

Im Februar 2013, bei der Ski-WM in Val di Fiemme, wurden Nystads Comeback-Pläne öffentlich bekannt und bestaunt. Da hatte die 34-Jährige bereits dutzende Einheiten am Laufband im IAT hinter sich, "Sie war sehr, sehr fleißig im Training", erinnert sich Wick.

Natürlich durfte Claudia Nystad im IAT trainieren und die gebürtige Erzgebirgerin wusste auch genau, wohin sie sich zu wenden hatte. Sie kennt das Haus: professionelle Bedingungen, Eins-A-Betreuung, die gewünschte Diskretion ist garantiert. Da ist aber noch ein Plus: Auf dem Skiroller-Laufband im Institut konnte (und kann) Nystad wie alle Langläufer oder Kombinierer die olympischen Strecken von Sotschi laufen.

Wie das geht? IAT-Langlauf-Mann Axel Schürer hat mit seinem Biathlon-Kollegen Michael Koch-Dubois per GPS in Sotschi die Langlaufstrecken vermessen. Die Profile wurden dann programmiert - und so kann das Laufband die kompletten Strecken simulieren, also mit Anstiegen (da kippt das Band im gewünschten Winkel wie bei einer Wippe), Übergängen, Abfahrten (das Band kippt in die andere Richtung) und so weiter, auch das gewünschte Tempo kann eingestellt werden. Ebenfalls ganz nett: Am Bildschirm laufen bei Bedarf die Bilder der Originalstrecke mit. "Das hat was, auf der Abfahrt der 5-Kilometer-Runde kommt man am Wochenendhaus von Putin vorbei", erzählt Axel Schürer, der stolz auf sein Werk ist. "Athleten können sagen: Ich will heute mal in Sotschi laufen, dank der Simulation ist das möglich." Naja fast, denn: "Die Schneesituation ist natürlich völlig unbekannt."

Während sich Schürer um die Langläufer kümmert, vermisst Sören Möller jeden Winkel bei den Skispringern. Es habe sich herausgestellt, dass die deutschen Adler im Anlauf die größten Reserven hätten, erzählt er. Also musste dieser unter die Lupe genommen werden: Anfahrtshaltung, Absprungwinkel, Kraftverteilung - das volle Programm. Sprungschanzen in Klingenthal und Oberstdorf wurden mit Hightec-Messtechnik ausgestattet. Trainer und Athleten wissen nun exakt, wo die Probleme liegen. Bundestrainer Werner Schuster wollte zusätzlich noch wissen, ob im Anlauf beide Ski gleichmäßig stark belastet würden. Auch kein Problem. Ein Messverfahren wurde entwickelt und siehe da: Die Sprungski wurden nicht gleichmäßig belastet. Einlagen in den Schuhen lösen das Problem. Dass auch die Anlaufspur der Sprungschanzen von Sotschi exakt nachgebaut wurden, versteht sich fast von selbst.

Es gibt noch weitere Beispiele. Mit Eiskunstlauf-Expertin Karin Knoll bereitete das Traumpaar Aljona Savchenko/Robin Szolkowy die neue Höchstschwierigkeit, den dreifachen Wurfaxel, vor. Und zwar mit Würfen in eine Schaumgrube, wegen der Risikominimierung. Jeder Versuch wurde gefilmt, jeder Versuch analysiert. Skeleton-Spezialist Andreas Speer entwickelte einen Roll-Skeleton zum Start-Training. Weil im vergangenen Winter just beim Start "Leistungsreserven" entdeckt wurden.

Fazit nach dem Rundgang am IAT: Das Leipziger Personal geht die Olympia-Mission engagiert an. Direktor Arndt Pfützner stellt aber vorsorglich klar: "Wir tun, was wir können. Aber die Medaillen müssen die Athleten schon selbst gewinnen." Wenn das gelingt, darf auch in der Marschnerstraße in Leipzig angestoßen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2013

Uwe Köster

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