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Zittern in der Arena: Deutsche Handballerinnen unterliegen Kudlacz-Gloc und Co.

Test gegen Polen Zittern in der Arena: Deutsche Handballerinnen unterliegen Kudlacz-Gloc und Co.

Der Einstand ist missglückt: Die deutschen Handballerinnen verlieren gegen Polen ihr erstes WM-Testspiel. Bundestrainer Jakob Vestergaard bliebt bis zum WM-Auftakt in eineinhalb Wochen noch viel zu tun.

Deutschlands 1,91-Meter-Kreisläuferin Luisa Schulze beim Abschluss.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Am Mittwoch war in Leipzig viel von Weltmeisterschaften die Rede (Testspiel für 2015, Spielorte 2017). Da bleibt festzustellen, dass es im deutschen Frauenhandball bis zur WM-Reife noch Steigerungspotenzial gibt.

Gilt fürs Publikum: Das Länderspiel gegen Polen mit immerhin sechs Leipzigerinnen im Team hätte mehr als die offiziell bekannt gegebenen 2363 Zuschauer in der Arena verdient gehabt. Als Gründe gelten die kurze Vorlaufzeit und der frühe Anwurf an einem Wochentag.

Gilt für den Verband: Im Protokoll ist Katja Schülke aufgeführt. Hat sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen, dass die Torhüterin seit Juni Kramarczyk heißt.

Gilt auch für die deutsche Mannschaft. Die verlor den letzten Heimtest vor der WM gegen Polen mit 30:31. „Ich hätte gern gewonnen, aber das war nur ein Testspiel“, sagte Bundestrainer Jakob Vestergaard.

In wenigen Tagen beginnt die Handball-WM der Frauen in Dänemark. Im Test gegen die von Karolina Kudlacz auf die Platte geführten Polinnen musste sich die deutsche Nationalmannschaft nach einer packenden Partie mir 30:31 geschlagen geben (Bilder: Christian Modla)

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Die starken Polinnen deckten einige Defizite im deutschen Team auf, vor allem in Halbzeit eins. Das betraf zuerst die Abwehr, die offenbar noch Abstimmungsprobleme hat. Probleme gab es aber auch in der Offensive, trotz der 30 Treffer. Denn so manche Torchance wurde doch leichtfertig vergeben, manchmal war auch der Pfosten im Weg oder die guten polnischen Torhüterinnen. An den deutschen Keeperinnen (Clara Woltering, ab 25. Minute Katja Kramarczyk) lag es indes nicht, dass die DHB-Frauen im ersten Durchgang stets zurück lagen. Beim Stand von 14:17 ging es zum Pausentee.

In Hälfte zwei kam das deutsche Spiel auf Betriebstemperatur. Vestergaards Schützlinge gingen hinten mit mehr Aggressivität und vorn mit mehr Konsequenz zur Sache. Allen voran die Nationalspielerinnen mit Leipzig-Gen. Katja Kramarczyk zeigte sich im Tor topfit, Saskia Lang (Klasse-Spiel!), Luisa Schulze und Susann Müller, eine Ex-HCLerin, klinkten vorn ein. Der Lohn: Nach 35 Minuten gelang der Ausgleich (18:18), danach zog das DHB-Team erstmals in Front. Das sah zeitweise schon gut aus.

Duell der Kapitäne: Kramarczyk gegen Judlacz-Gloc

In der 38. Minute kam es dann auch zum „ersehnten“ Siebenmeter-Gipfel Karolina Kudlacz-Gloc contra Katja Kramarczyk. Die HCL-Kapitäne schauten sich drei Sekunden lang tief in die Augen, dann warf die Polin und versenkte den Ball sicher im Netz. Doch noch schien es, als hätten die Gastgeberinnen das Spiel im Griff. Sie lagen 27:24 vorn, absetzen konnten sie sich aber nie. Nach 52 Minuten hieß es 27:27.

Viel Spannung also in der Schlussphase. In der zeigte auch Bundestrainer Jakob Vestergaard eine nicht ganz WM-reife Leistung. Der Däne nahm 70 Sekunden vor Spielschluss Auszeit, just in dem Moment, als Saskia Lang den Ball zum 31:31 im Tor versenkte. Der Treffer zählte nicht, denn der Trainer hatte seine Grüne Karte eine Zehntelsekunde eher gezückt. 30:31 also.

Die Urteile hinterher ähnelten sich: Schwache erste, bessere zweite Halbzeit, es ist noch zu tun. „Nach einer bescheidenen ersten Hälfte haben wir in der zweiten gut ins Spiel gefunden“, meinte denn auch Luisa Schulze, die „schon noch Baustellen“ sieht. Und die liegen klar in der Defensive. „Wir haben in unserer Abwehr noch viel zu tun“, sagte Coach Vestergaard, der Oldenburgs Angie Geschke aus dem Kader strich. Versöhnliches Schlusswort von der starken Katja Kramarczyk: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft großes Potenzial hat.“ Fürs Protokoll: Karolina Kudlacz-Gloc erzielte vier Treffer. Dass die Polin kurz vor Schluss nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, hatte keine Auswirkungen.

Auslosung DHB-Pokal

Vor der Partie Deutschland Polen wurde die nächste Partie im DHB-Pokal ausgelost. Dabei trifft der HC Leipzig auf den TuS Metzingen. HCL-Coach Norman Rentsch spricht von einem starken Gegner. „Aber da wir zu Hause spielen, haben wir alle Trümpfe in der Hand." Und Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner meint: „"Wer Pokalsieger werden will, muss jeden Gegner schlagen. Wir haben noch eine Revanche offen vom Unentschieden in der Bundesliga. Denn die bislang letzte Begegnung beider Teams endete mit einem 27:27-Unentschieden.
Die weiteren Paarungen lauten: Oldenburg gegen den Thüringer HC, Dortmund gegen Celle und Blomberg muss gegen Neckarsulm ran. Eigentlich werden die Partien am 9. und10. Januar 2016 ausgetragen, da Leipzig, Metzingen und der THC aber wegen Europapokaleinsätzen verhindert sind, wird zumindest in Leipzig bereits am 6. Januar gespielt. agri

Statistik

Deutschland: Woltering, Kramarczyk; Zapf 3, Lang 5, Loerper 5/2, Smits 2, Behnke 1, Naidzinaviciu 1, Hubinger, Susann Müller 4, Fischer, Mazzucco 2, Franziska Müller 3, Minevskaja, Schulze 4.

Zuschauer: 2363. Strafen: 8:8 Minuten.
Rote Karte: Kudlacz-Gloc (60., dritte Zeitstrafe)

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