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Zu wenig Fußball-Amateurplätze – EM-Spielort Leipzig wackelt

Red Bull Arena Zu wenig Fußball-Amateurplätze – EM-Spielort Leipzig wackelt

Verbände beklagen mangelnde Sport-Infrastruktur / Präsident Winkler: „Kleine Vereine sollen profitieren“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich im Herbst offiziell für die Ausrichtung der EM 2024 bewerben. Sachsens Fußball-Präsident Hermann Winkler macht sich seit Wochen dafür stark, dass Leipzig als DFB-Gründungsort mit zu den deutschen Bewerberstädten gehört. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich im Herbst offiziell für die Ausrichtung der EM 2024 bewerben. Sachsens Fußball-Präsident Hermann Winkler macht sich seit Wochen dafür stark, dass Leipzig als DFB-Gründungsort mit zu den deutschen Bewerberstädten gehört. Mit Blick auf die Situation im Amateurfußball der Region schlägt Winkler jetzt allerdings Alarm. Grund: Leipzig erfülle im Gegensatz zum bereits gescheiterten Dresden zwar die festgelegte Sitzplatzkapazität von 30 000, tue aus seiner Sicht aber zu wenig, um mit den sogenannten weichen Kriterien zu punkten. „Es gibt Nachholebedarf, die Entwicklung der Sportinfrastruktur läuft nicht parallel zur Gesamtentwicklung der Stadt“, warnt Winkler. Der Großteil der Sportanlagen weise deutliche Mängel auf und sei bald nur noch bedingt zum Sporttreiben geeignet. Zudem sei im Leipziger Sportentwicklungsplan bis 2024 kein einziger Neubau eines Sportplatzes vorgesehen, „obwohl die Kapazität der Sportstätten schon jetzt kaum ausreicht“.

Der Fußball-Funktionär wendet sich nun direkt an die Stadtväter mit der „dringenden Bitte“, mehr für die Entwicklung der Sport-Infrastruktur und den Vereinssport zu tun. Das DFB-Präsidium, so Winkler, lege großen Wert darauf, dass EM-Spielorte nachhaltig die Bedingungen für Amateure verbessern. Leipzig müsse da nachziehen, sonst wackelt die Bewerbung. „Ich unterstütze die Sicht des DFB, dass die Fußballvereine der Region vom Bewerbungsschwung der EM profitieren müssen“, macht der CDU-Europaabgeordnete klar und verweist auf den gigantischen Marketing-Effekt einer EM-Endrunde für Leipzig und die Region. „Es ist mit vier bis sechs Spielen pro EM-Stadt zu rechnen.“

Dirk Majetschak, Präsident des Leipziger Fußball-Verbandes, pflichtet Winkler bei: „Unsere Infrastruktur kann der Mitgliederentwicklung nicht folgen“, sagt er. Das betreffe Rasen- und Kunstrasenplätze sowie Sanitäranlagen. Sein Verband wünsche sich aktuell zehn neue Kunstrasenplätze. „Dann hätten wir aber immer noch zu wenige für die Anzahl an Vereinen und Mannschaften.“

Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), der die Forderungen der Fußball-Verbände kennt, spielt den Ball zurück. „Die Mitgliederzahlen im Leipziger Sport entwickeln sich phänomenal – nicht nur im Fußball“, macht er klar. Viele Verbände trügen zahlreiche Forderungen an die Stadt heran. „Deshalb hat der Stadtrat mit dem Beschluss zum Sportprogramm 2024 der Verwaltung aufgetragen, für ein ausgewogenes Verhältnis zu sorgen.“ Im Fußball, so Rosenthal, gelte es, vorhandene Flächen intensiver zu nutzen. Hierfür habe die Stadt die Investitionsförderung für Vereine fast verdoppelt – auf 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Aufgrund seiner Mitglieder-Dominanz komme die kommunale Sportförderung besonders beim Fußball an, so der Sportbürgermeister. „Ich würde mir vom Fußball-Verband deutlich mehr Einsatz beim Freistaat Sachsen für eine größere Hilfe der Leipziger Fußballvereine wünschen.“

Das DFB-Präsidium wird am 15. September entscheiden, mit welchen zehn Bewerberstädten Deutschland ins EM-Rennen gegen Mitbewerber Türkei geht. Berlin, München und Dortmund gelten als gesetzt, auf die restlichen sieben Plätze hoffen 14 Städte, darunter Leipzig als einzige Ost-Metropole.

Von Frank Schober und
Von Antje Henselin-Rudolph

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