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Zwei Brasilianer kicken nun in Leipzig-Leutzsch

Zwei Brasilianer kicken nun in Leipzig-Leutzsch

Samba in Leutzsch? Eher nicht, aber zwei Brasilianer stehen seit Kurzem im Aufgebot von Fußball-Landesligist Sachsen Leipzig. Beantworten kann die Frage Roland Freyer.

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Quelle: Christian Nitsche

ste deutsche Liga?

Beantworten kann die Frage Roland Freyer. Der einst pfeilschnelle Oberliga-Stürmer von Stahl Riesa arbeitet nebenbei als Spielerberater und -vermittler. Heute ist der 66-Jährige im Hauptberuf Antiquitätenhändler und Galerist, doch nebenbei zieht es ihn immer wieder zu seiner fußballerischen Leidenschaft. Die Hoffnung auf ein gutes Geschäft schwingt dabei unbestritten mit. Denn, wenn eines seiner Talente einen Profivertrag bekäme, sprich in höheren Ligen Fuß fassen würde, wäre er am Gewinn beteiligt. Und zwar jeweils zur Hälfte mit derjenigen Fußball-Akademie, von der er die Talente rekrutiert. Beim Aushandeln der Spielerverträge mit Profivereinen kann dann noch eine Provision von rund 15 Prozent herausspringen. "Das ist Verhandlungssache", erklärt Freyer.

Davon kann bei den beiden Brasilianern, die er gerade an die SG Sachsen vermittelt hat, noch keine Rede sein. Gegenwärtig muss der Berater die Kosten für Unterkunft und anderes "vorschießen". Die einzige Gegenleistung der Leutzscher ist: Sie sollen Victor Passos do Rio und Vinicius Dias integrieren und ihnen Gelegenheit geben, sich hier für potenzielle Interessenten aus Profiligen zu zeigen. "So lange uns das nichts kostet, ist das ja eine feine Sache", sagt Sachsen-Trainer Dirk Havel. "Sie müssen sich allerdings erstmal auf die Art, wie hier gespielt wird, einstellen."

An das brasilianische Duo kam Freyer eher zufällig. "Es war eigentlich ein Trio aus einer Fußballschule in Rio de Janeiro. Bei einer Sichtung vor anderen Vermittlern in Brüssel haben die drei aber keinen Vertrag bekommen. Zwei von ihnen haben aber einen portugiesischen EU-Pass, durften deshalb bleiben und wollen nun über den zweiten Weg zum Profi werden", schildert Freyer. Über seine umfänglichen Kontakte nahm er sich der Kicker an und hofft nun auf Erfolg für alle Beteiligten. Bei Victor do Rio scheinen die Chancen allerdings nicht riesig, immerhin ist er schon 27. Allerdings hat er bereits Erfahrungen als Berufsfußballer, spielte zum Beispiel in Porto. Dagegen ist der erst 18-jährige Vinicius Dias diesbezüglich noch unerfahren, besitzt aber nach Einschätzung von Havel wie auch Freyer das größere Entwicklungspotenzial. Der Berater hatte ihn beispielsweise auch RB angeboten. "Da sind die Sichter aber nicht gekommen", wundert sich Freyer. Auch dem 1. FC Lok, dem FC Grimma und Union Sandersdorf habe er die Spieler vorgeschlagen. "Aber die Trainer sind oft skeptisch, schrecken vor Sprach- und Arbeitsproblemen zurück." Manche der südamerikanischen oder erst recht der afrikanischen Kicker seien zwar schulisch beachtlich gut ausgebildet, haben oft aber keinen Beruf, weil sie voll auf die Karte Fußball setzen. Wenn sie als Profi in Europa bleiben wollen, müssen sie jedoch mindesten zweite Liga spielen. Erst ein solcher Vertrag reicht zur Aufenthaltsgenehmigung. Bei den beiden "Neu-Leutzschern" ist das angesichts ihres EU-Passes nicht das Problem. Dennoch sollen sie laut Freyer neben dem Fußball baldigst zumindest einer Teilzeitarbeit nachgehen.

Von Heimweh seien sie nicht geplagt, betonen die Südamerikaner. Aber die Ungeduld quält, sie wollen endlich ihr Können zeigen. Schließlich versuchen sie schon fast ein halbes Jahr lang in Europa unter­zukommen. Landesligist Sachsen Leipzig kann dabei zumindest nichts verlieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013

Frank Müller

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