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Zwei Stadtliga-Spieler teilen sich Tor-Krone

Zwei Stadtliga-Spieler teilen sich Tor-Krone

Sie haben irgendwie gemeinsam die Fußball-Stadtliga aufgemischt und standen doch nicht in einer Mannschaft: Ronny Taube erzielte 32 Saisontreffern für die SG Rotation 1950, Martin Werner gelang desgleichen für den Knautkleeberger SC 1864. Das "Duo Infernale" führte ein Fernduell um die Torjägerkrone, gesehen haben sie sich nur bei den Partien gegeneinander.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Kampf endete unentschieden.

Altersmäßig unterscheiden sich die beiden Goalgetter jedoch erheblich. Taube wird im Juli erst 20, Werner ist schon 31, hat etliche Stationen hinter sich. Begonnen hat Letzterer beim KSC, spielte dann lange Zeit in Markranstädt, wo er es bis zum Oberliga-Spieler brachte. Es folgten die Stationen Kickers Markkleeberg und SG Taucha, ehe er wieder bei seinem Ursprungsverein in Leipzigs tiefem Südwesten aufschlug. "Ich bin eigentlich überall gut zurechtgekommen", blickt Werner zurück. "Auch die jetzige Truppe funktioniert gut, es geht zuweilen sehr lustig zu, es passt alles", so Werner, der eigentlich gar kein Stürmer, sondern Mittelfeldspieler ist. Doch als Angreifer Patrick Siech nach Markkleeberg wechselte, musste er aus Personalnot in die vorderste Front. Das Ergebnis ist bekannt: ein voller Erfolg.

Gemessen an der Mannschaftsplatzierung musste Werner, der abseits des Rasens als Schlosser und Schweißer arbeitet, seinem weit jüngeren Torjäger-Konkurrenten allerdings den Vortritt lassen. Der KSC wurde nur Vierter, Taube mit seinen Rotationern hingegen Vizemeister. "Nächstes Jahr wollen wir den Aufstieg schaffen", kündigt der Straßenbauer-Azubi an. "Obwohl der zweite Platz für uns diesmal selbst überraschend kam, das Ziel lautete eigentlich Platz drei bis fünf." Angesichts der Ausbeute von 88 Treffern, der besten der Liga, kam Rotations Platzierung keineswegs überraschend. Und der junge Goalgetter hat natürlich eine Riesenaktie daran.

Taube ist schon als Fünfjähriger im Fußballverein gelandet, bei Rotation war sein erster Übungsleiter "Herr Opitz", wie er heute noch respektvoll sagt. Das junge Talent kam nach der D-Jugend zum 1. FC Lok, wo sein erster Trainer Björn Rosemeier war. Nach vier Jahren in Probstheida kehrte er aber zu Rotation an die Delitzscher Straße zurück. Wie Werner war auch Taube zunächst Mittelfeldmann, aber schon immer torgefährlich. Was Trainer Heiko Schnarhelt natürlich nicht verborgen blieb, weshalb der 19-Jährige noch offensiver ausgerichtet wurde. "Er ist ein überaus fleißiger und im Team gut angenommener Spieler, der allerhand einstecken kann. Dennoch sollten ihn die Schiedsrichter manchmal vor zum Teil rüden Attacken der Gegner mehr schützen", fordert Schnarhelt.

Die 32 Treffer - also mehr als ein Tor pro Spiel, registrierten natürlich auch andere Vereine. "Es gibt ein paar Anfragen, aber ich bleibe bei Rotation, ich fühle mich wohl in unserer Truppe", wehrt er "auswärtiges" Interesse zumindest derzeit ab.

Dagegen kann der knapp 20-Jährige einer bestimmten Frau kaum einen Wunsch abschlagen. Gefragt nach der Person, die ihn auf seinem Weg bisher besonders unterstützt hat, kommt sofort Oma Monika ins Spiel: "Sie hilft mir immer sehr, wodurch ich meinem Hobby so intensiv nachgehen kann", lobt er die segensreiche Großmutter. Denn neben Punktspiel und wöchentlich zweimal Training versucht Ronny Taube auch möglichst viele Partien anderer Teams zu sehen. Das geht nur, wenn ihm die Oma den Rücken freihält. Dank solchen "Herzens-Sponsorings" dürften dem jungen Stürmer noch viele Tore gelingen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2013

Frank Müller

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