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Bockiger Cosmo und erfolgreiche Werth bei CHIO-Platz 1

Pferdesport Bockiger Cosmo und erfolgreiche Werth bei CHIO-Platz 1

Das deutsche Dressurteam reitet in Aachen souverän zum Sieg. Die Konkurrenz fehlt oder ist zu schwach. Die Rio-Generalprobe überzeugt - bis auf eine Ausnahme.

Aachen. Mit einem bockigen Pferd begann der erste Auftritt der Dressur-Nationalmannschaft beim CHIO in Aachen - und endete mit Platz eins.

Trotz des wilden Auftritts von Sönke Rothenbergers Wallach Cosmo ritt das deutsche Team beim Nationenpreis unangefochten voran. "Das ist ein tolles Ergebnis", schwärmte Isabell Werth, die mit ihrer Stute Weihegold in der Einzelwertung gewann. Zweite wurde Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados.

Mit Tränen in den Augen war Werth nach ihrer fehlerfreien Vorstellung mit Weihegold aus dem Stadion geritten. "Ich bin ein bisschen angefasst", berichtete die fünfmalige Olympiasiegerin, als sie aus dem Sattel gestiegen war: "Das ist so, wenn man so ein tolle Prüfung absolviert."

Zwei potenzielle Olympiapferde waren in Werths Stall ausgefallen, so dass sie auf Weihegold umsatteln musste. Die Stute wird aber immer besser und erzielte in der ersten von drei Prüfungen in Aachen ihr bisher bestes Ergebnis. "Das ist aus einem Guss", schwärmte die Reiterin aus Rheinberg. Das letzte Risiko mied sie dabei noch. "Ich wollte sie nicht überfordern", sagte Werth.

Angefangen hatte der Tag für das deutsche Dressur-Team mit einer unangenehmen Überraschung. Sönke Rothenbergers Pferd Cosmo zeigte sich bockig und sprang bei den Zweierwechseln herum. Der 21 Jahre alte Startreiter hatte zunächst Mühe, den Wallach wieder unter Kontrolle zu bekommen. Als Rothenberger das nach einigen Sekunden gelang, konnte er den Ritt sicher fortsetzen.

"Da war er so explosiv", berichtete der Youngster des Teams über den Ausraster seines neunjährigen Wallachs. "Ansonsten war er aber gut bei mir, deshalb kann ich ihm nicht böse sein." Trotz der Abzüge für das widerspenstige Herumspringen des Pferdes kam Rothenberger im Einzel auf Platz fünf.

Zwei Plätze vor Rothenberger landete im Einzel Dorothee Schneider, die mit Showtime eine fast makellose Prüfung zeigte. Kurioserweise hatte die Reiterin aus Framersheim mit ihrem Wallach auch bei den Zweierwechseln "Kommunikationsprobleme". Die waren indes nicht so gravierend wie bei Rothenberger und Cosmo. Daher fiel Schneiders Fazit erfreulicher aus: "Ich bin erleichtert.

Noch besser lief es bei Kristina Bröring-Sprehe, wenngleich auch die Reiterin aus Dinklage mit ihrem Hengst Probleme bei der Zweierwechseln Probleme hatte und auf Rang zwei kam. "Ich bin super zufrieden", sagte Sprehe: "Ich hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl. Manchmal ist er ein bisschen heiß, heute war es nicht."

Der Gesamtsieg der deutschen Mannschaft nach dem Grand Prix Special am Samstag scheint gewiss. Sicher scheint auch, dass das Aachen-Quartett das Rio-Quartett ist. Es sei denn, Rothenbergers Cosmo leistet sich in Aachen noch einmal größere Patzer.

Gesucht wird auf jeden Fall noch ein Ersatzmann für Rio. Beste Aussichten hat Hubertus Schmidt. Der Team-Olympiasieger von 2004 gewann den Grand Prix des Rahmenprogramms auf Imperio. Zweite wurde auf Unee Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen), die auch noch auf ein Olympia-Ticket hofft.

dpa

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