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Bundestrainer hat vor Rio ein Springreiter-"Luxusproblem"

Pferdesport Bundestrainer hat vor Rio ein Springreiter-"Luxusproblem"

Die deutschen Springreiter haben beim CHIO in Aachen nach acht Jahren Pause wieder den heimischen Nationenpreis gewonnen. Vor Olympia in Rio hat der Bundestrainer dadurch eine noch schwerere Aufgabe.

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Bundestrainer Otto Becker muss sich für einen Olympia-Kader entscheiden.

Quelle: Friso Gentsch

Aachen. Sogar die niederländische Konkurrenz atmete auf. "Endlich", sagte Weltmeister Jeroen Dubbeldam, nachdem er Otto Becker zum ersten Nationenpreis-Sieg beim CHIO in Aachen gratulierte hatte.

"Endlich", sagte auch Julia Becker, die Frau des deutschen Bundestrainers. Schmunzelnd verriet sie: "Die letzten zehn Tage hat er nachts mit den Zähnen geknirscht."

Endlich hat Becker als Trainer in Aachen die Teamwertung gewonnen. Die Serie von verpassten Siegen hatte an ihm mehr genagt als er zugeben mag. Doch der ersehnte Erfolg mit vier seiner fünf Olympia-Kandidaten bereitet dem Coach auch Sorgen. Mit ernster Miene musste der Coach sein Problem bei der Nominierung des Olympia-Teams erklären. "Ein Luxusproblem", wie er es selber nannte. Es war auch am Freitagmorgen nach dem Video-Studium der Ritte nicht einfacher geworden.

"Wir haben die Qual der Wahl", sagte Becker angesichts der Dominanz bei Platz eins in der Soers. Der Coach muss jetzt aus fünf Reitern einen als Ersatzmann für die Olympischen Spiele benennen. "Wenn alle fit bleiben, muss ich einem sagen, dass er in Rio nur zuschaut, obwohl er Weltklasse ist."

Das Quartett um Ludger Beerbaum gewann souverän und ohne Strafpunkt, obwohl drei Reiter ihre bisherige Nummer zwei sattelten. Beerbaums Casello, Marcus Ehnings Pret a tout und Christian Ahlmanns Epleaser waren noch nie bei EM oder WM im Einsatz und wurden in Aachen vor 40 000 Zuschauern auf Herz und Nieren geprüft. "Das war der Charaktertest in dieser Atmosphäre", erklärte Becker.

Den Test haben sie bestanden. Und das hat auch die drei Reiter vor die Frage gestellt: Welches ist das beste Pferd? Bis zum CHIO-Sieg schien klar, dass Beerbaum mit Chiara, Ahlmann mit Taloubet und Ehning mit Cornado nach Rio reisen möchten. Becker hat nun fünf Reiter mit insgesamt acht Pferden zur Auswahl.

"Das wird keine einfache Entscheidung", sagte Beerbaum. "Ich selber bin in der glücklichen Position, dass ich zwei Optionen habe", erklärte der 52-Jährige, der in Rio gerne sein fünftes Gold gewinnen würde. Auf die Frage nach seinem persönlichen Favoriten antwortete er grinsend: "Ich wäre schön blöd, das jetzt zu sagen." Ehning sagte: "Egal mit welchem Pferd, ich will nur mit."

Einfacher ist es für Meredith Michaels-Beerbaum, die nur Fibonacci als mögliches Rio-Pferd hat und sich nach zwei fehlerfreien Runden beim Nationenpreis große Hoffnung macht. Fünfter Kandidat ist Daniel Deußer, der in Aachen zuschauen musste, aber mit First Class im Olympia-Rennen ist. "Auch er hat noch eine Chance", sagte Becker. "Die Entscheidung, dass er hier in Aachen Ersatz war, hat keine Aussagekraft für Rio."

Deußer in Aachen zuschauen zu lassen, hatte Becker Sorgenfalten bereitet: "Ich habe mich sehr schwer getan." Auch das könnte ein Grund für das nächtliche Zähneknirschen sein. Der Coach weiß aber spätestens seit dem Team-Sieg: "Die Entscheidung, die jetzt folgt, wird noch sehr viel schwerer." Das Kuriose: Nur Fehler bei den nächsten Springen in Aachen würden diese Entscheidung einfacher machen.

dpa

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