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Derby-Klassiker hält sich gegen Konkurrenz

Pferdesport Derby-Klassiker hält sich gegen Konkurrenz

Das deutsche Derby in Hamburg ist nach dem CHIO in Aachen das wichtigste Reit- und Springturnier in Deutschland. Um auch im Wettstreit mit zahlreichen Millionen-Turnieren mitzuhalten, müssen immer wieder Bestmarken her. Garant ist die Global Champions Tour.

Der Ire Billy Twomey siegte im vergangenen Jahr beim Hamburger Derby auf Diaghilev.

Quelle: Lukas Schulze

Hamburg. Ein legendärer Parcours, ein traditionelles Springen und viel Geld: Das traditionsreiche Spring- und Dressur-Derby in Hamburg versucht, sich jedes Jahr mit Rekorden im weltweiten Verdrängungswettbewerb der Millionen-Turniere zu behaupten. Bislang mit Erfolg.

Die Veranstalter stehen aber unter Druck. Denn der spektakuläre Spring-Parcours mit den legendären Hindernissen allein lockt die Reit-Elite längst nicht mehr nach Klein Flottbek. Dass die Besten der Besten in die Hansestadt reisen, liegt an der Global Champions Tour. In diesem Jahr ist die lukrativste Springsportserie zum zehnten Mal zu Gast.

Das Gesamtpreisgeld für das vom Mittwoch bis Sonntag dauernde Derby-Turnier stieg um 25 Prozent auf 1,4 Millionen Euro, der Etat erreicht mit 3,35 Millionen Euro ebenfalls einen Höchstwert. Zudem wurde der Klassiker um einen Tag ausgeweitet, indem der Mittwoch ein regulärer Turniertag ist. Und die Organisatoren hoffen, dass noch mehr Zuschauer an den fünf Tagen kommen als im Vorjahr. 2016 war die Marke von 90 000 Besuchern erstmals gebrochen worden.

Was wäre das Derby-Turnier ohne die Global Champions Tour?

"Wir führen mit der Global Champions Tour den modernen Sport mit den traditionsreichen Prüfungen zusammen", sagt Derby-Chef Volker Wulff, der seit 2000 für das Turnier verantwortlich ist. Er weiß sehr wohl, dass das Derby allein nicht reicht, um den 97 Jahre alten Klassiker am Leben zu erhalten. Stars müssen her, und dies geht durch die hohen Preisgelder der Global Champions Tour. Zum zehnten Mal ist der Millionen-Zirkus in Hamburg. Die Hansestadt ist in diesem Jahr neben Berlin eine von zwei deutschen Stationen.

Was ist die Global Champions Tour?

Eingeführt wurde die Serie 2006 vom Niederländer Jan Tops. Damals gab es sechs Etappen, heute umfasst die Tour 15 Turniere weltweit. In diesem Jahr liegt die Gesamtdotierung bei etwa 23 Millionen Euro, 20 Prozent höher als 2016. In Hamburg werden am Samstag 300 000 Euro für das Springen - den Großen Preis von Hamburg - ausgeschüttet. Im Vorjahr gewann Ludger Beerbaum die 99 000 Euro Siegprämie.

In diesem Jahr war noch keiner der Deutschen auf den bisherigen vier Stationen erfolgreich. Das Klassement führt der Italiener Lorenzo de Luca an, bester Deutscher ist Marco Kutscher als Neunter. Einziger deutscher Gesamtsieger ist bislang Marcus Ehning (2010). 2017 sicherte sich der bei Itzehoe lebende Schwede Rolf-Göran Bengtsson den Toursieg auf Casall. Der 18-jährige Hengst Casall wird am Samstag nach dem Großen Preis offiziell aus dem Sport verabschiedet.

Was ist die Global Champions League?

Der mit insgesamt 10,5 Millionen Euro dotierte Team-Wettbewerb, der sich wesentlich von den üblichen Nationenpreisen unterscheidet, wurde 2016 eingeführt und ist Teil der Champions Tour. Nach langem Hin und Her erkannte der Weltverband FEI die Champions League Ende Januar offiziell an.

Anders als im Vorjahr finden zwei Champions-League-Prüfungen bei den Turnieren statt: In Hamburg sind dies am Donnerstag das Championat und am Samstag das Springen vor dem eigentlichen Wettbewerb der Global Champions Tour. Drei der maximal fünf Reiter der 18 multinationalen Teams werden für jede Etappe benannt, doch nur zwei Reiter dürfen pro Springen starten. Der Teamchef kann zwischen den Prüfungen Pferde, aber auch Reiter austauschen. Die Strafpunkte aus den vier Ritten werden addiert, bei Punktgleichheit entscheidet die Zeit aus der Runde am Samstag.

Was macht das deutsche Spring-Derby so einmalig?

Der Star ist der Parcours. Seit der Kurs 1920 vom Kaufmann und Springreiter Eduard F. Pulvermann entworfen wurde, ist er nahezu unverändert geblieben. Die Strecke ist circa 1230 Meter lang, rund dreimal so lang wie in einer normalen Prüfung. Insgesamt müssen Pferd und Reiter 17 Naturhindernisse überwinden. Das Springen am Sonntag ist mit 120 000 Euro dotiert. In den bisherigen 87 Auflagen gab es 151 Nullfehlerritte.

Der letzte gelang Christian Glienewinkel bei seinem Sieg 2015 mit Aircare. 2016 schaffte kein Paar den Kurs ohne Strafpunkte. Im Stechen gewann Billy Twomey mit Diaghilev. Der Ire war der erste ausländische Reiter seit 19 Jahren, der im Derby triumphierte. Er ist auch in diesem Jahr mit seinem Erfolgspferd am Start.

Gibt es auch ein Dressur-Derby?

Ja, aber es steht im Schatten des Spring-Derbys. Dabei findet es in diesem Jahr auch schon zum 59. Mal statt. Die Besonderheit: Im Finale am Sonntag müssen die vier Teilnehmer nicht nur mit dem eigenen, sondern auch mit den Pferden ihrer Konkurrenten reiten.

dpa

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