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Jahr der Springreiterin Meyer: Umzug, Rio, Heirat

Pferdesport Jahr der Springreiterin Meyer: Umzug, Rio, Heirat

Janne Friederike Meyer ist die Lokalheldin beim Derby in Hamburg. Wenn sie in den Parcours einreitet, jubelt das Publikum noch etwas lauter als sonst. Die Springreiterin hat am Wochenende Großes vor. Ihr größtes Ziel in diesem Jahr liegt aber fern der Heimat.

Hamburg. Im Leben von Janne Friederike Meyer ist derzeit viel in Bewegung. Und doch scheint die Springreiterin beim deutschen Derby in Hamburg im inneren Gleichgewicht zu sein. Gerade erst ist die 35-Jährige von Schenefeld auf ihren eigenen Pferdehof nach Pinneberg gezogen.

Dann ist da das große sportliche Ziel: die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Anschließend will sie irgendwann ihren Verlobten Christoph Zimmermann heiraten.

"Wir leben auf einer Baustelle", sagt Meyer und meint den Zustand ihres neues Pferde-Domizils vor den Toren Hamburgs. Die Beschreibung könnte aber auch für ihre gesamte aktuelle Lebensphase zutreffen.

Doch nichts scheint sie aus der Ruhe zu bringen. Auch nicht beim Derby. Bei ihrem Heimspiel ist sie gefragt wie kaum jemand anders. Meyer ist die Lokalheldin. Wenn sie in den legendären Parcours im Stadtteil Klein Flottbek einreitet, ist das ohnehin begeisterte Reit-Publikum in ihrer Geburtsstadt noch etwas begeisterter.

Das wird auch am Wochenende so sein. Mit ihrer Olympia-Hoffnung Goja startet die ehemalige Team-Weltmeisterin am Samstag im Großen Preis von Hamburg. Das mit 300 000 Euro dotierte Springen zählt zugleich zur Millionenserie Global Champions Tour. Einen Tag später möchte sie mit ihrer Stute Anna als erste Frau seit 1975 das deutsche Derby gewinnen. Im vergangenen Jahr war sie bereits Vierte.

"Der Derby-Sieg ist noch weit weg", meinte Meyer. "Wichtiger ist der Große Preis mit Goja." Mit dem zehn Jahre alten Wallach will sie unbedingt zu Olympia. "Das ganze Jahr ist voll auf Rio ausgerichtet", sagte die nur 1,66 Meter große Reiterin.

Hamburg ist für sie und Goja ein erster echter Formtest in der noch jungen Saison. "Ich hätte gern schon einige Springen mehr mit ihm gemacht", sagte sie. Bislang war sie nur beim Turnier in Hagen am Teutoburger Wald mit Goja am Start.

Im Winter war der Wallach angeschlagen. Jetzt sei er wieder fit, versicherte Meyer. In der Qualifikation zum Großen Preis am Donnerstag bewies Goja dann auch seine Fähigkeiten. Nur wegen eines Zeitfehlers verpasste das Paar das Stechen.

Nach dem Karriereende ihres einstigen Top-Pferdes Lambrasco hat Meyer in Goja wieder einen viel versprechenden Partner. Der Wallach gehört dem Noch-Co-Vorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Er lässt Meyer freie Hand bei der Saisonplanung: "Ich habe die Ruhe, mich auf die jeweiligen Championate vorzubereiten." Mit dem Sieg in der national bedeutenden Riders Tour 2015 deuteten Goja und sie an, dass sie als Duo für höhere Aufgaben in Frage kommen.

Schon vor vier Jahren war Meyer mit Lambrasco bei Olympia in London dabei. Der Auftritt endete im Desaster. Die deutsche Mannschaft scheiterte früh. Meyer verkündete, dass Lambrasco keine Championate mehr gehen würde - ohne Bundestrainer Otto Becker vorher informiert zu haben. Becker war sauer. Doch der Knatsch ist längst vergessen. "Wir sind ständig im Kontakt. Er hat sich immer für meine Pferde und meine Entwicklung interessiert", sagt Meyer. Und mit ihrer Entwicklung kann der Bundestrainer durchaus zufrieden sein.

dpa

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