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Springreiter fallen bei EM auf Rang drei zurück

Pferdesport Springreiter fallen bei EM auf Rang drei zurück

Nach zwei Prüfungen bei der Europameisterschaft in Aachen benötigen die deutschen Springreiter am Freitag eine Aufholjagd. Die komfortable Ausgangsposition haben sie verloren. Noch ist der Titel aber nicht verloren.

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Daniel Deußer ritt mit Cornet d'Amour eine Nullrunde.

Quelle: Uwe Anspach

Aachen. Nach der ersten Enttäuschung über die verlorene Führung verbreiteten die deutschen Springreiter Kampfgeist. "Es muss etwas passieren", forderte Christian Ahlmann, nachdem die deutschen Springreiter bei der EM in Aachen vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen waren.

"Wir müssen jetzt kämpfen und es zu Ende bringen", sagte der 40-Jährige, der am Donnerstag wie Meredith Michaels-Beerbaum vier Strafpunkte beigesteuert hatte. Ludger Beerbaum und Daniel Deußer verhinderten ein noch schlechteres Ergebnis. "Die beiden Nullrunden haben wir dringend gebraucht", kommentierte Bundestrainer Otto Becker: "Die halten uns noch im Rennen." Vor der letzten Teilprüfung am Freitag führt Frankreich mit 5,70 Strafpunkten vor den Niederlanden (7,82) und Deutschland (8,40).

Die Gastgeber hoffen auf eine Wende, aber aus eigener Kraft ist kein Sieg mehr möglich. Das deutsche Team muss selber fehlerfrei bleiben und zudem auf Patzer der Konkurrenz hoffen. "Alles ist noch möglich", sagte Ludger Beerbaum. Der mit Chiara fehlerfrei reitende Routinier meinte: "Ich bin mir sicher, dass die letzte Runde noch schwerer wird. Wenn wir gut sind, ist das noch nicht zu Ende." Im Einzel liegt er mit Chiara hinter der Französin Pénélope Leprevost mit Flora de Mariposa auf Platz zwei.

Die gute Ausgangslage war am Donnerstag schnell vergeben. Schon bei der Vorbereitung gab es den ersten Schreck, als Fibonacci einen Übungssprung verweigerte. Auch im Parcours wirkten Meredith Michaels-Beerbaum und ihr Wallach längst nicht so souverän wie am Vortag. Am Wassergraben kassierte die 45-Jährige aus Thedinghausen vier Strafpunkte und setzte ihre Kollegen damit unter Druck.

"Der Wasserfehler war mein Fehler", sagte die Reiterin. "Ich hatte die falsche Distanz, das war die falsche Entscheidung." Die dreimalige Weltcupsiegerin gab zu: "Das ist nicht so einfach, das ist der Druck eines Championats."

Ähnlich wie der deutschen Start-Reiterin erging es Ahlmann mit Taloubet. Einer Verweigerung auf dem Abreiteplatz mit dem 15 Jahre alten Hengst folgte ein Fehler im Parcours. "Das hat sicher nichts mit einer Verunsicherung zu tun", sagte der 40-Jährige aus Marl. "Ich hätte es einfach besser reiten müssen." Ahlmann meinte, der Ritt war "rund um gut, bis auf den Fehler".

Besser machte es Ludger Beerbaum. Der 51-Jährige aus Riesenbeck behielt trotz des gewachsenen Drucks die Nerven und steuerte mit Chiara sicher über den Platz. Beerbaum blieb mit der zwölfjährigen Stute ohne Abwurf und verteidigten damit auch Platz zwei in der Einzelwertung.

"Heute war es nicht ganz so komfortabel wie gestern", kommentierte Beerbaum die für ihn schwierige Ausgangslage. Aber für ihn sei eine solch schwierige Situation "nicht das erste Mal" gewesen. Wichtiger sei "das Gefühl, das man auf dem Pferd hat, und das war gut".

Das galt wohl auch für Daniel Deußer. Der in Belgien lebende Hesse ritt als letzter Starter mit Cornet D’Amour ein. Er und der zwölf Jahre alte Wallach blieben ohne Fehler und verhinderten Schlimmeres. "Wir wussten, dass ich null reiten musste", kommentierte Deußer: "Aber mein Pferd war gut in Form." Auch Deußer versuchte, Optimismus zu verbreiten: "Wir sind noch dabei."

dpa

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