Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Werths Olympia-Frage: Welches Pferd kommt nach Rio?

Pferdesport Werths Olympia-Frage: Welches Pferd kommt nach Rio?

Vor etwas mehr als einem Monat hat Dressurreiterin Isabell Werth das Aus für ihre Olympia-Hoffnungen Bella Rose und Don Johnson verkünden müssen. Doch vor den deutschen Meisterschaften in Balve zeigt sie sich wieder bester Laune - dank zweier Ersatzpferde.

Balve. Isabell Werth ist wieder obenauf. "Das Formtief emotionaler Art ist überwunden", sagte die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt.

Ihr Stimmungsaufschwung kommt rechtzeitig vor der ersten Sichtung für die Olympischen Spiele bei den deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Balve. Ihre Stimmungsaufheller heißen Weihegold und Emilio.

Zum Auftakt der Titelkämpfe am Freitag bestätigten die elfjährige Stute und der ein Jahr jüngere Wallach, dass sie die Lücke schließen können, die die bitteren Ausfälle der Weltmeister-Stute Bella Rose und dem ebenfalls Championats erprobten Don Johnson gerissen haben.

Mit Weihegold wurde Werth in dem nicht zur Meisterschaft zählenden Grand Prix Zweite, nur 0,2 Prozentpunkte hinter der Favoritin und Weltranglistenersten Kristina Bröring-Sprehe auf Desperados. Zudem wurde sie mit Emilio Siebte trotz eines deutlichen Patzers.

"Beide Pferde sind super in Schuss"", stellte die fünfmalige Olympiasiegerin fest. "Die Stute hat sich unheimlich weiterentwickelt und ich kann jetzt mehr riskieren." Den Fehler mit Emilio nahm sie auf sich: "Der Jockey hat gepennt, das Pferd kann nichts dafür."

Nachdem Bella Rose und Don Johnson nicht fit werden für Rio, kann sie nach derzeitigem Stand beruhigt auf das noch verhältnismäßig junge Duo Weihegold/Emilio setzen. "Sie machen den Eindruck, als fühlten sie sich jetzt in der Verantwortung", sagte sie. "Die Tatsache, dass wir uns jetzt auf sie konzentrieren, hat dazu geführt, dass sie die zwei, drei Prozent mehr zeigen."

Weihegold war schon unter Werths Angestellter Beatrice Buchwald erfolgreich gegangen. Bis 2017 hat Madeleine Winter-Schulze, seit Jahrzehnten Mäzenin von Isabell Werth, die Stute nun von den Besitzern geleast. Emilio galt lange als schwierig, mittlerweile deutet er sein Potenzial an. Mit beiden hat Werth bereits in Prüfungen die 80-Prozentpunkte-Marke übertroffen - die Schwelle zur internationalen Spitze. Beim Grand Prix in Balve reichte es mit Weihegold für 81,720 Zählern, mit Emilio sammelte sie 75,960 Punkte.

Werth weiß, dass sie in einer komfortablen Lage ist. Nur wenige ihrer Konkurrenten haben mehrere Top-Pferde in ihren Boxen - nicht einmal Kristina Bröring-Sprehe, die dank Desperados nicht nur in Balve zu den Favoritinnen zählt. "Das ist sicher eine außergewöhnliche Situation", meinte Isabell Werth über ihren hochkarätige Stall-Besetzung. Eine Situation, die ihr den fünften Olympia-Start nach 1992, 1996, 2000 und 2008 ermöglicht.

Außer Werth muss niemand der Kandidaten für die fünf Olympia-Plätze eine stallinterne Ausscheidung bei den beiden Sichtungen im eher ländlichen Balve und beim Klassiker CHIO in Aachen einen Monat später machen. In Balve wird sie mit Weihegold und Emilio nach dem Grand Prix noch im Special starten, am Sonntag wird sie sich dann mit Emilio erstmals auch in der Kür zeigen, die Stute hat Pause.

Einen Favoriten auf den Platz in der deutschen Equipe für Brasilien hat Isabell Werth nicht: "Ich werde den Teufel tun und mich vor Juli festlegen. Warum sollte ich? Das wäre nicht klug."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Reiten

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr