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Youngster Krieg siegt überraschend in Leipzig

Pferdesport Youngster Krieg siegt überraschend in Leipzig

Ein Außenseiter hat das Weltcup-Springen in Leipzig gewonnen. Während die deutschen Top-Reiter patzten, feierte ein 22-Jähriger bei seinem ersten Weltcup den Sieg.

Leipzig. Der Seriensieger patzte, der Außenseiter feierte: Der zuletzt so erfolgreiche Springreiter Christian Ahlmann verpasste beim Weltcup-Heimspiel in Leipzig das Stechen und musste zuschauen, wie sich Niklas Krieg völlig überraschend Platz eins sicherte.

"Das ist eine Sensation", kommentierte Bundestrainer Otto Becker. Der 22 Jahre alte Außenseiter aus Villingen setzte sich bei seinem ersten Weltcup-Auftritt mit einem furiosen Ritt auf Carella durch. "Das ist einfach unglaublich, ich kann das gar nicht realisieren", kommentierte Krieg im MDR. Zu seinem frechen Ritt, der ihm drei Sekunden Vorsprung bescherte, sagte er: "Ich dachte, ich probiere es einfach."

Für den U21-Europameister von 2014 war es bei seinem ersten Weltcup-Start der bisher größte Einzelerfolg. Auf Platz zwei kam vor 8500 Zuschauern der Ire Denis Lynch mit All Star. Zweitbester deutscher Starter war Guido Klatte aus Lastrup, der mit Qinghai auf Platz neun kam.

Der am Vortag im Championat siegreiche Ahlmann musste sich mit Platz 23 zufriedengeben. Ein kleiner Patzer seines Schimmels Colorit kostete vier Strafpunkte. Die Stange sei "mit ein bisschen Pech runtergefallen", kommentierte der Profi aus Marl, der in dieser Saison schon drei Weltcup-Springen gewonnen hat.

Die meisten heimischen Top-Reiter konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen. 15 Deutsche ritten im Normalparcours, doch nur drei blieben fehlerfrei und erreichten das Stechen. Routiniers wie Marcus Ehning (Borken), Marco Kutscher (Bad Essen) und Ludger Beerbaum (Riesenbeck) scheiterten.

Glücklich war der Bundestrainer über den Nachwuchs. Gleich drei Talente qualifizierten sich für die Weltcup-Prüfung, zwei erreichten das Stechen - und Krieg glänzte in der entscheidenden Runde. Der Coach war "begeistert" und lobte: "Das hat er super gemacht. Das ist nicht selbstverständlich, was er hier gezeigt hat."

Zufrieden nach Hause reiste Ahlmann trotzdem. Für den 42-Jährigen hatte sich die Fahrt nach Leipzig gelohnt, weil er beim Championat seiner Siegesserie der vergangenen Wochen einen weiteren ersten Platz hinzufügte. Im Sattel von Cornado gewann Ahlmann und kommentierte glücklich: "Ich genieße das im Moment sehr!"

Der Doppel-Europameister von 2003 hat derzeit eine "Lauf", wie er es selber ausdrückt. Er gewann seit November die Weltcup-Springen in Stuttgart, Madrid und Mechelen. Das neue Jahr startete der Führende des Weltcup-Rankings mit dem Sieg beim Fünf-Sterne-Turnier in Basel und durfte sich in Leipzig über den Erfolg in der zweitwichtigsten Prüfung sowie ein gewonnenes Auto freuen.

"Ich habe im Moment viele herausragende Pferde, die alle auch noch in einer Spitzenform sind", erklärte der Reiter: "Ich habe Kracher unter dem Hintern." Bei aller Freude über den jüngsten Siegeszug hat er aber nicht vergessen, "dass sich so etwas auch schnell wieder ändern kann". Beim Weltcup-Springen bewahrheitete sich das. Das Ranking der Hallen-Serie führt Ahlmann dennoch klar an. Die Qualifikation für das Final-Turnier im März in Göteborg hat er schon lange sicher.

dpa

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