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14 Tore Rückstand: SC DHfK Leipzig vom Bergischen HC in eigener Halle deklassiert

14 Tore Rückstand: SC DHfK Leipzig vom Bergischen HC in eigener Halle deklassiert

Leipzig. Bittere Klatsche für den SC DHfK Leipzig: Die Messestädter unterlagen am Samstagabend dem Bergischen HC deutlich und in der Höhe verdient mit 18:32 (9:18).

Vor 1730 Zuschauern hatten die Hausherren zu keiner Zeit eine Chance gegen ihren Gegner, der die Partie nach Belieben dominierte. Bester Werfer der Gäste war der ehemalige Delitzscher Maximilian Weiß mit acht Treffern.

"Das einzig gute auf Leipziger Seite waren heute die Zuschauer", resümierte ein sichtlich bedienter DHfK-Coach Uwe Jungandreas. Sein Gegenüber Sebastian Hinze konnte sich dagegen über die Eroberung von Tabellenplatz eins freuen. "Ich bin natürlich sehr zufrieden. Und ich denke, dass das Ergebnis so auch in Ordnung geht", sagte der Trainer des BHC.

Dass es schwierig werden würde für die Messestädter, war bereits im Vorfeld klar gewesen. Dass es so schwierig sein würde, vielleicht nicht unbedingt. Ohne Kapitän Thomas Oehlrich, der an einer Schambeinentzündung laboriert, fanden die Hausherren überhaupt nicht in die Partie. Das Kommando auf dem Parkett übernahm von Beginn an der Bergische HC. Koordiniert von Champions-League-Teilnehmer Viktor Szilagyi, der die Bälle im Rückraum klug verteilte, schalteten und walteten die Gäste im Grunde nach Belieben.

Erste DHfK-Auszeit bereits nach 13 Minuten

Bereits nach 13 Minuten nahm Jungandreas die erste Auszeit. Da stand es 3:7. Bei der zweiten von ihm erwirkten Kurzpause in der 23. Minute lautete der Spielstand 6:13. Der Coach der Grün-Weißen tobte, gestikulierte, forderte. Aber gegen die individuelle Klasse des BHC hatten seine Jungs wenig zu bestellen. Immer wieder ermöglichten sie den Kontrahenten leichte Ballgewinne, agierten in der Defensive bei Weitem nicht so aggressiv wie gewöhnlich und konnten so nur selten ein eigenes Ausrufezeichen setzen. Der kongeniale Szilagyi konnte so bereits nach 15 Minuten erstmals auf der Bank Platz nehmen. Er kam bis zur Pause nur noch in Unterzahl zum Einsatz. Mehr war, zum Leidwesen der Hausherren, auch nicht nötig. Nach der ersten Hälfte hieß es 9:18.

"Wir haben nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", resümierte Ulrich Streitenberger später. "Wir waren in keiner Phase in der Lage, dem Gegner etwas entgegenzusetzen." Sein Trainer bezeichnete die Leistung später als Versagen in allen Mannschaftsteilen. "Thomas Oehlrich hat uns an allen Ecken und Enden gefehlt", so Jungandreas, der das aber nicht als Ausrede gelten lassen wollte. "Auch andere Mannschaften haben Verletzte."

In die zweite Hälfte starteten die Leipziger dann zwar mit Treffern von Rico Göde und Steve Baumgärtel. Doch an den herrschenden Kräfteverhältnissen änderte das nichts. In der 36. Minute lagen die Gäste erstmals mit zehn Toren in Front. Und diesen Vorsprung konservierten sie. Auch wenn die Hausherren nun das eine oder andere Mal auftrumpfen konnten. Es waren sehr kleine Blitzlichter an einem aus grün-weißer Sicht wenig hellen Abend. Denn nach wie vor fehlte es allerorten am gewohnten Biss. Deutliches Zeichen dafür: Auch in der 49. Minute hatten die Gastgeber noch nicht eine Zeitstrafe kassiert. "Wir haben nicht die Leidenschaft gezeigt, die uns in der Vergangenheit ausgezeichnet hat", monierte Uwe Jungandreas.

Karsten Günther: "Das hat deutlich gemacht, wie weit unser Weg ist"

Beim Stand von 15:29 in der 50. Minute war denn auch für die ersten Leistungsträger des Bergischen HC Feierabend. Viktor Szilagyi durfte auf der Bank Platz nehmen, ebenso der bärenstarke Maximilian Weiß, der zuvor am Kreis dominiert hatte. Zum Zug kamen nun nicht weniger namhafte Akteure wie Stanko Sabljic oder zuvor bereits Arnor Gunnarsson. Angesichts solcher Personalalternativen dürfte so manchem Leipziger Fan eine Träne im Auge gestanden haben.

DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther wirkte nach dem Schlusspfiff sichtlich ernüchtert. "Ich hoffe sehr, dass die heutige Vorstellung die absolute Ausnahme bleibt", sagte er nach der Schlusssirene. "Auch gegen einen Aufstiegsfavoriten muss man sich nicht so präsentieren." Dass der mit einem deutlich höheren Etat ausgestattete Bergische HC über einen starken ausgeglichenen Kader verfüge, sei bekannt gewesen. "Was wir heute gesehen haben, ist in jeder Hinsicht das, was man bringen muss, um aufzusteigen", so Günther. "Das hat noch einmal sehr deutlich gemacht, wie weit unser Weg ist."

Leipzig:

Pulay; Krechel; Dietzmann; Emanuel; Streitenberger (1); Baumgärtel (1); Binder (1); Boese (4); Jacob (3); Riehn (1); Prokopec; Feld (3); Göde (4); Müller; Telehuz.

Bergischer HC:

Stochl; Huhnstock; Hoße (3); Vitek (1); Sabljic; Hegemann (1); Gunnarsson (2); Nippes (4); Oelze (2); Artmann; Wöss (2); Weiß (8); Szilagyi (3); Berggren (5).

Strafen:

Leipzig 1; Bergischer HC 2.

Siebenmeter:

Leipzig 0/1; Bergischer HC keine.

Antje Henselin-Rudolph

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