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Abschied ohne Siebenmeter: Philipp Pöter sagt Tschüss beim SC DHfK

Handball-Bundesliga Abschied ohne Siebenmeter: Philipp Pöter sagt Tschüss beim SC DHfK

Spielmacher Philipp Pöter läuft nach seiner schweren Verletzung wieder, mit einem Siebenmeter will er sich am Sonntag aber nicht von seinen Fans verabschieden. Im Sommer wechselt er nach Wetzlar.

Spielmacher mit Wucht: Philipp Pöter.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Philipp Pöter läuft wieder ohne Krücken. Vor dem letzten Heimspiel des SC DHfK Leipzig in dieser Saison am Sonntag (Anwurf 17.15 Uhr) wäre sogar ein Kurzeinsatz des Spielmachers für einen Siebenmeter denkbar. Genug Platz im Kader ist vorhanden. Trainer Christian Prokop kann für 14 freie Plätze gerade 13 gesunde Spieler aufbieten, darunter drei Torhüter.

Für Pöter wäre es ein denkwürdiger Abschied von den Fans, bevor er im Sommer zur HSG Wetzlar wechselt. Der 30-Jährige winkt ab. „So etwas mache ich nicht. Entweder bin ich fit und spiele richtig oder gar nicht“, sagt er. Dass Pöter so schnelle Fortschritte gemacht hat, grenzt fast an ein Wunder.

Unvergessen ist der Schreckmoment im Spiel beim ThSV Eisenach vor gut zwei Monaten. Mit einem lauten Schrei und einem verdrehten Fuß blieb er dort auf dem Parkett liegen. Die Halle war sofort still, Mitspieler wendeten sich beim Anblick ihres Kollegen mit gesenktem Blick ab. Die Diagnose: Sprunggelenkfraktur am rechten Außenknöchel und ein Riss des Syndesmosebandes.

„Solche Schmerzen hatte ich noch nie“, so Pöter. Für die Rückfahrt nach Leipzig bekam er starke Medikamente. „Ich war sofort wie süchtig, wollte immer mehr davon, der ganze Körper hat geprickelt“, so der Rückraumspieler. Die Dosis wurde nicht erhöht, Pöter aber noch in der Nacht operiert. Es schloss sich die Rehabilitation an. „Die Ärzte haben sich anschließend so um mich gekümmert, als ob ich hier noch ewig spiele“, sagt der künftige Hesse. Für ihn sei das nicht selbstverständlich.

Aus Leipzig verabschiedet er sich nun mit viel Wehmut. „Es waren die schönsten Jahre, die ich als Handballer bisher hatte“, so Pöter. Und der Sport schreibt so seine Geschichten. Zum letzten Mal trägt er das DHfK-Trikot in der kommenden Wochen auswärts bei seinem neuen Verein zum Saisonabschluss.

Im Sommer trifft Pöter dann erneut auf den SC DHfK. Mit Wetzlar startet der beim Heide-Cup in Schneverdingen. Zu diesem Turnier hat Pöter in den vergangenen Monaten eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. Cup-Gewinner im vergangenen Jahr waren die Leipziger, der Pokal stand seitdem in der Wohnung von Pöter. Der Verein hat jetzt seine Trophäen durchgezählt und den Verlust bemerkt. Pöter rückte den vergoldeten Ball sofort wieder heraus.

Freuen sich über den Heide-Cup: Behnjamin Meschke, Philipp Pöter, Co-Trainer André Haber und Bastian Roscheck.

Quelle: Privat

Neben Pöter werden am Sonntag auch Philipp Weber (HSG Wetzlar), Felix Storbeck (ASV Hamm-Westfalen), Sergey Zhedik (Katar), Benjamin Herth (noch ohne Verein), Sebastian Greß (HC Elbflorenz), Gregor Remke, Philip Jungemann (Aue) und Jonas Hönicke (Dessau) verabschiedet.

Für das Spiel wurden bereits fast 4000 Karten abgesetzt. Nach dem Spiel wird dann in der Arena richtig gefeiert. Ein großes Fanfest mit Livemusik der Band Four Roses, Belantis-Fotobox, Hüpfburg, Freibier und vielen weiteren Überraschungen wartet auf alle Besucher. Schon vor der Partie werden Lose für eine Tombola verkauft. Verlost werden die Trikots der aktuellen Mannschaft.

Matthias Roth

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