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Aus für Weber und Storbeck: LVZ.de erklärt die Personalien beim SC DHfK Leipzig

Bundesligist baut das Team um Aus für Weber und Storbeck: LVZ.de erklärt die Personalien beim SC DHfK Leipzig

Der SC DHfK Leipzig überrascht kurz vor Weihnachten mit Personalentscheidungen. Felix Storbeck und Philipp Weber erhalten keine neuen Verträge. Tobias Rivesjö und Peter Strosack kommen neu ins Team. LVZ.de erklärt alle Veränderungen beim Erstligisten.

Felix Storbeck (ganz links) und Philipp Weber (daneben) erhalten keinen neuen Vertrag beim SC DHfK Leipzig.
 

Quelle: Christian Modla / LVZ

Leipzig. Personalhammer kurz Weihnachten bei den Handballern des SC DHfK Leipzig: Torhüter Felix Storbeck und Rückraumspieler Philipp Weber erhalten im Sommer keine neuen Verträge beim Aufsteiger. Bereits im Januar verstärkt Peter Strosack von Bayer Dormagen die Mannschaft. Zur neuen Saison kommt dann der Schwede Tobias Rivesjö vom HC Erlangen. Auch auf der Torhüterposition deutet sich eine weitere kurzfristige Veränderung an. Die Mannschaft muss in diesem Jahr noch in Göppingen und Melsungen antreten. LVZ.de erklärt alle Veränderungen.

1.Diese Spieler müssen gehen

Felix Storbeck

Der 23-Jährige kam in dieser Saison an Milos Putera nicht vorbei. Vor allem zu Beginn der Hinrunde zeigte der Slowake überragende Leistungen. Zuletzt war Trainer Christian Prokop mit seinem Keeper-Gespann nicht mehr zufrieden. Der Verein will auf dieser Position neue Akzente setzen. Zudem soll Storbeck sich durch einen Wechsel weiterentwickeln und mehr Einsatzzeiten erhalten. Der SC DHfK Leipzig hofft auf den Quenstedt-Effekt. Der Torhüter des SC Magdeburg verließ mit 22 Jahren seinen Stammverein und reifte bei TuS Nettelstedt-Lübbecke. Nach zwei Jahren kehrte er zum SCM zurück. Heute ist Dario Quenstedt Nationalspieler. Für Storbeck ist ein ähnlicher Weg möglich.

Philipp Weber

Er ist der Mann für die genialen Augenblicke und hat im Angriff Lösungen parat, die keiner auf der Rechnung hat. Vom Siebenmeterpunkt ist er eiskalt und lässt sich auch von großen Namen im Tor nicht beeindrucken. Die Fans lieben Weber dafür. Für Trainer Prokop stimmt aber das Gesamtpaket nicht. Der Coach setzt auf Stärken in Angriff und Abwehr. In der Defensive zeigte Weber immer wieder Schwächen.

2.Diese Spieler kommen neu

Peter Strosack

Auf Rechtsaußen war Lucas Krzikalla in dieser Saison bisher Alleinunterhalter. Er leidet aber unter Achillessehnenproblemen, muss operiert werden und fällt rund zehn Wochen aus. Helfen soll nun Peter Strosack von Bayer Dormagen. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Krzikalla und hat sich unter mehreren, über Monate beobachteten Kandidaten durchgesetzt. Der 21-Jährige stößt im Januar zur Mannschaft und bekommt einen Einjahresvertrag.

Tobias Rivesjö

Der SC DHfK und der Schwede haben im Sommer heiß miteinander geflirtet. Bereits da sollte er für den linken Rückraum verpflichtet werden. Rivesjö hatte aber noch bis 2016 einen gültigen Kontrakt beim TV Emsdetten. Nach finanziellen Problemen der Westfalen wechselte er in der laufenden Saison zum HC Erlangen und ersetzte dort den verletzten Pavel Horak. Im Sommer ist der Weg für Leipzig und einen Vertrag bis 2018 frei.

3.Die Torhüter in der laufenden Saison

Milos Putera

Nach seinem Bizepsriss wurde der Slowake operiert, fällt aber mehrere Monate aus. Nach überzeugenden Leistungen zu Saisonbeginn hat der SC DHfK den Vertrag mit Putera gerade bis 2017 verlängert. „Für eine Verletzung kann niemand etwas“, sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther.

Mathias Lenz

Der ehemalige Großwallstädter hilft als Blitztransfer für drei Spiele aus. Klar ist jetzt, Lenz fährt auch mit nach Melsungen und lässt dafür die Weihnachtsfeiertage mit der Familie sausen. Danach ist aber schon wieder Schluss in Leipzig. Lenz geht zurück nach Mannheim und arbeitet wieder als Lehrer.

Mr. Unbekannt

Im Januar hätte Coach Prokop nur noch Storbeck und den erst 17 Jahre alten Nachwuchsmann Jan Guretzkij zur Verfügung. Der Verein kündigte am Dienstag einen weiteren Transfer an, hüllt sich beim Namen aber noch in Schweigen. Möglich ist eine internationale Lösung mit der Verpflichtung eines Schlussmannes von einem ausgeschiedenen Teilnehmer in der Champions League. Näher liegt aber eine Lösung innerhalb der Bundesliga. Und dort schauen alle auf den insolventen HSV Hamburg. Johannes Bitter will bis zur letzten Möglichkeit ausharren. Bliebe noch Jens Vortmann. Zum 28-Jährigen hatte der SC DHfK bereits im Sommer Kontakt. Da entschied sich der gebürtige Berliner aber noch für die namhafteren Hamburger. Konkret äußern will sich noch niemand. Eine Entscheidung über Vortmanns Zukunft wird nach dem letzten Spieltag in diesem Jahr erwartet.

4.Zukunft ungewiss

Philipp Pöter

Er ist der Gestalter, Antreiber und Vollstrecker beim SC DHfK. Philipp Pöter spielt gerade die Saison seines Lebens und will dennoch Leipzig möglicherweise verlassen. Der Grund ist die Familie: Pöters Partnerin arbeitet in Essen bei der Polizei und macht dort Karriere. Das Paar lebt rund fünf Autostunden voneinander entfernt. Über die Weihnachtsfeiertage will sich der 29-Jährige zu Hause mit seinen Angehörigen noch einmal beraten. Ein Wechsel wäre keine Entscheidung gegen Leipzig, sondern eine für die Familie, heißt es. Ein neues Team müsste sich in zumutbarer Nähe von Essen befinden. Heiße Kandidaten: Bergischer HC, VfL Gummersbach und die HSG Wetzlar. Vieles deutet auf die Hessen hinaus. Dort laufen gleich bei mehreren Rückraumspielern die Verträge aus.

Sergey Zhedik

Neue Kultur, neue Sprache und gleich eine Verletzung zu Saisonbeginn: Neuzugang Sergey Zhedik hat die Erwartungen noch nicht erfüllt. Er spielt in der Rückrunde um eine weitere Saison beim SC DHfK Leipzig.

5.Warum verändert der SC DHfK seine Mannschaft?

Der Blick geht in die neue Saison. Bei einem Klassenerhalt der Leipziger wird es nicht einfacher. Mit dem HC Erlangen, GWD Minden und dem HSC 2000 Coburg stehen drei finanzstarke Teams vor dem Aufstieg. Sie haben das Potential, mit ihrem kräftigen Umfeld, die Klasse zu halten. „Es warten große Herausforderungen auf uns, denn wir wollen die aktuelle Entwicklung auch künftig fortsetzen. Dafür ist es notwendig, auch im Team neue Impulse zu setzen“, sagte DHfK-Geschäftsführer Günther. Die Entscheidungen traf er zusammen mit Prokop, Manager Maik Gottas und Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar.

6.Das sagen die Verantwortlichen

Trainer Christian Prokop: „Die Erwartungshaltung in Leipzig wird nicht geringer. Ich hoffe zunächst auf den Klassenerhalt. Unser Ziel ist die Etablierung in der 1. Bundesliga, dafür muss ein Spieler im Gesamtpaket funktionieren.“

Geschäftsführer Karsten Günther: „Die Trennung von Felix und Philipp fällt uns sehr schwer, beides sind Superjungs. Wir müssen aber die Gesamtentwicklung im Blick haben, das gehört im Profigeschäft dazu. Gefreut hat sich natürlich keiner, als wir es ihnen am Montag gesagt haben.“

7.Wer ist noch betroffen?

Die Fans

Storbeck und Weber gehören zu den Publikumslieblingen. Nach gehaltenen Bällen grölen 4000 Fans lautstark: „Felix, Felix!“. Maskottchen BalLEo hält sogar regelmäßig eine Tafel mit Storbecks Vornamen in seiner Pfote. Weber sorgt mit seinen überraschenden Spielzügen und den sicher verwandelten Siebenmetern für Begeisterungsstürme. Die Anhänger werden sie vermissen.

Der HCL

Sowohl Storbecks Freundin Helena Hertlein als auch Webers Partnerin Anne Hubinger spielen beim HC Leipzig in der 1. Handball-Bundesliga der Frauen. Sie müssen sich ab Sommer wohl auf Fernbeziehungen einstellen.

Von Matthias Roth

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