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„Bin kein Vollidiot“ – Philipp Seitle kehrt mit Coburg zum SC DHfK Leipzig zurück

„Bin kein Vollidiot“ – Philipp Seitle kehrt mit Coburg zum SC DHfK Leipzig zurück

Philipp Seitle freut sich auf diesen Knüller in der 2. Handball-Bundesliga. Am Sonnabend tritt der 28-Jährige mit seinem HSC 2000 Coburg beim SC DHfK Leipzig in der Arena an.

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Philipp Seitle im Trikot des SC DHfK Leipzig.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig/Coburg. Für den Rückraumspieler ist es eine Reise zurück in seine Vergangenheit.

Fast drei Jahre war er für die Grün-Weißen aus Sachsen aktiv, zuvor bereits zwei Jahre für Concordia Delitzsch. „Es ist immer etwas Besonderes gegen seinen ehemaligen Verein zu spielen“, sagt Seitle. Sein Engagement in Leipzig endete 2013 allerdings mit dem Rauswurf.

Rückblick: Nach der Insolvenz von Delitzsch wechselte Seitle 2010 zum SC DHfK. Die Aufgabe damals war klar: Aufstieg in die 2. Bundesliga. Besonders die knallharten Schlagwürfe des 1,80-Meter-Mannes waren gefürchtet. Seitle entschied mit seinen Geschossen die Drittligaspiele teils im Alleingang. Am Ende stand die umjubelte Qualifikation für die 2. Bundesliga.

Ein Jahr später suchte Seitle eine neue Herausforderung und damit begann auch die Leidenszeit des damals 26-Jährigen. Er wechselte in die 1. Bundesliga, trug das Trikot vom TV 1893 Neuhausen und saß zumeist auf der Bank. In einer Blitzaktion holten ihn die Leipziger wenige Monate später zurück. Zwar half der alte Neuzugang bei der Mission Klassenerhalt, seine ganz große Form von einst fand er aber nicht wieder. Dafür ließ der Spielgestalter sich gern von den abendlichen Verlockungen der Leipziger Innenstadt ablenken.

„Disziplinarischer Verstoß“ heißt so etwas im offiziellen Sprachgebrauch des Vereins. Und so ein Verstoß wurde Seitle im Dezember vergangenen Jahres schließlich zum Stolperstein. Gemeinsam mit seinen Kollegen Alen Milosevic und Philipp Weber schlug er über die Strenge. Dem SC DHfK reichte es, er warf Seitle raus. Seine Mitstreiter kamen mit einer Verwarnung davon. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, doch Philipp hat trotz mehrmaliger Besserungsgelöbnisse nicht die richtige Einstellung zum Leistungssport gefunden“, sagte Geschäftsführer Karsten Günther damals.

"Jan Gorr hat mich entwickelt"

Jetzt, neun Monate später, hat der Handball-Profi seinen Frieden mit der alten Geschichte gemacht. „Ich denke zwar noch daran, will aber nicht nachkarten“, betont er. In Coburg hat Seitle einen Neuanfang gewagt und nach einer Eingewöhnungsphase zu alter Stärke zurückgefunden. Mit dem HSC 2000 schaffte er erneut den Sprung in die 2. Bundesliga. „Da habe ich gezeigt, dass ich kein Vollidiot bin“, so Seitle, der neben dem Sport jetzt auch Sportmanagement studiert. Geholfen hat ihm dabei sein Trainer Jan Gorr. „Er hat mich in der Spielführung und technisch-taktisch entwickelt“, sagt der Schützling. Geblieben aus der alten Zeit sind die gefährlichen Schlagwürfe. „Das ist mein Markenzeichen“, so Seitle.

Coburg gilt als eine Art Filiale des SC DHfK. Neben Seitle spielen auch die ehemaligen Leipziger Oliver Krechel, Matthias Gerlich und Till Riehn für die Franken, mit Erfolg. Die ersten beiden Saisonspiele gewann der Neuling. In der vergangenen Woche kassierte der HSC zwar eine 21:25-Niederlage gegen das ambitionierte Team aus Bittenfeld, aber auch viele Lob für das eigene Spiel.

DHfK-Coach Christian Prokop warnt deshalb: „Coburg ist  kein normaler Aufsteiger, die sind gespickt mit zweit- und erstligaerfahrenen Leuten. Dazu die vier Ex-Leipziger, die natürlich den Ehrgeiz haben, uns zu zeigen, was sie können. Aber es wäre ein Fehler, sich nur auf diese Spieler zu konzentrieren“, hat der Trainer erkannt. Vor allem die beiden Außenspieler Florian Billek (kam vom Erstligisten Balingen-Weilstetten) und Steffen Coßbau (ausgebildet in der Kaderschmiede des SC Magdeburg und zuletzt bei Eintracht Hildesheim unter Vertrag) trafen sicher. In drei Spielen erzielten sie zusammen 28 Tore.

Trotz des erfolgreichen Starts macht sich Seitle für das nächste Spiel in Leipzig wenige Illusionen. „Es wäre vermessen zu sagen, wir gewinnen auf jeden Fall“, meint er. Und eine Sache ist für Seitle auch klar: „Ich glaube, Leipzig schafft diese Saison den Aufstieg.“ Trainer Christian Prokop habe endlich die Mannschaft zusammen, die er immer haben wollte.

Der SC DHfK Leipzig möchte am Sonnabend neben seinem Stammpublikum auch die Fans von RB in die Arena für eine stimmgewaltige Unterstützung locken. Gegen Vorlage der Eintrittskarte vom Braunschweig-Spiel am Mittag zuvor erhalten sie bei den Grün-Weißen ein Ticket für zehn statt für 14 Euro. Erwartet werden mehr als 2000 Anhänger, darunter etwa 150 aus Coburg. LVZ-Online überträgt die Partie per Audio-Livestream.

Matthias Roth

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