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Blamage in Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig unterliegt Tabellenschlusslicht Henstedt-Ulzburg

Blamage in Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig unterliegt Tabellenschlusslicht Henstedt-Ulzburg

Leipzig. "Dank" einer erschreckend schwachen Leistung haben die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig am Dienstagabend die dritte Niederlage in Folge kassiert.

Die völlig indisponierten Messestädter unterlagen dem Tabellenschlusslicht SV Henstedt-Ulzburg mit 25:31 (15:11). Vor der Minuskulisse von 1048 Zuschauern fand der SC DHfK nie zu seinem Spiel.

"Ich bin maßlos enttäuscht", kommentierte DHfK-Coach Uwe Jungandreas knapp. "Uns hat erneut von der ersten Minute an die Leidenschaft gefehlt. Wir hatten uns vorgenommen, emotionaler zu agieren, aggressiv in die Zweikämpfe zu gehen. Nichts davon haben wir umgesetzt."

Tatsächlich glich die Begegnung aus Leipziger Sicht einem Trauerspiel. Wer nach der langen Wartezeit - die Partie wurde mit 45 Minuten Verspätung angepfiffen - auf eine spielerische Entschädigung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Partie bot in der ersten Halbzeit quasi keine Höhepunkte. Die Hausherren offenbarten erneut erschreckende Schwächen im Angriff. Fehlpässe, überhastete Abschlüsse und andere Unkonzentriertheiten verhinderten zahlreiche Tore. Erneut machte sich das Fehlen von Thomas Oehlrich und Eric Jacob, die beide wohl erst zur Rückrunde ins Team zurückkehren werden, schmerzlich bemerkbar. Ersterer wurde vor allem auch in der Abwehr vermisst, wo sich am Kreis größere Lücken auftaten.

Gabor Pulay hält den SC SHfK im Spiel

"Wir werden nun alle Steine in der Mannschaft umdrehen", meinte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther nach der Partie auf die Frage, ob der Club angesichts der Verletztenmisere und der anhaltenden Leistungsprobleme nun personell noch einmal nachlegen werde. "Ich möchte allerdings auch klarstellen: Wir haben auch mit einer dezimierten Mannschaft schon gewonnen und gute Spiele gesehen. Das allein kann es also nicht sein."

Zum Glück für die Gastgeber lief es auch beim SV Henstedt-Ulzburg alles andere als rund. Nachdem die Schleswig-Holsteiner aufgrund einer dreistündigen Vollsperrung der Autobahn erst etwa 40 Minuten vor Spielbeginn eingetroffen waren, verwunderte dieser Umstand kaum. Überdies zeigte sich Gabor Pulay im Leipziger Tor einmal mehr bestens aufgelegt. In Hälfte eins hielt er 15 Würfe, darunter einen Siebenmeter. "Das reicht eigentlich für ein ganzes Spiel", so Jungandreas. Vor allem auch seinetwegen gerieten die Grün-Weißen zwischenzeitlich nicht in Rückstand. Erst kurz vor der Pause erhöhten sie dank einer kleinen Trefferserie ihren bis dato stets knappen Vorsprung auf vier Tore.

13 Minuten ohne einen Angriff

Doch was die Jungs um Kapitän Rico Göde dann zu Beginn von Hälfte zwei boten, spottete fast schon jeglicher Beschreibung. In den ersten 13 Minuten brachten die im Angriff regelrecht hilflos wirkenden Hausherren lediglich einen Treffer zustande. Da es auch in der Abwehr haperte, leuchtete in der 43. Minute plötzlich ein 16:20 auf der Anzeigetafel. Denn die Gäste hatten die Schwächephase des SC DHfK clever genutzt. Vor allem Rasmus Gersch trumpfte auf. "Wir haben uns nie entmutigen lassen und versucht einfach Tore zu erzielen", schätzte Gästetrainer Tobias Skerka im Anschluss ein.

"Ich kann mir das nicht erklären", sagte Till Riehn nach der Partie beinahe tonlos. Als einer der wenigen Leipziger Akteure war er nach dem Anpfiff ansprechbar. Einige hatten das Parkett fast schon fluchtartig verlassen. Bei mehreren schimmerten Tränen in den Augen. "Ich kann jetzt nur von mir sprechen", so Riehn. "Ich war in der Schlussphase dann einfach viel zu überdreht, viel zu hektisch." Seinen Jungs habe die nackte Angst im Nacken gesessen, analysierte Uwe Jungandreas später. Die Angst lähmte seine Jungs. Selbst einfache Würfe und Pässe gingen in der Schlussphase daneben.So gelang es den weit gereisten Jungs des SV Henstedt-Ulzburg den Vorsprung sogar auszubauen und zwei Punkte zu sichern.

"Sicher fehlt es uns insgesamt an Qualität", räumte Karsten Günther ein. "Aber mir fehlt auch die hunderprozentige absolute Bereitschaft. Zur Halbzeit steht es 15:11. Die Jungs hatten es doch in der Hand." Wichtig sein nun, nicht den Kopf zu verlieren, so der Geschäftsführer. "Wir dürfen nicht in einen Strudel geraten."

Leipzig:

Galia; Pulay; Müller (1); Dietzmann (1); Emanuel (2); Streitenberger (1); Baumgärtel; Binder (3); Boese (8/2); Riehn (3); Prokopec (5); Telehuz; Göde (1).

Henstedt-Ulzburg:

Noel; Hampel; Hipler; Krügel; Pries (1); Kibat (6); Makowka (4); Kohnagel (1); Lang (3); Gersch (9/3); Lauenroth (5/1); Völzke; Thöneböhn (2); Liebe.

Siebenmeter:

Leipzig 2/2; Henstedt-Ulzburg 4/6.

Strafen:

Leipzig 3; Henstedt-Ulzburg 2.

Antje Henselin-Rudolph

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