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Bundestrainer: Abschied von Prokop beim SC DHfK Leipzig immer wahrscheinlicher

„Gespräche seit Wochen“ Bundestrainer: Abschied von Prokop beim SC DHfK Leipzig immer wahrscheinlicher

Schon seit mehreren Wochen buhlt DHB-Vize Bob Hanning um die Dienste von DHfK-Coach Christian Prokop. Jetzt wird ein Abschied in Leipzig immer wahrscheinlicher.

Christian Prokop wird den SC DHfK Leipzig wohl verlassen. (Archivfoto)
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Was beim Auswärtsspiel des SC DHfK Leipzig bei den Füchsen Berlin in der vergangenen Woche noch als heißes Gerücht die Runde machte, wird nun immer konkreter: Trainer Christian Prokop steht vor seinem Abschied beim Handball-Erstligisten aus Sachsen und soll Nachfolger von Bundestrainer Dagur Sigurdsson werden. „Es ist richtig, Bob Hanning hat mich kontaktiert und wir sprechen seit mehreren Wochen mitei´nander“, bestätigte Prokop gegenüber LVZ.de. Hannnig ist nicht nur Manager der Füchse, sondern in Personalunion auch Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB). „Ja, ich habe für den Fall einer Notwendigkeit eine grundsätzliche Bereitschaft bei Christian Prokop nachgefragt“, sagte Hanning dem Sportinformationsdienst.

Seit Wochen wird über einen Abschied von Sigurdsson spekuliert. Der Isländer besitzt zwar noch einen Kontrakt bis 2020, kann bis Ende des Jahres aber eine Ausstiegsklausel ziehen. „Es gibt Interesse von anderen Vereinen und Clubs. Es kann sein, dass ich wechsele. Ich nehme mir ein paar Wochen Zeit, um eine Entscheidung zu treffen“, sagte Sigurdsson erst am Dienstagabend wieder in der Talkrunde von Markus Lanz.

Weggang ist keine beschlossene Sache

Hanning spricht somit schon seit längerer Zeit mit potentiellen Nachfolgern, bevor das Amt überhaupt zur Verfügung steht. „Ganz Handball-Deutschland wünscht sich doch, dass Dagur weitermacht“, meint DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. Die Diskussion um Christian Prokop sieht er als „Wertschätzung für unsere Arbeit“. Die Zusammenarbeit des SC DHfK mit seinem Coach empfindet Günther als Erfolgsmodell. Ein Weggang des seit drei Jahren in Leipzig arbeitenden Übungsleiters ist für den Geschäftsführer auf keinen Fall eine beschlossene Sache. „Dagur hat nicht gekündigt und Christian hat bei uns einen Vertrag bis 2021“, so Günther. Zudem habe der DHB auch nicht offiziell angefragt.

Sollte diese Anfrage aber noch folgen, dann müsste der Verband wohl tief in die Tasche greifen. Nach Informationen von LVZ.de besitzt Prokop nämlich keine Ausstiegsklausel. Beide Seiten hatten noch vor rund fünf Wochen, bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Prokop betont, noch viel miteinander vorzuhaben. Von der Teilnahme am Europapokal in den kommenden Jahren war unter anderem die Rede. Ein Weggang des DHfK-Trainers, möglicherweise im kommenden Sommer, hätte zwangsläufig Veränderungen in den sportlichen Abläufen zur Folge.

Prokop: „Habe es Mannschaft und Verein zu verdanken“

Der Trainer wollte sich nach der Auswärtspartie in Berlin noch gar nicht zu den Personalplänen äußern. Inzwischen spricht er darüber. „Dass ich weit oben auf der Liste stehe, habe ich meiner Mannschaft und dem Verein zu verdanken“, so Prokop. Die Art wie sein Team Handball spiele, sorge dafür, dass er im Fokus des DHB gelandet sei. Es falle ihm schwer, die sich nun anbahnende Entscheidung für Leipzig oder den Nationaltrainerposten zu treffen. Eine interessantes Amt und eine spannende Aufgabe wäre das Engagement beim DHB auf jeden Fall, so der 37-Jährige. Weiterer Vorteil: Der bekennende Familienmensch und zweifache Vater könnte weiter in Leipzig wohnen bleiben. Hier arbeitet seine Frau als Lehrerin und haben die beiden Kinder ihr gewohntes Umfeld.

Für Prokop ging es seit seinem Engagement in Leipzig nur bergauf. Der Coach formte mit vielen Weggefährten aus seiner Zeit als Nachwuchstrainer beim SC Magdeburg eine schlagkräftige Truppe in der 2. Bundesliga und schaffte schließlich 2015 den Aufstieg. Gleich im ersten Jahr wurde er für den sicheren Klassenerhalt im Oberhaus von seinen Kollegen zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Vor seinem Wechsel auf Bank spielte der gebürtige Köthener unter anderem beim HC Wuppertal und bei Minden.

Hanning würde bei einer Verpflichtung von Prokop nicht nur eine der größten Handballtrainer-Hoffnungen zum DHB locken, sondern einen Konkurrenten in der Bundesliga gleich noch mitschwächen. Über einen möglichen Nachfolger spricht beim SC DHfK noch niemand.

Offiziell steht die nächste Aufgabe an erster Stelle. Am kommenden Sonntag (Anpfiff 15 Uhr) empfängt der SC DHfK die GWD Minden. In der Heimpartie liegen für die Leipziger die Punkte 14 und 15 bereit. Die Mannschaft soll in der Vorbereitung dafür möglichst wenig gestört werden.

Matthias Roth

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