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Christian Prokop wird beim All Star Game als neuer Bundestrainer präsentiert

In Leipzig Christian Prokop wird beim All Star Game als neuer Bundestrainer präsentiert

Eine monatelange Debatte hat wenige Stunden vor dem All Star Game in Leipzig offenbar ihren Abschluss gefunden. DHfK-Trainer Christian Prokop soll am Abend als neuer Bundestrainer präsentiert werden.

Dagur Sigurdsson (links) geht, Christian Prokop übernimmt.

Quelle: Imago

Leipzig. Vier Monate dauerte das Ringen um Christian Prokop, mit Zusagen und Absagen, stets neuen Wasserstandsmeldungen und am Ende der sich stets wiederholenden Aussage von Verband und Verein: „Es gibt nichts Neues“. Die Kuh ist nun endgültig vom Eis: Der Coach des SC DHfK Leipzig wird neuer Bundestrainer, die offizielle Bestätigung soll zeitnah noch am Freitag erfolgen.

Wenige Stunden vor dem All Star Game am Freitagabend in Leipzig (Anpfiff 20.15 Uhr, live bei Sport 1) hat am späten Vormittag noch einmal das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) getagt. Hauptpunkt der Runde: die Einigung zwischen SC DHfK und Verband. Das Gremium hat den Deal um den Bundestrainer nach LVZ-Informationen nun abgenickt. Dem Vernehmen nach liegt die Ablösensumme bei 500.000 Euro. Prokop kann damit seinen neuen Fünfjahresvertrag unterschreiben.

Für 19.15 Uhr hat der DHB zu einer Pressekonferenz in die Arena Leipzig eingeladen. Während sich einige Meter weiter auf dem Parkett die deutsche Auswahl und die All Stars erwärmen, sollen dann voraussichtlich die Details der Einigung verkündet werden. Kurz nach 20 Uhr werden der noch amtierenden DHB-Chefcoach Dagur Sigurdsson und die WM-Medaillengewinner im All Star Team geehrt. Gut möglich, dass dann den 7000 Zuschauern in der Halle auch offiziell der neue Bundestrainer vorgestellt wird.

Nachfolge beim SC DHfK noch offen

Es soll in diesem Zusammenhang aber die einzige Personalie am Freitag bleiben. Nach wie vor offen ist Prokops Nachfolge beim SC DHfK. Erster Kandidat bleibt Michael Biegler. Bei ihm steht eine Einigung zwischen den Leipzigern und dem DHB noch aus. Grundkonflikt: Biegler soll bereits am 1. Juli beim Bundesligisten anheuern und in Doppelfunktion auch die deutsche Frauennationalmannschaft zur Heim-WM führen. Der DHB, bei dem Biegler noch bis Jahresende unter Vertrag steht, ist von dem Plan offenbar wenig begeistert und sieht sein Prestigeprojekt, ein Turnier zu Hause mit einer Medaille als Ziel, gefährdet. Weitere Verhandlungsrunden zwischen den Grün-Weißen und dem Verband sollen folgen.

Dreiecksverhältnis mit vielen Schlagzeilen

Das Dreiecksverhältnis zwischen Prokop, SC DHfK und DHB besteht bereits seit Anfang Oktober. Kurz nach seiner mündlichen Zusage, den noch bis 2018 laufenden Vertrag in Leipzig vorfristig bis 2021 zu verlängern, meldete sich der DHB beim gebürtigen Köthener und fühlte bei ihm vor. Prokop unterschrieb wenige Tage später dennoch bei seinem Herzensverein. Vor allem DHB-Vizepräsident Bob Hanning ließ danach trotzdem nicht locker. Erstmals wurde der Flirt im Umfeld des Bundesligaspiels der Leipziger bei den Füchsen Berlin Anfang November öffentlich

Für Prokop begann eine emotionale Achterbahnfahrt mit ihrem Höhepunkt drei Wochen später nach der Auswärtsbegegnung bei der SG Flensburg-Handewitt. Zunächst erlebte der Trainer ein überwältigendes Bekenntnis der Leipziger Fans beim Heimspiel gegen Minden. Tausendfach riefen sie seinen Namen und hielten Blätter mit seinen Initialen in die Luft – eine deutliche Aufforderung zum Bleiben. Prokop, von diesem Bekenntnis sichtlich sehr angetan, sagte dem DHB ab und informierte darüber auch die Mannschaft. „Letztendlich habe ich da einen Fehler gemacht, weil ich mich aufgrund der Emotionalität umstimmen ließ“, sagte er diese Woche rückblickend im LVZ-Interview.

Hanning und Co. ließen auch danach nicht locker und die Tür zur Nationalmannschaft blieb geöffnet. Sie lockten sie Prokop mit einer Doppelfunktion und gewannen schließlich das Tauziehen. Nach der Partie in Flensburg erklärte der Übungsleiter Ende November zu nächtlicher Stunde den verdutzten Spielern und Journalisten: „Ich möchte das Amt des Bundestrainers übernehmen.“

Es folgten wochenlange Gespräche und Verhandlungen, die nun am Freitag zumindest in der Bundestrainerfrage ihren Abschluss fanden.

Matthias Roth

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