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DHfK-Handballer wechseln im Herbst in die Arena - Halle wird auf 4400 Plätze verkleinert

DHfK-Handballer wechseln im Herbst in die Arena - Halle wird auf 4400 Plätze verkleinert

Jetzt ist es amtlich. Die Handballer des SC DHfK Leipzig ziehen in der kommenden Saison in die Arena um. „Die größere Halle bietet uns ganz andere Möglichkeiten für die Gewinnung von neuen Sponsoren“, sagte Karsten Günther, Geschäftsführer der DHfK-Handballer, am Dienstag bei der Vorstellung der Pläne.

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Von links: SC DHfK Geschäftsfüher Karsten Günther, Cheftrainer Uwe Jungandreas, Arena-Chef Winfried Lonzen und Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Für das mittelfristige Ziel, Aufstieg in die erste Bundesliga, benötige der Zweitligist neue Geldgeber. In der Ernst-Grube-Halle seien die Grün-Weißen an ihre Grenzen gestoßen.

„Das war schon jetzt ein Tanz auf der Rasierklinge“, meinte Günther. Die Spiele seien nur durch das große Entgegenkommen der Universität möglich gewesen. Schon jetzt hätten die Sitzplätze nicht mehr ausgereicht. Das habe vor allem ältere Fans und Familien von einem Besuch abgehalten.

Die Partien des SC DHfK sehen derzeit zwischen 1200 und 1500 Zuschauer. Dabei gingen rund 800 Karten an der Tageskasse über den Tisch, der Rest verteile sich auf Saisontickets und Sponsorenkontingente. Neben dem eingeschränkten Sitzplatzangebot war auch das Wachstumspotential für die Vermarktung ein weiterer Grund für den Wechsel. In der bisherige Spielstätte liegt das laut Günther bei null. Hinzu kommen die Statuten der Handball-Bundesliga: Bei einem Aufstieg ins Oberhaus bekäme der SC DHfK mit dem Spielort Grube-Halle keine Lizenz.

"Erhebliche Zugeständnisse" beim Mietvertrag

Arena-Chef Winfried Lonzen freut sich auf seine neuen Mieter. „Bei den Konditionen haben wir erhebliche Zugeständnisse gemacht“, sagte er. Genaue Zahlen wollte Lonzen nicht nennen. Er merkte nur an: „Damit kann der Verein ganz gut leben“. Die Ticketpreise sollen laut Günther auch nach dem Umzug stabil bleiben. Ein kleiner Aufschlag sei möglich, wenn die Karte auch für Bus und Bahn an den Spieltagen gelte. "Mehr als 15 Euro werden die Karten aber nicht kosten", sagte Günther. Ein Erwachsener zahlt derzeit je nach Kategorie zwischen zehn und zwölf Euro. Der Kontrakt mit der Arena gelte zunächst für zwei Jahre. Eine Verlängerungsoption sei vorgesehen.

Die Arena wird künftig für die dort drei spielenden Ballsportvereine angepasst. Neben dem SC DHfK tragen auch die Erstliga-Handballerinnen vom HC Leipzig und die Zweitliga-Basketballer von den Uni-Riesen dort ihre Begegnungen aus. In der bisher von den Partien des HCL bekannten großen Variante finden weiter 7500 Fans einen Platz.

Arena wird verkleinert

Daneben soll eine Zweidrittel-Lösung mit 4400 Plätzen zum Standard werden. „Wir hängen dann einen Teil der Halle mit schwarzen Vorhängen ab“, kündigte Lonzen an. Er sieht darin gleich mehrere Vorteile: Auch bei wenigeren Zuschauern komme gute Stimmung auf. Zudem könnten die Basketballer im hinteren Teil und die Handballer an einem Tag, wenn auch nacheinander spielen. Aufwendige Umbauten seien dann nicht notwendig.

Voraussetzung ist aber der Kauf eines neuen Parkettbodens. Der jetzige Belag sei fest in der Halle verankert und werde bei Konzerten mit einem Schutzboden bedeckt. Künftig lasse sich das neue Parkett in kurzer Zeit ein- und ausbauen. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) kündigte des Kauf des neuen Bodens an.

„Einen sechsstelligen Betrag haben wir dafür schon in den Haushalt eingestellt“, berichtete Rosenthal. Bei der Variante mit den 4400 Zuschauern wird die Spielfläche um rund 15 Meter in Richtung Eingang verrückt. Bereits ummontiert wurde die Videowand. Sie hängt nun unweit der Anzeigetafel. Bei einer Verknappung der Halle wäre sie am alten Platz von den Vorhängen verdeckt gewesen.

"Wir geben unser Wohnzimmer auf"

DHfK-Cheftrainer Uwe Jungandreas ist von den Umzugsplänen hin- und hergerissen. „Wir geben unser Wohnzimmer auf, da waren die Fans eng am Spiel und der Mannschaft dran“, sagte er. Das Team müsse aber auch mit der wirtschaftlichen Entwicklung einher gehen. Es gelte nun die Arena mit sportlichen Leistungen für sich zu gewinnen.

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Die Handballer des SC DHfK Leipzig ziehen in der kommenden Saison in die Arena um. So soll der Sitzplan voraussichtlich aussehen.

Quelle: SC DHfK

Helfen sollen dabei die Fanclubs. „Bei einem Stammtisch haben wir unsere Pläne in der vergangenen Woche vorgestellt“, so Günther. Nach anfänglicher Ablehnung wollen die Anfänger nun auch in der Arena wieder „Taktgeber für gute Stimmung sein“. Dafür sollen auch einige Stehplätze geschaffen werden.

„Privat habe ich auch schon oft mein Wohnzimmer gewechselt und dem Alten nicht nachgetrauert“, blickt Jungandreas optimistisch nach vorn. Die Arena kennt er aus seiner Zeit bei Concordia Delitzsch noch genau. „Da hatten wir Spiele gegen Magdeburg und Kiel mit 7500 und gegen Großwallstadt mit nur 350 Zuschauern“, so Jungandreas. In der Erinnerung blieben aber nur die positiven Erinnerungen wirklich wach.

Auf seine aktuelle Mannschaft ist Jungandreas „stolz wie Oscar“. „Wir gehen jetzt schon vom Klassenerhalt aus“, sagte er. Ob der SC DHfK in der kommenden Saison in der ersten oder zweiten Liga spiele, werde sich erst am letzten Spieltag entscheiden. „Ich warne aber vor zuviel Träumereien“, sagte Jungandreas.

Weitere Insolvenz - Dritter Absteiger steht fest

Kurz vor der Präsentation der Umzugspläne wurde am Dienstag eine weitere Insolvenz in der zweiten Handballbundesliga bekannt. Der vor der Saison mit acht Minuspunkten wegen Lizenzvergehen belastete DHC Rheinland ist zahlungsunfähig und steht damit als Absteiger fest. Die Dormagener wollten eigentlich im Herbst eine Spielgemeinschaft mit Düsseldorf bilden. Auch die Rheinländer stecken in Finanzproblem und ziehen sich in die dritte Liga zurück. Zuvor hatte schon der TV Korschenbroich den Neustart eine Liga tiefer angekündigt.

Matthias Roth

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