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DHfK-Manager Günther geht auf Zeitreise nach Barcelona

Wiedersehen mit Ortega und Romero DHfK-Manager Günther geht auf Zeitreise nach Barcelona

Carlos Ortega und Iker Romero: Wenn DHfK-Manager Karsten Günther die Namen des neuen Trainergespanns der TSV Hannover-Burgdorf hört, dann begibt er sich in Gedanken auf eine Zeitreise nach Barcelona.

Carlos Ortega (links) und Iker Romero (rechts) kommen mit Hannover am Sonntag nach Leipzig. Karsten Günther hält Romeros Trikot in Ehren.

Quelle: Roth/dpa

Leipzig. Carlos Ortega und Iker Romero: Wenn DHfK-Manager Karsten Günther die Namen des neuen Trainergespanns der TSV Hannover-Burgdorf hört, dann begibt er sich in Gedanken auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 2004. Damals war der Leipziger gerade 23 Jahre alt und Sportstudent. Der Traum von einer Handballer-Karriere war nach einer Knieverletzung geplatzt. „Ich wollte nun Trainer werden“, so Günther.

Umtriebig war er damals schon. Sein Ziel: Lernen von den großen Stars. Günther besorgte sich über ein Austauschprogramm für ein halbes Jahr einen Praktikumsplatz und zwar bei den Besten der Besten im Welthandball, dem FC Barcelona. Ortega spielte bei den Katalanen seine letzte Saison, Romero peilte gerade seinen ersten Sieg in der Champions League an.

Günther war bei jedem Training dabei. Seine Spezialaufgabe: „Ich habe für die Torhüter die Wurfbilder der Gegner analysiert“, erinnert er sich. Einmal in der Woche hatte er einen Termin beim Trainer zum Gedankenaustausch. Für Günther waren es unvergessene Gespräche mit dem international anerkannten Fachmann Xesco Espar.

Zehn Stunden in Toilette eingeschlossen

An zwei Erlebnisse denkt der DHfK-Manager besonders gern zurück. Den El Clásico von Barcelonas Fußballern mit Real Madrid und das Finale in der Champions League der Handballer. Beide Topteams trainierten auf demselben Gelände. Günthers Problem: Für das Fußballspiel im November 2004 fehlte ihm eine Eintrittskarte. „Der Schwarzmarkt war für mich als Student viel zu teuer“, so der Leipziger. Dafür bekam er dann einen Tipp von einem Spanier. „Ich habe mich morgens unter Kabelträger gemischt und bin so ins Stadion gekommen“, erinnert er sich. Sein Problem: Die Tore zum Camp Nou öffneten regulär erst zehn Stunden später. „Ich habe mich dann die ganze Zeit auf der Toilette eingeschlossen und Vokabeln gelernt“, verrät der Manager. Zwei Stunden vor dem Anpfiff mischte sich der Sachse unerkannt unter die Fans und sah später einen 3:0-Sieg der Katalanen.

Romeros Siegertrikot im Schrank

Unvergessen ist auch das Endspiel in der Champions League im spanischen Duell gegen Ciudad Real. Verloren sich bei einfachen Ligaspielen mitunter nur 500 Zuschauer im 7500 Besucher fassenden Palau Blagrana, kochte die Halle an diesem Tag fast über. Den letzten und entscheidenden Treffer in diesem Finale erzielte ausgerechnet Romero, der nach einer Verletzung mit Kopfverband spielte, vom Siebenmeterpunkt. Der Jubel war grenzenlos und der Spanier schenkte dem deutschen Praktikanten später in den Katakomben sein Siegertrikot. Günther besitzt es heute noch immer.

Mitbringen wird er das Jersey am Sonntag, wenn es bei der Bundesliga-Partie des SC DHfK gegen die Recken (Anpfiff 12.30 Uhr, Arena) ein Wiedersehen geben wird, aber nicht. „Während des Spiels blende ich die alten Geschichten aus, da sind wir Kontrahenten und müssen hellwach sein“, so Günther, der dann wie gewohnt seinen schwarzen Anzug, ein weißes Hemd und die grüne Vereinskrawatte tragen wird.

Matthias Roth

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