Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
DHfK-Trainer Prokop spricht über Saisonziele: „Wollen einen Spitzenplatz erreichen“

DHfK-Trainer Prokop spricht über Saisonziele: „Wollen einen Spitzenplatz erreichen“

Trainer Christian Prokop (35) bereitet die Handballer vom SC DHfK Leipzig derzeit auf die zweite gemeinsame Saison vor. Im Sommer hat sich allerdings einiges verändert: Sechs Spieler gingen, vier Neue kamen, drei junge Talente aus dem Nachwuchs stehen bereit.

Voriger Artikel
Härtetest mit zwölf Bundesliga-Teams: SC DHfK Leipzig beim Sparkassen Handballcup
Nächster Artikel
Höhepunkt der Saison-Vorbereitung: SC DHfK trifft auf Bundesligisten SC Magdeburg

Trainer Christian Prokop möchte innerhalb der nächsten zwei Jahre mit dem SC DHfK Leipzig ins Handball-Oberhaus aufsteigen.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Am Sonntag wurde das Team in der Moritzbastei erstmals den Sponsoren präsentiert. LVZ-Online sprach vorab mit Prokop über seine junge Truppe und die Ziele in der 2. Bundesliga.

Herr Prokop, die Vorbereitung für die neue Saison läuft nun seit vier Wochen. Die Ergebnisse bei den ersten Turnieren und Tests waren durchwachsen. Auf welchem Stand ist ihr Team?

Christian Prokop: Unsere Auftritte waren zum Start wechselhaft, nun zeigt der Trend in die richtige Richtung. Ziel ist es, schnell an die Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen. In den Punkten Emotionalität, mannschaftliche Geschlossenheit und Zusammenspiel ist uns das noch nicht ganz gelungen. Das braucht aber auch seine Zeit, weil sich gerade eine neue Hierarchie in der Truppe herausbildet. Die sieben neuen Gesichter müssen integriert werden.   

Im Rückraum stach Nachwuchstalent Franz Semper gegen den Erstligisten SC Magdeburg heraus. Der 17-Jährige erzielte gegen die gestandenen Profis fünf Tore. Hat Sie das überrascht?

Franz spielt eine sehr gute Vorbereitung. Es überrascht mich schon, dass er gegen Magdeburg mit einer so hohen Effektivität geworfen hat. Das habe ich im Wettkampf nicht erwartet. Generell gehen wir mit einem sehr jungen rechten Rückraum in die Saison, zu dem Max Emanuel (19) und die 17-jährigen Sebastian Naumann sowie Semper gehören. Bei den beiden merkt man noch den Unterschied zwischen Training und Wettkampf, wenn sie aufgeregt sind. In wie fern es dann im harten Bundesliga-Alltag reicht, müssen wir abwarten.  

Die Jugend spielt also erneut eine große Rolle in Ihrem Konzept?

 

Was mich wirklich freut ist, dass es nach der letzten Saison wieder drei Spieler aus den eigenen Reihen in den Profikader geschafft haben. Inzwischen sind sechs Leute dabei, die unsere komplette Nachwuchs-Akademie durchlaufen haben. Das gibt es sicher in keinem anderen Verein und spricht für die Nachwuchstrainer beim SC DHfK. Es ist unsere Philosophie, erfolgreichen Handball auch mit Eigengewächsen zu spielen. Der Altersdurchschnitt ist von 26,5 auf 23,5 Jahre im Vergleich zum letzten Jahr gesunken, außerdem haben wir nur drei Ausländer in unserem 17-Mann-Kader.

Max Emanuel, eines der DHfK-Eigengewächse, ist kürzlich Junioren-Europameister geworden. Ärgert Sie trotzdem, dass er nun mehr als die Hälfte der Vorbereitung für die 2. Bundesliga verpasst hat?

Ich freue mich natürlich für ihn über diesen Europameistertitel. Das erlebt ein junger Spieler nicht oft. Trotzdem ärgert mich, dass er so viel verpasst hat. Die Termin-Überschneidungen gibt es leider immer wieder, mit Turnieren der Nachwuchs-Nationalmannschaften. Max ist erst am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen. Bei ihm stimmt mich aber optimistisch, dass er schon die komplette letzte Saison zum Leistungsträger gereift ist und unser System kennt.

Inwiefern sind die vier Neuzugänge bereits ins Team integriert?

Bei Philipp Pöter und Michael Quist habe ich keine Bedenken. Pöter kennt das Spielsystem, denn ich war schon bei TUSEM Essen sein Trainer. Er soll Lenker und Denker unseres Spiels werden. Quist ist ebenfalls ein gestandener Handballer. Seine Qualität wird er der Mannschaft und dem Publikum auch zeigen. Unser Dritter, Marc Pechstein, verfügt über sehr großes Zukunftspotential, das er im Moment noch nicht abrufen kann. Ich hoffe, dass er sich so schnell wie möglich weiter verbessert, dann kann er uns helfen. Der neue Torhüter Felix Storbeck liefert sich mit Henrik Ruud Tovas einen sehr ehrgeizigen und kollegialen Wettstreit um die Stammposition.

Was muss noch am Feinschliff passieren, damit Sie zum Pokalspiel am 20. August gegen den TV Bittenfeld erfolgreich in die neue Saison starten?

Die Abstimmung unter Druckbedingung in Abwehr und Angriff ist das Hauptthema in den nächsten zwei Wochen. Auch die Schnelligkeits-Fitness steht auf dem Trainingsprogramm. Dafür haben wir noch zwei Tests, gegen den SV Anhalt Bernburg am Dienstag sowie den SC Magdeburg am 16. August (17 Uhr, Grubehalle, Anm.d.Red.).

Vergangenes Jahr waren Sie Fünfter, knapp hinter den ersten vier Teams der 2. Bundesliga. Ist diesmal ein Aufstiegsplatz als Saisonziel die logische Konsequenz?

Der Aufstieg ist sicher ein Thema bei uns. Wir haben das Ziel in die höchste Spielklasse zu kommen, aber visieren es innerhalb der nächsten zwei Jahre an. Es wäre vermessen zu sagen, das es ein Muss ist. Vor allem auch, weil wir so ein junges Team haben. Ich denke, dass wir nicht zum absoluten Favoritenkreis in der Liga zählen. Vom Etat und der Erfahrung gibt es da sicher drei andere Mannschaften.

Wer sind diese drei Aufstiegs-Aspiranten in Ihren Augen?

Der ThSV Eisenach, der es als Absteiger aus der 1. Bundesliga geschafft hat, den kompletten Kader zusammenzuhalten. Die anderen beiden Favoriten sind der TV Großwallstadt, die auch sehr namhafte und gestandene Spieler hinzu gekauft haben, sowie der TV Emsdetten. Trotzdem möchten wir auch wieder einen Spitzenplatz in der 2. Liga erreichen.

Interview: Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News