Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
„Dachte an einen offenen Bruch“: DHfK-Pleite endet für Leipzigs Trainer Prokop schmerzhaft

„Dachte an einen offenen Bruch“: DHfK-Pleite endet für Leipzigs Trainer Prokop schmerzhaft

DHfK-Trainer Christian Prokop weiß gar nicht, worüber er sich mehr ärgern soll: über die deutliche 19:29-Niederlage seiner Mannschaft im DHB-Pokal gegen die Füchse Berlin oder über seine Verletzung.

Voriger Artikel
Iker Romero verhilft SC DHfK Leipzig zum Neustart – Philipp Weber steht vor Comeback
Nächster Artikel
DHfK-Neuzugang Marvin Sommer ist mit Aue zu Gast: „Geschenke wird es nicht geben“

Physiotherapeutin Anja Szymansky (links) versorgt den verletzten Christian Prokop.

Quelle: Picture Point

Leipzig. Es ist wenige Minuten nach dem Abpfiff: Leipziger und Berliner Fans drängen in der Arena an die Werbebande und wollen das ein oder andere Autogramm ihrer Lieblingsspieler einsammeln. Der Druck gegen den elektronischen Reklameaufsteller wird dabei immer größer und irgendwann kippt er um.

Prokop steht zu diesem Zeitpunkt genau dahinter und die Anzeige kippt gegen sein Bein und auf den linken Fuß. Seine Wunde beginnt sofort zu bluten. „Das war ein Schock, ich dachte zunächst an einen offenen Bruch“, so Prokop. Später in der Kabine habe sich die Verletzung zum Glück als weniger dramatisch herausgestellt. Abschürfungen und ein geschwollener Knöchel sorgen aber noch immer für Schmerzen. Die genaue Diagnose stand auch am Donnerstagmittag noch aus. „Ich werde erst am Abend geröntgt“, berichtete der Trainer. Auch wenn er kaum auftreten könne, hofft der 36-Jährige bald wieder fit zu sein.

Zu den Schmerzen kommt die Enttäuschung über den Spielausgang. „Wir wollten die Partie eigentlich lange spannend halten“, so der Trainer. Schon in der ersten Viertelstunde mussten die 6351 Zuschauer erkennen: „Das wird hier heute nichts.“ Prokop hat dafür verschiedene Erklärung parat. „Wir haben nicht am Optimum gespielt, ohne die verletzten Philipp Weber und Michael Qvist fehlt der Druck im Rückraum, Silvio Heinevetter hat mit seinen Paraden den Respekt noch ansteigen lassen“, erklärt Prokop.

Und dann kamen da noch die körperlichen Unterschiede hinzu, die die Zuschauer in der Halle deutlichen erkennen konnten. „Da standen uns Kolosse gegenüber, das war nicht mehr menschlich“, gestand der Leipziger Übungsleiter ein. Würfe aus dem Rückraum entschärfte die Deckung gleich mehrfach und machte die Bälle so auch zu einer leichten Beute für Heinevetter. "Egal wie intelligent du spielst, gegen so ein Abwehrbollwerk ist es immer schwierig", glaubt auch DHfK-Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar.

Für seine jungen Spieler, so Prokop, sei die Erfahrung trotzdem wichtig gewesen. Jetzt müssten sie weiter reifen. „Wir dürfen die eine Partie nicht überbewerten“, meint der Trainer. Lange Zeit zum Nachdenken hat der Spitzenreiter der 2. Bundesliga ohnehin nicht. Am Freitag (Anwurf um 19.30 Uhr) steht beim Heimspiel gegen Bayer Dormagen bereits die nächste Aufgabe an.

Die Rheinländer, mit einem ähnlich jungen Team wie die Leipziger am Start, liegen nur auf Rang 17. Die Grün-Weißen müssen trotzdem gewarnt sein. Von den vergangenen fünf Spielen gewann Bayer drei Partien und hat wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. „Das Spiel wird eine Charakterfrage für meine Jungs“, findet Prokop. Er wolle sehen wie jeder für den anderen kämpft. „Keiner hat mit einem Einzug ins Final4 gerechnet, gegen Dormagen wird ein Sieg aber erwartet“, nennt der Coach das klare Ziel.

Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News