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Drei Neue stehen beim SC DHfK Leipzig vor dem Heimspieldebüt

LVZ-Interview Drei Neue stehen beim SC DHfK Leipzig vor dem Heimspieldebüt

Erstmals im Aufgebot stehen für den SC DHfK Leipzig am Sonnabend gegen den TBV Stuttgart in einem Heimspiel Torhüter Jens Vortmann, Rückraumspieler Benjamin Herth und Rechtsaußen Peter Strosack. LVZ.de sprachen mit den Neuzugängen.

Benjamin Herth, Jens Vortmann und Peter Strosack (v.l.) stehen vor ihrem Heimdebüt für den SC DHfK.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Erstmals im Aufgebot stehen für den SC DHfK Leipzig am Sonnabend gegen den TBV Stuttgart in einem Heimspiel Torhüter Jens Vortmann, Rückraumspieler Benjamin Herth und Rechtsaußen Peter Strosack. LVZ.de sprachen mit den Neuzugängen.

Frage: Hätten Sie sich zu Saisonbeginn im August vorstellen können, im folgenden Februar für den SC DHfK zu spielen?

Jens Vortmann: Nach dem Aus des HSV Hamburg haben sich die Leipziger sehr schnell bei mir gemeldet, und dann habe ich mich auch kurzfristig entschieden, das Angebot anzunehmen. Ich hatte ja schon eine Anfrage vor der Saison, der Kontakt war also da.

Benjamin Herth: Ich dachte, dass ich die Saison in Lübbecke zu Ende spielen würde. Aber manchmal geht es doch recht schnell, und ich bin froh, dass es geklappt hat.

Peter Strosack: Das gilt auch für mich. Und ich freue mich, dass sich die Vereine geeinigt haben. Eigentlich sollte ich erst im Sommer kommen, aber durch die Verletzung von Lucas Krzikalla war eine neue Situation entstanden.

Wie sind Ihre Eindrücke von Ihrem neuen Verein?

Jens Vortmann: Sehr positiv. Es war natürlich auch ein guter Einstand für uns, dass wir gleich das erste Spiel im Magdeburg gewonnen haben. Damit konnte ja nicht unbedingt gerechnet werden. Und auch unsere folgenden Auftritte in Kiel und Flensburg waren zeitweise recht ordentlich. Man hat allerdings gesehen, wie ausschlaggebend Kleinigkeiten sein können.

Welche Kleinigkeiten sind das?

Benjamin Herth: Zum Beispiel das Auslassen von ein, zwei guten Gelegenheiten hintereinander. Oder zwei, drei technische Fehler in Folge. Das kann passieren, wird aber von solchen Spitzen-Mannschaften so schnell bestraft, dass du auf einmal deutlich zurückliegst.

Peter Strosack: Jens und Benjamin kennen ja die Bundesliga. Für mich ist das Neuland, und ich habe mich riesig auf diese Spiele gefreut. Es war immer mein Traum, mal in Kiel zu spielen, und nun hat der sich dank Leipzig erfüllt.

Und Sie haben sich gleich mit Kiels Torhüter Niklas Landin angelegt?

Peter Strosack: Was heißt angelegt? Ich habe ihm bei einem Wurf im Gesicht getroffen. Das will man nicht, kann aber passieren. Er hat sich kurz aufgeregt, aber danach war zwischen uns alles wieder in Ordnung.

Wie wird der Weg des SC DHfK im deutschen Handball verfolgt?

Benjamin Herth: Leipzigs Ehrgeiz ist mittlerweile überall bekannt. Hier wird nach keinem Rückstand aufgegeben. Und der Tabellenstand sagt alles. Ich habe mit Lübbecke hier im Dezember knapp verloren, da hat der SC DHfK sicher nicht so gut gespielt. Aber dass auch solche Spiele gewonnen werden, spricht für die Qualität der Mannschaft.

Jens Vortmann: Die ganze Entwicklung wird schon länger sehr positiv wahrgenommen. Dass dem SC DHfK in der Bundesliga gleich eine große Überraschung gelingen würde, war allerdings nicht vorgesehen.

Nicht vom HSV, mit dem Sie im August in Leipzig 27:31 verloren haben.

Jens Vortmann: Wir haben nicht gut gespielt, im Gegensatz zu unserem Gegner. Aber wir hatten zehn Spieler neu im Team, da ist ein solcher holpriger Start vielleicht zu erklären. Und danach lief es ja um so besser, sportlich gesehen.

Haben alle ehemaligen Hamburger nach der Insolvenz einen neuen Verein gefunden?

Jens Vortmann: Rechtsaußen Stefan Schröder ist in Hamburg geblieben und will beim Neuaufbau helfen. Ich kann mir vorstellen, dass Hamburg eines Tages wieder in der Bundesliga vertreten sein wird. Die Fans hätten es auf jeden Fall verdient.

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Kann der SC DHfK Leipzig gegen den TVB Stuttgart wieder seine Heimstärke ausspielen?

Hat sich Ihr einstiger HSV-Kollege Johannes Bitter, der jetzt in Stuttgart unter Vertrag steht und am Sonnabend mit dem TBV in der Arena antritt, schon bei Ihnen nach der Stimmung und den Plänen in Leipzig erkundigt?

Jens Vortmann: Natürlich telefonieren wir, sprechen aber kaum über Handball. Und über unsere Mannschaften werden wir vor dem direkten Aufeinandertreffen ganz bestimmt nicht reden.

Peter Strosack: Ich kenne ja die Arena Leipzig noch nicht und freue mich daher ganz besonders auf das Heimspiel gegen Stuttgart. Ich bin nur zu Leipziger Zweitliga-Zeiten in der kleineren Halle angetreten.

Jens Vortmann: Das war die Grube-Halle. Dort habe ich 2011 mit Minden gespielt, und gewonnen. Damals sind wir in die Bundesliga aufgestiegen.

Benjamin Herth: Ich bin auch gespannt auf die Stimmung in der Halle am Sonnabend. Ich habe sie im Dezember erlebt und schon gespürt, dass die Fans ihr Team großartig unterstützen.

Nachdem der deutsche EM-Titel ausgiebig gefeiert wurde, wird allenthalben gefordert, den Schwung zu nutzen und mehr Aufmerksamkeit für den Handball zu erlangen. Was muss konkret geschehen?

Jens Vortmann: Vor allem müssen die wichtigen Endrunden-Turniere im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden. Und an der Basisarbeit darf auch nie nachgelassen werden, denn die Konkurrenz des Basketballs oder Eishockeys ist groß. Vom Fußball gar nicht zu reden.

Peter Strosack: Ich denke auch, dass mehr in die Schulen gegangen werden muss. Und so weit ich gehört habe, passiert hier in Leipzig schon eine ganze Menge.

Nach der EM wurde dem deutschen Handball bei Zeit online vorgeworfen, nichts für die Einbindung von Migranten zu tun. Wie ernst ist dieser Vorwurf zu nehmen?

Benjamin Herth: Ich habe mich gefragt, was das soll. Und dann habe ich mich an ein Spiel erinnert, das war in der Nähe von Ulm, als unser Gegner bestimmt zu 90 Prozent aus Kindern von Migranten bestand. Deshalb habe ich mir nach dem Lesen dieses Beitrags sehr verwundert die Augen gerieben.

Auf welchem Platz steht der SC DHfK am Ende dieser Saison?

Jens Vortmann: Keinesfalls auf einem Abstiegsplatz.

Benjamin Herth: Ich denke, er steht dort, wo er jetzt steht, also auf Platz 11.

Peter Strosack: In dieser Region sehe ich uns auch.

Gespräch: Winfried Wächter

Für die LVZ-Handball-Expertenrunde am Freitag gibt es noch Restkarten. Ab 18 Uhr (Einlass 17 Uhr) diskutieren Bundestrainer Dagur Sigurdsson, Handball-Ikone Stefan Kretzschmar und DHfK-Coach Christian Prokop in der LVZ-Kuppelhalle im Peterssteinweg 19 über die Perspektiven der Sportart. Die Tickets sind in der Geschäftsstelle im Peterssteinweg 14, dem LVZ Media Store in den Höfen am Brühl oder unter der Ticket-Hotline 0800 2181 050 (gebührenfrei) erhältlich. LVZ-Abonnenten zahlen fünf Euro Eintritt, alle anderen Gäste 7,50 Euro.

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