Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
„Es war nicht klar, ob ich wieder spielen kann“ - Lucas Krzikalla im Interview

Vor seinem Comeback beim SC DHfK Leipzig „Es war nicht klar, ob ich wieder spielen kann“ - Lucas Krzikalla im Interview

Die Leidenszeit ist vorbei. DHfK-Rechtsaußen Lucas Krzikalla steht nach seinem Achillessehnenriss und mehr als einem Jahr Pause vor seinem Comeback in der Handball-Bundesliga. Im Interview spricht er über Schlingentraining in der Reha, seinen neuen Vertrag und die Nationalmannschaft.

Lucas Krzikalla (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. LVZ: Lucas Krzikalla, wenn alles nach Plan läuft, dann geben Sie gegen GWD Minden nach genau 14 Monaten Pause Ihr Comeback in der Bundesliga. Wie groß ist die Vorfreude?

Krzikalla: Die Vorfreude ist riesig bei mir, das ist doch klar. Es ist ein tolles Gefühl wieder mit der Mannschaft auf der Platte zu stehen.

Sie haben mehr als ein Jahr nicht gespielt, mussten Rückschläge hinnehmen. Hatten Sie Zweifel, ob Sie Ihre Karriere fortsetzen können?

Am Anfang, gleich nach der Operation, war nicht klar, ob ich wieder Handball spielen und Leistungssport betreiben kann. In der Reha habe ich darüber aber nicht mehr nachgedacht und einfach nur Gas gegeben. Dort waren die Zweifel schnell verflogen.

Monatelange Reha ohne Mannschaft, das klingt sehr eintönig. Wie haben Sie sich motiviert?

Du machst die Reha in erster Linie für dich selbst. Das allein war für mich schon Motivation pur. Ich wusste in meiner Verletzungspause dann zeitig, dass der SC DHfK auch in der neuen Saison weiter in der 1. Bundesliga spielen wird. Das war ein weiterer Schub. In meinem jungen Alter will ich nämlich noch viele Jahre mit dabei sein.

Welche Reha-Übung möchten Sie heute nicht mehr ausführen?

So ein Reha-Alltag ist nicht ohne. Allein im Bewegungsbad wirst Du richtig müde. Ich habe vier bis fünf Stunden am Tag für mein Comeback gearbeitet. Das Redcord-Schlingentraining für die Kraftausdauer hätte ich gern auch weggelassen, das war wirklich anstrengend. Da musste ich aber durch.

Sie machen heute wieder einen topfitten Eindruck. Bei der Leistungsdiagnostik haben Sie gerade drei Team-Bestwerte abgeliefert. Sind Sie schon bei einhundert Prozent Ihrer alten Stärke?

Bei den Tests lag ich bei Übungen vorn, die mir einfach gut liegen. Dazu gehören Liegestütze und Sprints. Vor allem beim Laufen kann ich super den Kopf abschalten, deshalb mache ich das gern. Bei einhundert Prozent bin ich noch nicht. Zehn Prozent kann ich sicher noch zulegen.

Welche Ziele haben Sie sich für den Rest der Saison gestellt?

Zuerst will ich gesund bleiben. Dann möchte ich mich wieder voll für die Mannschaft einbringen. Höhepunkt wird im April das Final Four. Auch wenn ich im Pokal bisher nichts beigetragen habe, freue ich mich auf das Wochenende in Hamburg. Es wird bestimmt ein richtig geiles Event.

Sie haben gerade Ihren Vertrag um zwei Jahre verlängert, war die Unterschrift nur eine Formalie?

Keineswegs. Ich wollte unbedingt in Leipzig bleiben. Nach meiner langen Verletzung war für mich aber völlig offen, ob ich ein neues Angebot erhalte. Jetzt bin ich einfach nur froh über den neuen Vertrag.

Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar traut ihnen sogar den Sprung zu den Bad Boys in die Nationalmannschaft zu. Sie sich auch?

Die Nationalmannschaft ist auf jeden Fall ein Traum und ein Ziel von mir. Ob es wirklich einmal reichen wird, das werden wir sehen. Nach meiner langen Verletzung muss ich erstmal wieder regelmäßig spielen. Ich fühle mich aber geehrt, dass Kretzsche meinen Namen mit nennt.

Interview: Matthias Roth

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News